Fachtagung an der Hochschule Neubrandenburg: Nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität von Seniorinnen und Senioren

Gemeinsame Pressemitteilung der Hochschule Neubrandenburg und des Ministeriums für Soziales, Integration und Gleichstellung

Nr.098  | 29.05.2019  | SM  | Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung

Die demografische Entwicklung und die damit verbundene Veränderung der Altersstruktur stellen Mecklenburg-Vorpommern in nahezu allen Bereichen vor große Herausforderungen. Die Landkreise und insbesondere die kreisangehörigen Ämter, Städte und Gemeinden sind davon in besonderer Weise betroffen. Wie die Kommunen ihre Planungen auf eine seniorengerechte Kommune ausrichten können und welche Unterstützung das Land sowie die Wissenschaft leisten können, wurde heute auf der Fachtagung „Chancen integrierter Planungsansätze“ thematisiert und diskutiert.

„Gemeinsames Ziel aller Akteure ist es, Seniorenpolitik als Querschnittsaufgabe der Stadt- und Regionalentwicklung zu betrachten und die Lebensbedingungen in den Gemeinden so zu gestalten, das sie sowohl den Bedürfnissen als auch den Wünschen der älteren Menschen entsprechen“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese zur Eröffnung der von der Hochschule Neubrandenburg und dem Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung veranstalteten Fachtagung in Neubrandenburg.

Wichtige Handlungsfelder für die Städte und Gemeinden sind nach Ansicht Dreses z.B. Wohnen im Alter, Barrierefreiheit, Vitalisierung der Ortszentren, Bürgerbusse oder Begegnungsstätten. „Vor dem Hintergrund der Vergleichbarkeit und eines einheitlichen qualitätssichernden Niveaus hat das Sozialministerium gemeinsam mit dem Landkreistag sowie dem Städte- und Gemeindetag einen Leitfaden erarbeitet, der die kommunale Ebene bei der Entwicklung seniorenpolitischer Gesamtkonzepte unterstützen soll“, so Drese. Die neue Handreichung enthält Empfehlungen zu elf Handlungsfeldern zur Erleichterung des Lebens älterer Menschen für die Kommunen unseres Landes.

„Das Leben im Alter im ländlichen Raum zu meistern, ist eine große Herausforderung. Unsere Hochschule arbeitet seit vielen Jahren auf ganz unterschiedlichen Ebenen mit Partnern aus der Praxis daran, die wichtigsten Fragen in diesem Kontext zu identifizieren und gemeinsam Lösungen zu entwickeln“, knüpfte Prof. Dr. Gerd Teschke, Rektor der Hochschule Neubrandenburg in seinen Grußworten an und erklärte weiterhin: „Seit 2005 haben wir den Forschungsschwerpunkt Nachhaltiger Strukturwandel und Umbau ländlicher Regionen. Hier widmen sich Professorinnen und Professoren in einer Vielzahl von Projekten mit Praxispartnern dem Thema Leben im Alter. Eine besondere Fokussierung konnte der Hochschule im Rahmen der BMBF Förderlinie Innovative Hochschule mit ihrem Vorhaben Hochschule in der Region gelingen. Ein umfassendes Projekt, bei dem unterschiedliche Fragestellungen des Strukturwandels bearbeitet werden.“

In ihrem Fachvortrag zur integrierten Pflegesozialplanung führten Prof. Dr. Steffi Kraehmer und Prof. Dr. Stefan Schmidt von der Hochschule Neubrandenburg das Thema weiter fort und betonten vor allem die Relevanz eines vernetzten, koordinierenden und zugleich integrierenden Versorgungssystems in Mecklenburg-Vorpommern.

 

Hintergrund:

Seniorenpolitische Gesamtkonzepte

Jede vierte Einwohnerin bzw. jeder vierte Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern ist heute bereits älter als 65 Jahre. Dieser Anteil steigt auf etwa 35 Prozent im Jahr 2030 weiter an. Viele Seniorinnen und Senioren sind fit, optimistisch, aktiv und motiviert und wollen sich gesellschaftlich, ehrenamtlich und/ oder in der Nachbarschaft einbringen. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen. In MV beträgt dieser Anteil 5,6 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Das ist der bundesweit höchste Wert. Mit den seniorenpolitischen Gesamtkonzepten sollen für beide Gruppen Angebote geschaffen und Lösungen angeboten werden, um ihnen ein individuelles, selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in ihrem sozialen Umfeld zu ermöglichen. Dabei gilt es nicht nur den Gesundheitszustand in den Blick zu nehmen, sondern das gesamte Lebensumfeld zu betrachten.

 

HiRegion – Hochschule in der Region

Die Fachtagung ist eine Zusammenarbeit aus dem Projekt „HiRegion – Hochschule in der Region“ der Hochschule Neubrandenburg mit dem Sozialministerium. Neben Forschung und Lehre sieht es die Hochschule als ihre dritte Mission, ihr Wissen in die Lösungsfindung für die zentralen Probleme des östlichen Mecklenburg-Vorpommerns aktiv einzubringen. Unter dem Motto „gemeinsam den Wandel gestalten“, konzentriert sich das Projekt auf die Übertragbarkeit von anwendbarem Wissen in die Gesellschaft, um zusammen zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten. In den Themenfeldern Daseinsvorsorge, Regionale Wertschöpfung, Landschaft und Siedlung sowie Bildung und Sozialkapital werden aktuell 12 Teilprojekte mit rund 80 Projektpartnern aus Stadt und Land umgesetzt.

Eines davon befasst sich mit der seniorengerechteren Gestaltung der ländlichen Kommunen: Im Zentrum steht dabei der sinnvolle Aufbau eines IT-Netzwerks aus Angeboten von Pflege, Therapie und Medizin. Neue Pflege- und Versorgungskonzepte sollen auf Basis des erworbenen Wissens erarbeitet werden. Ein weiteres Teilprojekt, die Transferstelle Daseinsvorsorge, die die Tagung von Seiten der Hochschule ausrichtete, hat es sich zum Ziel gemacht, die daraus entstehenden Methoden und Instrumente integrierter Daseinsvorsorge- und Pflegesozialplanung mit regionalen Partnern umzusetzen und weiterzuentwickeln. Weitere Informationen zu HiRegion gibt es unter www.hs-nb.de/hiregion.