Drese: Gerechtigkeit und Gleichstellung in Gesellschaft, Familie und Beruf kommen nicht von alleine

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Ministerin Drese bei der Ausstellungseröffnung
Ministerin Drese bei der Ausstellungseröffnung
Ministerin Drese bei der Ausstellungseröffnung
Nr.051  | 19.03.2018  | SM  | Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung

Gleichstellungsministerin Stefanie Drese sieht großen Handlungsbedarf bei der Bekämpfung von Gehaltsunterschieden zwischen Frauen und Männern. „Wir brauchen eine klischeefreie Bildung und Berufsorientierung von klein auf, mehr tarifgebundene Beschäftigungsverhältnisse, mehr Transparenz, eine Aufwertung der Sozialberufe und mehr Frauen in Führungspositionen“, betonte Drese heute anlässlich einer Ausstellungseröffnung im Sozialministerium zum Thema „Entgeltgleichheit Jetzt!“

Auslöser der Ausstellung, konzipiert vom Institut für Sozialforschung und berufliche Weiterbildung (ISBW) und dem Aktionsbündnis Equal Pay Day Mecklenburg-Vorpommern, war die Fotoaktion „Mein Standpunkt zur gleichen Bezahlung von Frauen und Männern“. Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern äußerten sich plakativ gegen die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern, um auf die nach wie vor bestehenden Lohnlücke hinzuweisen.

Dieser Gender Pay Gap beträgt in Deutschland unverändert 21 Prozent, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen. So verdienten Frauen auch im Jahr 2017 mit einem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 16,59 Euro 21 Prozent weniger als Männer (21,00 Euro).

„Mit diesem Wert liegt Deutschland europaweit auf den hinteren Rängen. Auch wenn der Gender Pay Gap in Ostdeutschland mit 7 Prozent geringer ausfällt, ist das kein Zustand, den wir länger hinnehmen wollen“, erklärte Ministerin Stefanie Drese und sprach sich für die vollständige Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt aus.

Wesentliche Gründe für die Verdienstunterschiede sind die unterschiedliche Bewertung von sogenannten frauen- und männerdominierte Berufen. Auch fehlt es Frauen auf Grund von Familienphasen an Berufsjahren, die sich im Entgelt widerspiegeln. Und noch immer arbeiten deutlich weniger Frauen als Männer in Führungspositionen.

Eine wichtige Maßnahme für mehr Entgeltgleichheit ist für Drese die Herstellung von Transparenz bei Löhnen und Gehältern. Im neuen Entgelttransparenzgesetz sieht Drese einen ersten Schritt auf diesem Weg. Das Gesetz schreibt erstmals den EU-Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ fest und umfasst einen individuellen Auskunftsanspruch für Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Drese: „Mit Transparenz und Entgeltgleichheit sollten sich alle Firmen auseinandersetzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Unternehmen gerade in Zeiten des Fachkräftemangels dadurch bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern punkten.“

Die Wanderausstellung „Entgeltgleichheit Jetzt!“ kann bis Ende April im Sozialministerium, Werderstr. 124, besichtigt werden.