Naturschutz kann nur durch das Ehrenamt überleben - Sperrfrist: 27.04.2013, 10 Uhr

Nr.120/13  | 26.04.2013  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Zum ersten Mal wird eine konkrete Region in den Mittelpunkt eines Naturschutztages gestellt: die Wismarbucht. Aus naturschutzfachlicher Sicht hat die Wismarbucht einen enormen Wert: So gehören zum Beispiel die Salzwiesen der Wismarbucht und der Insel Poel zu den bedeutendsten im südlichen Ostseeraum. Außerdem finden wir hier das wichtigste Rast- und Überwinterungsgebiet für nordische Vogelarten wie Sing- und Zwergschwan vor. Rund 200.000 Wasser- und Watvögel passieren die Gegend oder überwinternd hier. Darüber hinaus ist hier ein beachtliches Brutgebiet für Vogelarten wie Brandgans, Austernfischer, Mittel- und Gänsesäger. Durch den für Mecklenburg-Vorpommern relativ hohe Salzgehalt der Ostsee existiert eine vielfältige Unterwasservegetation und Unterwasserfauna. "Diese Schätze sind besonders und schützenswert. Daher müssen alle amtlichen und ehrenamtlichen Mittel eingesetzt werden, um diese Region in seiner Struktur zu erhalten", sagte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz in Wismar.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es schätzungsweise 25.000 höhere Pflanzen- und Tierarten. 42% der Pflanzen gelten als gefährdet oder sind vom Aussterben bedroht, 7 % sind es bereits. Bei den Tieren sind es 41 % und 8% sind bereits ausgestorben. "Daher müssen wir alles daran setzen, dass die biologische Vielfalt erhalten bleibt. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir einen Großteil der Flora und Fauna noch gar nicht näher erforscht haben. Welche Heilwirkungen einige Pflanzen haben können, wissen wir gar nicht oder nicht mehr. Es scheint, der Mensch will lieber auf den Mars, als dass er seinen eigenen Planeten kennenlernen möchte", stellte der Minister fest.

Die Landesregierung hat zahlreiche Gesetze und Instrumente, um den Naturschutz zu stärken. So zum Beispiel das Moorschutzkonzept inklusive der MoorFutures oder das Ende 2012 veröffentlichte "Konzept zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt in M-V". Mit diesem Konzept soll ein ganzheitlicher Ansatz im Sinne der Artenvielfalt beim politischen Handeln gefunden werden. "Mir ist auch bewusst, dass die Umsetzung des BioDiv-Konzeptes politischen Willen erfordert, eine breite gesellschaftliche Front von Unterstützern und vor allem aber aktive Mitstreiter. Außerdem ist eine deutlich bessere Integration des Naturschutzes in alle gesellschaftlichen Bereiche notwendig. Dabei meine ich, dass Naturschutz nicht einerseits in einer einsamen Nische sein darf, andererseits aber kann auf lange Sicht der Naturschutz mit einem einseitigen "Verhinderer-Image" nicht erfolgreich sein", mahnte der Minister.

Naturschutz benötigt immer aktive Mitstreiter, im amtlichen wie im ehrenamtlichen Sektor. Die größte Gruppe der ehrenamtlichen Mitstreiter findet man heute in der Generation der über 50jährigen. Nachwuchs ist daher dringend nötig. "Jugendliche und junge Erwachsene werden jedoch oft vom Naturschutz abgelenkt. Hinzu kommt ein immer häufiger werdender Wohnortwechsel bedingt durch den Arbeitsmarkt. Es muss daher der offene Austausch und die gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen den Generationen im ehrenamtlichen Naturschutz unbedingt gestärkt werden, um das Ehrenamt auch auf Dauer lebendig zu halten", unterstrich Dr. Backhaus.

Am Rande des Naturschutztages wurden 5 Ehrenamtler für ihr besonderes Engagement von Minister Dr. Backhaus ausgezeichnet:

-      Herr Herrn Walter Thiel u.a. für seine 20jährige engagierte Tätigkeit als Stellvertreter des Vorsitzenden des Fördervereins Grambower Moor

-      Frau Dr. Erna Schreiber für ihr Engagement zur Erforschung und Erhaltung der Tier- und Pflanzenarten in der Wismarbucht;

-      Herr Wolfgang Kudla u.a. für sein Engagement für das Ramper Moor;

-      Herr Wolfgang Pfannenschmidt für seine Umweltbildungsarbeit;

-      Herr Prof. Dr. Brenning für seine engagierte Tätigkeit in der schutzorientierten Vogelforschung

Hintergrund:

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 3 Nationalparke, 3 Biosphärenreservate und 7 Naturparke. Insbesondere im Bereich der Nationalparke sticht Mecklenburg-Vorpommern mit einem Anteil an der Landesfläche von 3,7 % bei einem Bundesdurchschnitt von 0,54 % deutlich heraus. Mecklenburg-Vorpommern hat mit 48.000 ha deutschlandweit die meisten Landflächen in Nationalparken. Hinzu kommen die von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichneten Buchenwälder auf Rügen und im Serrahn. Damit stehen diese Wälder auf einer Stufe mit dem Yellowstone-Nationalpark oder den Galapagos-Inseln.

Auch im Bereich der durch europäisches Recht geschützten Gebiete hat Mecklenburg-Vorpommern anteilig mehr Gebiete gemeldet als jedes andere Bundesland: 1.067.400 ha werden besonders geschützt, was einer Landesfläche von 34,4 % entspricht.


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