Backhaus: FBN Dummerstorf hat Leibniz-Prädikat verdient

Nr.024/2020  | 30.01.2020  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern bekannte sich Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute erneut zum FBN, dem Leibniz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf. Die Forschungseinrichtung leiste erstklassige Arbeit und sei bundesweit anerkannt. Die Einschätzung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft, das Institut bleibe hinter seinem wissenschaftlichen Potenzial zurück, teile er nicht. Den Ausschluss aus dem Exzellenz-Verbund halte er für falsch.

„Dass die Leibniz-Gemeinschaft die Forschung einer regelmäßigen Prüfung unterzieht ist sicherlich richtig, denn hier ist viel öffentliches Geld im Spiel. Dass eine Evaluierung Optimierungsbedarf an der ein oder anderen Stelle offenlegt, ist ebenfalls sinnvoll. Entscheidend ist aus meiner Sicht, welche Schlussfolgerungen man daraus zieht. Im Falle des FBN kann ich die Entscheidung, das Institut aus der Leibniz-Förderung nehmen zu wollen, nicht akzeptieren. Sie geht an den aktuellen Bedarfen der Landwirtschaft und der wissenschaftlichen Leistung des FBN vorbei“, so der Minister. Das Institut weise mit seiner disziplinären Tiefe und interdisziplinären Breite eine Alleinstellung in Deutschland auf. In Dummerstorf könne die breite Palette der Nutztiere vom Schwein über die Rinder bis zum Fisch beforscht werden. Neuerdings würden auch Insekten als wichtige Proteinquelle in der zukünftigen Lebensmittelproduktion untersucht.

„Gerade die kritische gesellschaftliche Diskussion zur Nutztierhaltung macht es erforderlich, die Forschung zu verstärken, Debatten zu versachlichen und wissenschaftliche Ergebnisse zu drängenden Fragen zu erarbeiten“, betonte Backhaus.

Von fundamentaler großer Bedeutung ist das FBN dem Minister zufolge für die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät der Universität Rostock. Von neun Professuren im Bereich Tierwissenschaften seien vier in gemeinsamer Berufung der Universität und des FBN tätig sowie eine außerplanmäßige Professur. „Durch die enge Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen im Land ist das FBN wichtiger Bestandteil der Forschungslandschaft“, unterstrich er.

Damit in Mecklenburg-Vorpommern auch weiterhin gute Forschung im Bereich Nutzierbiologie, Tierschutz und Tierwohl betrieben werden kann, hat sich Backhaus bereits an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gewandt. Sie habe ihre Unterstützung zugesagt, informierte er.

Im FBN sind fast 300 Mitarbeiter beschäftigt. Davon 75 Wissenschaftler und 57 Doktoranden. Das planmäßige Ausgabevolumen des FBN beträgt 2020 ca. 24,7 Mio. Euro. Davon kommen 21,1 Mio. Euro aus dem Bundes- und Landeshaushalt. Weitere 3,6 Mio. Euro sind Drittmittel, die das FBN über entsprechende Förderprojekte eingeworben hat. Seit 1993 bis 2019 wurden ca. 51 Millionen Euro am Standort für verschiedene Bauvorhaben investiert. Dadurch verfügt das FBN über eine exzellente Ausstattung, die auch von den Gutachtern bestätigt wird. Seit 2016 wurden acht Patente eingereicht.