Gemeinsam stark gegen häusliche Gewalt

Sozialministerin Drese und Innenminister Caffier befürworten stärkere multi-institutionelle Zusammenarbeit

Nr.220  | 18.11.2019  | SM  | Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung

Für eine noch stärkere Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen und Akteure zur Verbesserung des Schutzes besonders gefährdeter Personen sprachen sich am heutigen Montag (den 18. November 2019) Sozialministerin Stefanie Drese und Innenminister Lorenz Caffier anlässlich der Auftaktveranstaltung zur diesjährigen Antigewaltwoche aus. Erstmals fand diese in Neubrandenburg zusammen mit der interdisziplinären Opferschutztagung statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Sozialministerium, dem Innenministerium und dem Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung organisiert.

„Der multi-institutionelle Ansatz für einen wirksamen Opferschutz gewinnt immer mehr an Bedeutung“, verdeutlichte Ministerin Drese. „Wir verfügen in Mecklenburg-Vorpommern über langjährig etablierte Kooperationen im Bereich der häuslichen und sexualisierten Gewalt. Die intensive Zusammenarbeit der Landespolizei und der Hilfe- und Unterstützungseinrichtungen für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt hat sich bewährt und zeigt Erfolg. Der Kreis der zu beteiligenden Professionen sollte aber je nach Fall erweiterbar sein. Das gilt vor allem für den Bereich des Kinderschutzes“, so Drese.

„Die Zusammenarbeit im Opferschutznetzwerk hat sich bewährt. Der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung bietet seit Jahren Unterstützung und Projektförderung im Bereich Opferschutz. Es gibt eine eigens dafür eingerichtete ressortübergreifende Arbeitsgruppe, der wir die gemeinsame Initiative für die heutige Veranstaltung verdanken“, sagte Minister Caffier. „Die Landespolizei nutzt die rechtlichen Möglichkeiten der Wegweisung aus der Wohnung bei häuslicher Gewalt und informiert die anerkannten örtlichen Interventionsstellen zeitnah über den jeweiligen Hilfebedarf.“

Laut aktueller Statistik der Landeskoordinierungsstelle CORA erhielten 2018 insgesamt 4.593 Erwachsene und damit 411 Personen mehr als im Jahr zuvor Schutz und Unterstützung durch das Beratungs- und Hilfenetz in Mecklenburg-Vorpommern. Zudem wurden im vergangenen Jahr insgesamt 4.210 Kinder und Jugendliche im Beratungs- und Hilfenetz bekannt (2017: 3.830).

Das Beratungs- und Hilfenetz Mecklenburg-Vorpommern besteht aus neun Frauenhäusern, fünf Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt und Stalking mit angeschlossener Kinder- und Jugendberatung, fünf Fachberatungsstellen für Betroffene von sexualisierter Gewalt, acht Beratungsstellen für Betroffene von häuslicher Gewalt, einer Beratungsstelle für Betroffene von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und Zwangsverheiratung, drei Täter- und Gewaltberatungsstellen sowie der Landeskoordinierungsstelle CORA.