Girls‘Day und Boys’Day am 26. April: Ministerinnen Drese und Hesse werben für eine Berufs- und Studienwahl ohne Klischees

Die Ministerinnen Hesse und Drese wiesen auf der LPK auf die Vielfalt von Berufen für Mädchen und Jungen hin. Details anzeigen
Die Ministerinnen Hesse und Drese wiesen auf der LPK auf die Vielfalt von Berufen für Mädchen und Jungen hin.
Die Ministerinnen Hesse und Drese wiesen auf der LPK auf die Vielfalt von Berufen für Mädchen und Jungen hin.
Die Ministerinnen Hesse und Drese wiesen auf der LPK auf die Vielfalt von Berufen für Mädchen und Jungen hin.
Nr.068  | 17.04.2018  | SM  | Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung

Gleichstellungsministerin Stefanie Drese und Bildungsministerin Birgit Hesse informierten heute auf der Landespressekonferenz (LPK) über den am 26. April erstmals gemeinsam stattfindenden Girls‘Day und Boys`Day sowie über die hohe Bedeutung einer klischeefreien Berufs- und Studienorientierung.

Im Bundesvergleich nimmt Mecklenburg-Vorpommern bei den zur Verfügung gestellten Girls’Day-Plätzen auf 100 Schülerinnen den zweiten Rang (hinter Berlin) ein. Mit zurzeit rund 2.000 Plätzen für Mädchen und 650 Plätzen für Jungen sind Drese und Hesse zuversichtlich, diese Spitzenposition zu verteidigen und mindestens das Niveau der Vorjahre zu erreichen. „Positiv ist, dass die Zusammenlegung beider Tage bei den Unternehmen, Jugendlichen und Schulen schon im ersten Jahr bekannt ist. Darauf gilt es aufzubauen, um eine noch größere Beteiligung in den kommenden Jahren zu erreichen“, betonten die Ministerinnen.

„Wir müssen es schaffen, dass Rollenklischees endlich abgelegt werden. Darum brauchen wir eine allein an den Interessen und Fähigkeiten der jungen Leute ausgerichtete Unterstützung bei der Berufs- und Studienwahl“, hob Ministerin Drese hervor. Trotz der besseren Schulabschlüsse entschieden sich Mädchen im Rahmen ihrer Ausbildungs- und Studienwahl noch immer überproportional häufig für "typisch weibliche" Berufsfelder oder Studienfächer. Mehr als die Hälfte der Mädchen wählt aus nur zehn verschiedenen Ausbildungsberufen im dualen System – kein naturwissenschaftlich-technischer ist darunter. „Mädchen und junge Frauen in Deutschland schöpfen ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll aus. Und die stark ausgeprägte geschlechtsspezifische Berufswahl von Männern führt dazu, dass gerade in den sozialen Berufen wenig Vorbilder für Jungen existieren“, konstatierte Drese.

Bildungsministerin Hesse betonte: „Unsere Aufgabe ist es, Schülerinnen und Schülern bewusst zu machen, wie groß die Vielfalt an Berufen ist. Wir müssen ihnen aufzeigen, dass es keine Frage des Geschlechts ist, ob sie eine bestimmte Ausbildung beginnen oder ein Studium aufnehmen. Viel wichtiger ist, ob die Tätigkeit ihren Neigungen und Stärken entspricht und sie ihnen Freude bereitet.“

Drese und Hesse stellten auf der LPK eine Reihe von Maßnahmen der Landesregierung zur klischeefreien Berufs- und Studienorientierung vor. Dazu gehören die vom Sozialministerium geförderten und begleiteten Mädchen- und Jungen-Werkstätten. Drese: „Diese Modellprojekte sind besonders geeignet, Schüler/innen dabei zu unterstützen, eine Berufs- bzw. Studienwahl zu treffen, die unabhängig von Klischees und Geschlechterstereotypen ist und ihren individuellen Stärken und Talenten entspricht.“ Während die Mädchen-Werkstätten das Interesse von Mädchen für die sogenannten MINT-Berufe fördert, erhalten Jungen in einer Jungen-Werkstatt vertiefte Einblicke in eine Vielzahl von interessanten Berufen im sozialen Bereich.

„Kerngedanke bei der Berufs- und Studienorientierung in der Schule ist, dass geschlechterspezifische Wahlverhalten der Schülerinnen und Schüler zu hinterfragen“, erläuterte Bildungsministerin Hesse. „Die Berufs- und Studienwahl soll frei von Rollenstereotypen erfolgen. Dies erreichen wir dadurch, dass wir Jugendlichen die ganze Bandbreite an Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten aufzeigen. Seit diesem Schuljahr gibt es beispielsweise die Berufsorientierung auch an Gymnasien – landesweit und verbindlich.“

Weitere Angebote machen das Land und die Arbeitsagenturen Jugendlichen mit der ergänzenden Berufsorientierung außerhalb der Schule: „Neben Praktika, einer Zukunftswerkstatt oder einem Berufsorientierungscamp gibt es einen Berufswahlparcours, bei dem Mädchen und Jungen an verschiedenen Stationen ihre Stärken identifizieren können“, erläuterte Hesse. Das Land stellt für diese Angebote bis zum Jahr 2023 insgesamt 8,9 Mio. Euro aus dem Europäischen Sozialfonds bereit.

„Junge Menschen sollen die Möglichkeit bekommen, sich frei und offen für ihren individuellen Berufsweg entscheiden zu können. Alle Berufe sollen Mädchen und Jungen offenstehen. Hier sind Politik, Schulen, Unternehmen und vor allem auch die Eltern gefordert“, betonten Drese und Hesse.