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Landwirtschaft im nassen Moor: Minister wirbt für Paludikulturen

Nr.302/2017  | 25.09.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern präsentiert auf der heute und morgen (25. und 26. September 2017) in Greifswald abgehaltenen Tagung „Klimaschutz und Moornutzung – Potenziale in Deutschland“ eine Fachstrategie zur Umsetzung einer klimaschonenden Landwirtschaft auf nassen Moorstandorten – den so genannten Paludikulturen. „Die nachhaltige Moornutzung ist von immenser Bedeutung für den Klimaschutz, für den Natur-, Boden- und Gewässerschutz und für die Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze im ländlichen Raum“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus. Zugleich forderte Backhaus bei Bundesregierung und Europäischer Union Sensibilität für das Thema und Unterstützung bei der Umsetzung der Paludi-Strategie ein. Für Anbau und Ernte auf nassen Moorflächen geeignete Pflanzen, etwa Schilf, müssen als beihilfefähige landwirtschaftliche Kulturen zugelassen werden, sofern es sich um bisher beihilfefähige Flächen handelt. Zudem bedarf es Unterstützung auf europäischer Ebene, um neue Abnehmer-Märkte erschließen und die Finanzierung der Einführungs- und Folgekosten und zu klären. „Hier müssen auf EU-Ebene entsprechende Änderungen herbeigeführt werden“, betonte der Minister.

Die vor dem Hintergrund des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 und als Bestandteil des Landes-Moorschutzkonzeptes von 2000 und 2009 erarbeitete Fachstrategie, an der unter Federführung des Greifswald Moor Centrums neben der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) auch die Universitäten Rostock und Greifswald sowie der Bauernverband, die Landgesellschaft und weitere Partner mitwirkten, sieht die nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung von wieder vernässten Moorflächen im Land vor.

Ziel der Paludikulturen ist eine deutliche Absenkung des Ausstoßes von Treibhausgasen aus entwässerten, nicht mehr naturnahen Mooren, erklärte Backhaus. „Die Emission aus den Mooren ist die mit Abstand größte Treibhausgas-Einzelquelle des Landes“, stellte Minister Backhaus auf der heutigen Podiumsdiskussion zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die klimaschonende Moornutzung klar. Jährlich entlassen die entwässerten Moorflächen im Land mehr als sechs Millionen Tonnen Kohlendioxid und weitere Treibhausgase – etwa Methan oder bodennahes Ozon – in die Atmosphäre. „Das entspricht etwa einem Drittel der gesamten Treibhausgas-Emission des Landes“, verdeutlichte Backhaus. Expertenberechnungen zufolge lagern in den Mooren Mecklenburg-Vorpommerns derzeit mehr als eine Milliarde Tonnen solcher Treibhausgase.

Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen – sie sehen vor, den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um 90 Prozent zu reduzieren und damit die fortschreitende Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen –, müssen die Emissionen aus den Mooren erheblich reduziert werden. Gelingen könne das unter anderem durch die Wiedervernässung trockengelegter Moore, sagte Backhaus. Allerdings werde derzeit ein erheblicher Anteil der eine Gesamtfläche von rund 300.000 Hektar umfassenden Moore – das entspricht ca. 13 Prozent der Landesfläche – land- oder forstwirtschaftlich genutzt. „Es ist undenkbar, alle Moorstandorte komplett aus der landwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen“, betonte Till Backhaus. Für einzelne Betriebe könnten ansonsten „existenzbedrohende Probleme“ entstehen.

„Was wir benötigen, ist eine Bewirtschaftungsform dieser Flächen, die es erlaubt, den Torfkörper zu erhalten und Biomasse anzubauen und zu verwerten: die Paludikultur“, so der Minister. Die Etablierung der Paludikultur – der Begriff leitet sich von dem lateinischen Wort palus für Sumpf her – führe zu einem doppelten Gewinn für den Klimaschutz. Einerseits werden die Emissionen aus dem Torf gestoppt, andererseits können Pflanzen auf dem renaturierten Moorboden angebaut werden, durch deren Verwertung etwa auf den Einsatz fossiler Brennstoffe verzichtet werden kann. Eine weitere Nutzungsmöglichkeit aus Paludikultur stammender Biomasse ergebe sich beispielsweise mit der Verwendung von Schilfrohr als Baumaterial oder mit der Herstellung von Medikamenten auf pflanzlicher Basis.

Backhaus verwies zum Beispiel auf das Heizwerk Malchin. Verwertet werden hier bereits jährlich etwa 1000 Tonnen Brennstoffe, die auf rund 400 Hektar wieder vernässter Moorfläche geerntet werden – sie ersetzen mehr als 300.000 Liter Heizöl pro Jahr. Durch die Wiedervernässung der 400-Hektar-Fläche bleiben mindestens 5000 Tonnen Treibhausgase im Moor gebunden; zudem werden die fossile Brennstoffressourcen geschont. Wird ein Acker auf einem trockengelegten Moorstandort wieder vernässt, so verringert sich dessen Emission von Treibhausgasen um knapp 30 Tonnen pro Hektar und Jahr; bei Umwandlung von Acker in eine Nasswiese sind es im Schnitt über 20 Tonnen pro Hektar und Jahr, führte Backhaus aus.

Er sehe in der großflächigen Einführung von Paludikulturen für Mecklenburg-Vorpommern große Chancen, die gesellschaftlich vereinbarten Ziele im Klimaschutz, bei der Verbesserung der Wasserqualität und im Bereich der Artenvielfalt umzusetzen, sagte Backhaus. Das Land arbeite bereits seit 1997 mit Klimaschutzkonzepten, die die Wiedervernässung der Moore einschließen. Bislang seien solche Wiedervernässungsprojekte in MV mit mehr als 40 Millionen Euro unterstützt worden.

In seinem Diskussionsbeitrag verwies Backhaus auch auf das in Mecklenburg-Vorpommern entwickelte und inzwischen von Schleswig-Holstein und Brandenburg nachgenutzte Finanzierungsinstrument MoorFutures. Mit dem Erwerb von bislang 13.000 MoorFutures-Kohlenstoffzertifikaten zum Einzelpreis von 35 Euro unterstützten Zertifikat-Käufer die Finanzierung der Wiedervernässung mit insgesamt rund 400.000 Euro. „Wir sind das erste Bundesland, das sich diesem Thema mit einer solchen Systematik nähert“, sagte Backhaus.

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Für die Beweidung von extensiv genutztem Dauer­grünland in den Wolfsgebieten mit Schafen und Ziegen hat Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr die Zuwendungsbeträge erhöht. Insgesamt haben 22 Schafhalter diese Möglichkeit genutzt. Es sind ca. 860 Hektar betroffen.

16.07.2019  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

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