Lehrgänge, Fernkurse, Fachexkursionen

Lehrgänge

In die praktische Ausbildung sind Seminare zur Vermittlung des theoretischen Hintergrundwissens integriert. Inhaltlich liegt deren Schwerpunkt im Bereich des allgemeinen Verwaltungsrechts und des Umweltrechts. In Ergänzung zu den fachlichen Anforderungen werden darüber hinaus Grundlagen der Leitungskonzeption, Personalführung sowie Kommunikationstechniken vermittelt. Die zeitliche Einordnung der Lehrveranstaltungen wird aus der Musterablaufplanung ersichtlich.

Die Seminare finden in der Sonderstelle für Aus- und Fortbildung (SAF) in Hannover sowie an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege (FHöVPR) in Güstrow statt.

Sonderstelle für Aus- und Fortbildung (SAF), Hannover

Die SAF ist eine Institution der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV). In der SAF werden insgesamt sieben maximal dreiwöchige Lehrgänge durchgeführt, die hauptsächlich Bundesrecht und übergeordnete Themen wie z. B. Leitungstechniken und Wirtschaftlichkeitsberechnungen behandeln.

Die Unterbringung während der Seminare soll in der Regel in Einzelzimmern bei Vollverpflegung erfolgen.

Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege (FHöVPR), Güstrow

In Ergänzung zu den oben genannten Lehrgängen bzw. zur Einführung in das Landesrecht Mecklenburg-Vorpommerns nehmen die Referendarinnen und Referendare an Seminaren der FHöVPR Güstrow teil. Die Seminare werden zum Teil vom Ministerium ausgewählt, können darüber hinaus jedoch auch durch die Referendarinnen und Referendare in Abstimmung mit dem Prüfstoffverzeichnis beantragt werden. Sofern sich Lehrgänge über mehrere Tage erstrecken, besteht die Möglichkeit der Übernachtung an der Fachhochschule.

Für folgende Seminare ist die Teilnahme empfehlenswert:

Umweltrechtliche Themen:

  • Bauliche Anlagen in und an Gewässern
  • Bau- und Umweltrecht
  • Landesnaturschutzrecht
  • Landeswasserrecht
  • Ordnungswidrigkeiten im Umweltrecht
  • Umweltverträglichkeitsprüfung

Verwaltungsrechtliche Themen:

  • Beurteilungsspielraum und Ermessen
  • Fragen des Widerspruchsverfahrens
  • Nebenbestimmungen zum Verwaltungsakt
  • Rücknahme und Widerruf von Verwaltungsakten
  • Verwaltungsrecht I bis III

Sonstige Themen:

  • Einführung in das EU-Recht
  • Haushaltsrecht
  • Landesdatenschutzrecht
  • Rechtsmethodik

Fernkurse

Ausbildungsbegleitend ist die Teilnahme an zwei Fernkursen vorgesehen.

Das Modul "Umweltrecht" des Fernstudiums "Wasser und Umwelt" an der Bauhaus-Universität in Weimar dauert ein Semester. In diesem Zusammenhang werden den Teilnehmern Studienunterlagen zur Verfügung gestellt, die alle Bereiche des Umweltrechts umfassen. Auf diesen Unterlagen basierende Fragestellungen sind in einem vorgegebenen Zeitrahmen zu bearbeiten und einem Betreuer der Bauhaus-Universität zur Korrektur zuzusenden.

Das Fernstudium Umweltrecht wird mit einer einwöchigen Präsenzphase in Weimar beendet. Neben einer eintägigen Fachexkursion beinhaltet diese auch eine Abschlussklausur. Bei erfolgreicher Teilnahme wird der Referendarin bzw. dem Referendar ein Zertifikat ausgehändigt.

Der Fernkurs "Allgemeines Verwaltungsrecht" dauert ca. 6 Monate. Die Teilnehmer erhalten einen Unterlagenordner und bearbeiten nach einem festgelegten Ablaufplan 11 Studienhefte. Die Einsendeaufgaben werden vom Referendar online zur Korrektur eingesandt. Es findet ein viertägiger Abschlusslehrgang incl. eines Gerichtsbesuches statt. Die Teilnehmer erhalten ein Teilnahmezertifikat.

Fachexkursionen

Neben den Lehrgängen sind Fachexkursionen ein wichtiger Bestandteil zur Vertiefung theoretischer Kenntnisse.

Zum einen erstrecken sich die Fachexkursionen auf den Bereich der Produktionstechnologien und deren Umweltauswirkungen (vgl. Prüfstoffverzeichnis der Ausbildungs- und Prüfungsordnung, Fach 4). Dazu zählen die Roheisen- und Stahlerzeugung, Kraftwerkstechnik, Anlagen zur Herstellung von organischen Chemikalien oder Lösungsmitteln, Brauereien, Chloralkalielektrolyse, Säureproduktion, Papierherstellung, Zementherstellung, Glasherstellung sowie die Herstellung von Betonfertigteilen.

Zum anderen sollen sich die Referendarinnen und Referendare im Rahmen der Fachexkursionen auf die Technologien der Abfall- und Abwasserbehandlung sowie der Luftreinhaltung konzentrieren. Des Weiteren sind Maßnahmen der Lärm- und Erschütterungsminderung von Interesse (vgl. Prüfstoffverzeichnis der Ausbildungs- und Prüfungsordnung, Fach 4).

Die Organisation der Fachexkursionen erfolgt durch die Referendarinnen und Referendare in Abstimmung mit dem Ministerium. Die Exkursionsorte sollten sich dabei, soweit möglich, auf das Land Mecklenburg-Vorpommern sowie angrenzende Bundesländer konzentrieren.

Die theoretischen Grundlagen der Fachexkursionen werden nicht über die ausbildungsbegleitenden Lehrgänge vermittelt. Es obliegt den Referendarinnen und Referendaren, sich dieses Wissen in eigener Verantwortung anzueignen.