Voss: DDR-Heimkinderfonds ist Ausdruck staatlicher Anerkennung für erlittenes Unrecht in Kinderheimen

Nr.248  | 30.11.2018  | SM  | Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung

„Der Heimkinderfonds sollte dem Unsagbaren eine Stimme geben und den Opfern helfen, ihre Sprache wieder zu finden.“ Staatssekretär Nikolaus Voss hat den Fonds „Heimerziehung in der DDR“ auf der heutigen Abschlussveranstaltung in Schwerin als Ausdruck der staatlichen und gesellschaftlichen Anerkennung für erlittenes Unrecht in Kinderheimen bezeichnet.

Von Anfang an sei dabei Eines aber völlig klar gewesen: „Die Zahlungen aus dem Heimkinderfonds können das erlittene Unrecht nicht wieder gut machen und können keine Entschädigung leisten“, betonte Voss. Es sei jedoch von großer Bedeutung, anzuerkennen, dass Kindern und Jugendlichen in Heimen der DDR Leid und Unrecht zugefügt worden ist.

Voss: „Würdigen und hervorheben möchte ich vor allem die Betroffenen selbst. Sie haben den Mut aufgebracht, sich ihrem schweren Schicksal zu stellen und erlittenes Leid und Unrecht zur Sprache zu bringen. Dabei wurden sie auf ihrer Suche von einem ganzen Netzwerk, wie z. B. den Mitarbeitern der Jugendämter, der Archive, aber auch von vielen anderen unterstützt.“

Der DDR-Heimkinderfonds nahm zum 1. Juli 2012 seine Arbeit auf und war zunächst mit 40 Millionen Euro von den ostdeutschen Ländern und dem Bund ausgestattet. Damit sollte den Betroffenen direkte Hilfen als Ausgleich und zur Milderung der Folgen der Heimerziehung angeboten werden.

Später wurde der Fonds bis zum 31.12.2018 verlängert und das Fondsvolumen auf insgesamt maximal 364 Millionen Euro aufgestockt. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Fonds „Heimerziehung in der DDR“ bei der Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes in der ehemaligen DDR angesiedelt. Das Sozialministerium hat die Arbeit der dort eingerichteten Anlauf- und Beratungsstelle als Fach- und Rechtsaufsicht begleitet.

Staatssekretär Voss bedankte sich ausdrücklich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Anlauf- und Beratungsstelle. „Sie haben vielen Opfern helfen können. Und sie haben diese Aufgabe mit großer innerer Anteilnahme und Herzblut angenommen“, sagte Voss.