Osterhasen fühlen sich wohl in MV

Nr.081/2021  | 25.03.2021  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Osterhasen fühlen sich wohl in MV

Die Hasen haben zum Osterfest wieder Hochkonjunktur. Die Experten rechnen mit etwa 140.000 Hasen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Zahlen haben sich laut Experten deutlich erhöht, jedoch hat Meister Lampe auch noch viel Platz im Land.

Mit rund 7 Hasen je 100 Hektar der Lepus europaeus, wie der Feldhase wissenschaftlich genannt wird, lebt er in Mecklenburg-Vorpommern im Bundesvergleich recht einsam in Feld und Flur. Auch wenn im Vergleich zum Vorjahr der Hasenbestand um rund 12 % zugenommen hat. Im Schnitt tummeln sich in Deutschland 12 Hasen auf 100 Hektar. Die meisten leben im Nordwestdeutschen Tiefland; dort wurden 17 Hasen pro 100 Hektar erfasst. Bereits seit 1991 steht der Hase deshalb im Nordosten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Optimistisch gibt sich angesichts der gestiegenen Zahlen Umweltminister Dr. Till Backhaus: „Ich freue mich zu hören, dass sich unser Meister Lampe im vergangenen Jahr gut vermehrt hat in unserem Land. Aber wir müssen trotzdem daran arbeiten, dass es ihm weiterhin gut geht bei uns. Neue Hecken, bunte Feldränder und andere Maßnahmen sind schon auf dem Weg und ich bin mir sicher, dass wir auch im nächsten Jahr wieder gestiegene Hasenzahlen vermelden können“, so der Minister.

Seit einigen Jahren werden im Frühjahr und im Herbst auf Initiative des Deutschen Jagdverbandes auch in Mecklenburg-Vorpommern die Hasen gezählt. In ausgewählten Referenzrevieren werden die Zahlen Jahren freiwillig erfasst. Mit der so genannten Schweinwerfer-Taxation - dabei werden nachts Wiesen und Felder mit Scheinwerfern abgeleuchtet und die Hasen durch die das Licht reflektierenden Augen gezählt – wird die Besatzdichte ermittelt.

Der Hasenbestand in Mecklenburg-Vorpommern ist aufgrund des milden Winters 2019/2020 sowie des folgenden trocken-warmen Frühjahrs 2020 erfreulicherweise angewachsen. Günstige Witterung allein reicht jedoch nicht. Wissenschaftler haben heraus­gefunden, dass große zusammenhängende Felder negativ auf die Bestandsentwicklung wirken. Es fehlen die krautreichen Feldränder. Besonders Maisfelder meidet der Feldhase. Den Hasen in Mecklenburg-Vorpommern fehlt es vor allem an Hecken und kleineren Feldgehölzen, die den Tieren Deckung, Nahrung und Lebensraum bieten. „Auch die Wahl der Kulturen auf den Feldern ist von großer Bedeutung“, wirbt der Agrarminister Dr. Backhaus bei den Landwirten.

Grund zum Optimismus bieten laut Minister da die Zahlen aus der Landwirtschaft: „Unsere Landwirtinnen und Landwirte tun gerade viel, um den Hasen das Leben zu erleichtern. Immer mehr Betriebe nutzen die Fördermöglichkeiten in unserem Land und errichten Schutzstreifen oder lassen großzügige Blühflächen an ihren Feldrändern entstehen. Auch im Bereich des ökologischen Landbaus geht es gut voran. Etwa jeder vierte Betrieb hierzulande ist inzwischen bio-zertifiziert. Zudem wachsen unsere Wälder seit Jahren und wir forsten weiter auf.“

Der Wald ist ein wichtiger Rückzugsraum für den Hasen. Ausflugstipps für einen Osterspaziergang haben auch die 29 Forstämter und 191 Reviere der Landesforst­verwaltung im Land. „Vielleicht läuft dem Besucher ja einer der rund 140.000 Hasen im Land über den Weg“, sagt Agrarminister Dr. Backhaus und wünscht den Bürgern im Land frohe Ostertage.

Wissenswertes zum Feldhasen (Lepus europaeus):

Der Feldhase wird bis zu 80 Zentimeter lang und wird zwischen 2,5 und 7 Kilogramm schwer, wobei die Weibchen oftmals größer sind als Männchen. Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv und bewegen sich in einem Revier von etwa 50 Hektar. So ein Hase kommt hoch hinaus: Zwei Meter hoch kann er springen und im Schnitt 2,7 Meter weit. Er erreicht eine Spitzen­geschwindigkeit von bis zu 70 Stundenkilometern. Der Hase ist außerdem ein guter Schwimmer. Die Paarungszeit (Rammelzeit) liegt beim Hasen von Januar bis Juni. Der Schwerpunkt ist von März bis April, was ihn auch zum Ostersymbol machte. 42 Tage trägt eine Häsin ihre Jungen aus, pro Jahr hat sie zwei bis vier Würfe mit je zwei bis drei Jungen.

Feldhase oder Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus):

Vom Laien werden Feldhase und Wildkaninchen häufig verwechselt. Die Unterscheidung ist jedoch deutlich: Die Feldhasen besitzen längere Ohren und Hinterbeine als Kaninchen. Während der Hase braun ist, ist das Kaninchen grau. Die Hasen leben allein auf weiter, offener Flur, die Kaninchen dagegen gerne gesellig im Bau. Während der Feldhasen-Nachwuchs mit Fell und offenen Augen zur Welt kommt, sind die Kaninchen-Jungen zunächst noch nackt und blind.