Europäischer Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Sozialministerin Drese appelliert an Privatwirtschaft, mehr Menschen mit Behinderung zu beschäftigen

Nr.078  | 04.05.2019  | SM  | Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung

Am 5. Mai werden in ganz Europa Aktionen organisiert, um auf die Situation von Menschen mit Behinderungen hinzuweisen und auf das Recht der gleichberechtigten Teilhabe aufmerksam zu machen. Mit dem diesjährigen Aktionstag unter dem Motto „#MissionInklusion – Die Zukunft beginnt mit dir“ appelliert Sozialministerin Drese vor allem an Unternehmen, Menschen mit Behinderungen eine berufliche Chance zu geben.

„Es ist nicht nachzuvollziehen, dass fast die Hälfte der knapp 3.200 Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern mit mindestens 20 Beschäftigten nicht die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl an Arbeitsplätzen für Menschen mit Schwerbehinderung erfüllt“, so Drese. Die Ausgleichsabgabe ist von Arbeitgebern ab 20 Arbeitsplätzen zu zahlen, wenn nicht mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzt sind.

Rund 80 Prozent der arbeitslosen Menschen mit Handicap in Mecklenburg-Vorpommern haben einen Berufsabschluss. Drese: „Sie sind hoch motiviert und wären ein Gewinn für Unternehmen. Auch angesichts der zunehmenden Klagen über einen Fachkräftemangel ist es unverständlich, dass immer noch viel zu viele Pflichtarbeitsplätze unbesetzt sind. Nicht die Zahlung der Ausgleichsabgabe, sondern die Einstellung eines motivierten Arbeitslosen mit Behinderung ist eine Investition in die Zukunft“, betont Drese.

Die Situation von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt verbesserte sich in den vergangenen Jahren. So stieg die Zahl der schwerbehinderten Beschäftigten in MV von 18.375 Personen im Jahr 2013 um rund zehn Prozent auf 20.228 im Jahr 2017. Im Vergleich mit dem Zuwachs für andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind diese Entwicklungen jedoch nach Meinung der Sozialministerin noch zu gering ausgefallen. Im Februar 2019 waren 4.246 schwerbehinderte Menschen in MV arbeitslos gemeldet.

„Viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber kennen die Unterstützungs- und Förderangebote nicht. So gibt es etwa Zuschüsse zur Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen sowie zur behinderungsgerechten Einrichtung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen“, resümiert Drese und verweist auf die Broschüre „Schwerbehinderte Menschen im Betrieb - Leistungen und Hilfen“, die das Sozialministerium gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit produziert hat.