Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz: Das dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte darf niemals in Vergessenheit geraten

Nr.016  | 27.01.2019  | SM  | Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt. So heißt es unmissverständlich in Artikel 1 Grundgesetz. Doch die Geschichte zeigt uns, die Würde des Menschen ist antastbar. Gerade deshalb muss Artikel 1 Grundgesetz kompromisslose Richtschnur unseres Handelns sein und bleiben, ein kategorischer Imperativ, um nie wieder zuzulassen, dass Menschen ausgegrenzt, verfolgt, in ihrem Lebensrecht beschnitten und staatlich sanktioniert ermordet werden. Das schulden wir allen Opfern, derer wir heute gedenken.“

Mit diesen Worten mahnte Sozialministerin Stefanie Drese auf der landesweiten Gedenkveranstaltung für die Opfer der Euthanasie und Zwangssterilisation in der Zeit des Nationalsozialismus heute in Neubrandenburg, das dunkelste und abscheulichste Kapitel in der deutschen Geschichte niemals zu vergessen.

„Es ist die Aufgabe, und ich denke auch die Pflicht einer jeden Bürgerin und eines jeden Bürgers, das Wissen um die fatalen Folgen von Totalität, Ideologie und Intoleranz an diese und die folgenden Generationen weiterzugeben“, sagte Drese.

Die Gedenkveranstaltung in Neubrandenburg erinnert an den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau vor 74 Jahren und an die Opfer der Euthanasie und Zwangssterilisation infolge der nationalsozialistischen Ideologie der „Rassenhygiene“. Nur wenige Kilometer entfernt wurden in Alt-Rehse Mediziner ideologisch auf die Euthanasie vorbereitet. Die sogenannte „Führerschule der Deutschen Ärzteschaft“ diente zwischen 1935 und 1941 der „weltanschaulichen Schulung“ von etwa 10.000 bis 12.000 Ärzten, Apothekern, Hebammen und anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen.