Informationen zur Kindertagesförderung

Folgende Telefonnummer steht für Fragen rund um Krippen, Kindergärten, Horte und Kindertagespflegestellen zur Verfügung:

0385 588 19999

Erreichbar von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr.

Häufig gestellte Fragen im Bereich der Kindertagesförderung zu der:

Allgemeinverfügung der Landesregierung zum Besuch von Schulen, Einrichtungen der Kindertagesförderung und der Kindertagespflege zur Eindämmung der Atemwegserkrankung COVID-19/Übertragung von SARS-CoV-2

Welche Bildungseinrichtungen dürfen ab dem 16. März nicht mehr besucht werden?

Ab dem 16. März dürfen Einrichtungen der Kindertagesförderung (Krippen, Kindergärten und Horte) und Kindertagespflegestellen in Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich nicht mehr besucht werden.

Was mache ich mit meinem Kind während des Besuchsverbotes?

Viele Eltern werden etwas Zeit brauchen, um im familiären Bereich oder mit ihrem Arbeitgeber die Betreuung ihrer Kinder zu organisieren. Gleichwohl gilt: Die Schließung aller Kindertageseinrichtungen und Tagespflegestellen soll dazu dienen, mögliche Infektionsketten zu durchbrechen. Alle Eltern sind dazu aufgefordert, verantwortungsvoll zu handeln. Die möglichen Infektionsketten können nicht durchbrochen werden, wenn Kinder in großen Gruppen privat betreut werden. Wer ein Kind zu Hause betreuen kann, soll dies tun.

Auf der Seite des Ministeriums für Soziales, Integration und Gleichstellung finden Sie „Tipps für Eltern: Zuhause-Spielideen und Online-Angebote

Gibt es Ausnahmen für das Besuchsverbot der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege?

Ab dem 17. März 2020 gilt das Besuchsverbot grundsätzlich für alle Kinder.

Im Rahmen einer Notfallbetreuung wird für die Kindertagesförderung ein pädagogisches Betreuungsangebot – bei dringendem Bedarf – grundsätzlich nur für Kinder von Beschäftigten vorgehalten, die mit der Wahrnehmung von Aufgaben zur Sicherung und Erhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung betraut sind, wie z. B.  folgende Bereiche:

  1. Feuerwehr (Berufsfeuerwehren und Schwerpunktfeuerwehren),
  2. Polizei,
  3. Strafvollzugsdienst,
  4. Rettungsdienst,
  5. medizinische Einrichtungen inklusive Apotheken,
  6. Justizeinrichtungen,
  7. ambulante und stationäre Pflegedienste,
  8. stationäre Betreuungseinrichtungen (z. B. für Hilfen zur Erziehung),
  9. die Produktion und die Versorgung mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs,
  10. Kommunale und Landesbehörden, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Einrichtungen und kommunale Unternehmen, soweit von Beschäftigten dieser Bereiche notwendig pflichtige Aufgaben und Aufgaben der Daseinsvorsorge (z. B. Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, ÖPNV) zwingend wahrzunehmen sind.

Dazu zählen auch Vertreter und Vertreterinnen von Medien.

Für die Notfallbetreuung müssen grundsätzlich beide Elternteile einer der genannten Berufsgruppen angehören, sofern es sich nicht um eine alleinerziehende Person handelt. Elternteile müssen unabkömmlich sein, ihnen obliegt die Glaubhaftmachung, es bedarf einer Einzelfallentscheidung.

Alle Eltern, die in humanmedizinischen Gesundheits- und Pflegeberufen arbeiten und keine andere Möglichkeit der Kinderbetreuung in Anspruch nehmen können, werden seit dem 26. März 2020 als Härtefälle im Sinne der Ziffer 4 der Allgemeinverfügung vom 16. März 2020 behandelt. Für ihre Kinder ist somit auch dann eine Notfallbetreuung sicherzustellen, wenn nur ein Personensorgeberechtigter in den Gesundheitsberufen arbeitet und der zweite Personensorgeberechtigte nicht in einer der systemrelevanten Berufsgruppen arbeitet. Hierzu gehören regelmäßig nicht die Beschäftigten in der allgemeinen Verwaltung.

Zu den humanmedizinischen Gesundheits- und Pflegeberufen gehören insbesondere humanmedizinische Tätigkeiten in Kliniken (Ärzte und Ärztinnen, Krankenschwestern und Krankenpfleger), Allgemein-/Praktische Ärzte und Ärztinnen, Zahnärzte und Zahnärztinnen, medizinischer Fachangestellter und medizinische Fachangestellte, Apotheker und Apothekerinnen, Beschäftigte beim Rettungsdienst sowie in stationären Pflegeeinrichtungen der Altenhilfe, Beschäftigte, die unmittelbar mit der Herstellung-, Prüfung- und dem Transport von Arzneimitteln, Hygieneartikeln oder Desinfektionsmitteln befasst sind.

Bei der Notfallbetreuung ist insgesamt restriktiv zu verfahren. Auch alle Kinder von Eltern, die einer der zuvor genannten Berufsgruppen angehören, sollen grundsätzlich zu Hause bleiben. Der gesundheitliche Schutz der Kinder und des Personals in den Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege hat bei allen Entscheidungen über die Notfallbetreuung oberste Priorität. Deshalb ist es auch weiterhin das Ziel, die Gruppen in der Notfallbetreuung so klein wie möglich einzurichten. Die Letztentscheidung liegt beim örtlich zuständigen Jugendamt.

Insbesondere Eltern, die im Schicht- oder Bereitschaftsdienst tätig sind, werden gebeten zu prüfen, ob die bewilligte Notfallbetreuung jeweils in Anspruch genommen werden muss oder individuelle Lösungen genutzt werden können, um die Infektionsrisiken in der Notfallbetreuung zu reduzieren. Wird Urlaub bewilligt oder in Anspruch genommen, das Homeoffice angeordnet oder entfällt der Grund der Notfallbetreuung aus anderen Gründen, ist auch die Betreuung einzustellen. Eltern haben derartige Veränderungen unaufgefordert gegenüber der Leitung der Kindertageseinrichtung bzw. der Kindertagespflegeperson mitzuteilen. Dies ist mit den Eltern ausdrücklich zu kommunizieren.

Kinder, die sich innerhalb der letzten 14 Tage innerhalb eines Risikogebiets entsprechend der aktuellen Festlegung durch das Robert Koch Institut (RKI) aufgehalten haben (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html), akut mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert sind oder Grippesymptome (Husten, Schnupfen oder Fieber) aufweisen, müssen zu Hause bleiben und dürfen nicht in der Notfallbetreuung betreut werden.

Auch Personen, die sich in den letzten 14 Tagen in Risikogebieten im Ausland oder besonders betroffenen Regionen im Inland nach RKI-Klassifizierung aufgehalten haben, dürfen Einrichtungen der Kindertagespflege und Kindertagespflegestellen nicht betreten.

Wer entscheidet, für welche Kinder die Notfallbetreuung greift?

Für die Kindertagesförderung (Krippe, Kindergarten, Hort und Kindertagespflege) entscheiden die zuständigen Jugendämter (örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe), welche Kinder in begründeten Ausnahmefällen in der Notfallbetreuung ab dem 17. März betreut werden können. Um den Übergang in die Vollziehung des vollständigen Besuchsverbotes zu erleichtern, können die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Entscheidungskompetenz zunächst auf die Träger der Kindertageseinrichtungen und Tagespflegepersonen übertragen.

Eltern, für die eine Notfallbetreuung in Ausnahmefällen in Frage kommen könnte, sollen sich deshalb zunächst an den Träger der Kindertageseinrichtung wenden.

Durch wen wird die Notfallbetreuung angeboten?

Die Notfallbetreuung wird durch die Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen angeboten. Durch eine betrieblich organisierte Notfallbetreuung, in der Kinder in größeren Gruppen gemeinsam betreut werden, können die Infektionsketten nicht durchbrochen werden. Deshalb ist eine solche zu unterlassen. Gleiches gilt für privatgewerbliche angebotene Kindertagesbetreuung.

Welche Hygienegrundsätze sollten bei der Notfallbetreuung beachtet werden?

Ergänzend zu den allgemeinen Hygienehinweisen insbesondere zu guter Händehygiene, zu Husten- und Niesetikette der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf der Homepage www.infektionsschutz.de und der dortigen Broschüre „Hygiene- Kinderleichter Schutz vor Infektionskrankheiten“, wird für die Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege empfohlen:

  • Kinder sollen, kurz bevor sie in die Notfallbetreuung gebracht werden, mit einem Elternteil gründlich die Hände gewaschen haben.
  • Handkontaktflächen (insbesondere Türklinken im Eingangsbereich) sollen morgens und bei Bedarf auch am Tag häufiger gereinigt werden.
  • Auch beim Abholen der Kinder sollen diese noch einmal in der Kindertageseinrichtung bzw. mit der Kindertagespflegeperson die Hände waschen.
  • Während der Bereuungszeit achten die Beschäftigten der Einrichtung bzw. die Tagespflegepersonen auf zusätzliches Händewaschen.
  • Die Betreuungsräume sollten häufig (mindestens 4mal täglich für 10 Minuten) gelüftet werden.

Ausweislich der weiterhin aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html) gibt es keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Situationen, in denen dies nicht empfohlen ist, ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, durch das zentrale Hygienemaßnamen - wie eine gute Händehygiene - vernachlässigt werden können.

Wie sind die Öffnungszeiten für die Notfallbetreuung

Die Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege während der Notfallbetreuung richtet sich grundsätzlich nach der jeweils erteilten Betriebs- bzw. Tagespflegeerlaubnis.

Welche arbeitsrechtlichen Folgen bestehen durch das Besuchsverbot und den Coronavirus SARS-CoV-2?

Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales befindet sich ein FAQ zu den arbeitsrechtlichen Auswirkungen des Coronavirus.

https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2020/corona-virus-arbeitsrechtliche-auswirkungen.html

Wie lange gilt das Besuchsverbot der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege?

Das Besuchsverbot gilt bis einschließlich Sonntag, den 19. April 2020.

Muss ich das Essen beim Caterer abbestellen?

Ja. Vorsorglich wird eine Abbestellung, wie auch beim Krankheitsfall des Kindes, empfohlen, sofern Sie hierzu keine andere Mitteilung vom Caterer erhalten.

Muss ich bei der Kindertageseinrichtung oder der Kindertagespflegeperson das Essen abbestellen?

Nein, für den Zeitraum der Untersagung des Besuchs der Kinder ist gegenüber dem Träger der Kindertageseinrichtungen oder der Kindertagespflegepersonen eine gesonderte Abmeldung für die Verpflegung nicht erforderlich.

Muss ich als Beschäftigte oder als Beschäftigter in einer Kindertageseinrichtung oder als Kindertagespflegeperson ab dem 16. März 2020 arbeiten?

Ja. Alle in einer Kindertageseinrichtung beschäftigten Personen und Kindertagespflegepersonen, die von ihrem Arbeitgeber nicht freigestellt worden sind, müssen ab dem 16. März 2020 weiterhin ihrer Tätigkeit nachgehen. Dies gilt nicht für Personen, die selbst erkrankt sind.

Für die Notfallbetreuung ab dem 17. März 2020 werden das pädagogische Personal und die Tagespflegepersonen benötigt. Die Arbeitgeber sind dabei gehalten, dafür zu sorgen, dass Beschäftigte, die nicht in der Notfallbetreuung tätig sind, möglichst zuhause bleiben – auch um für sie das Infektionsrisiko zu verringern.

Alle Tätigkeiten, die im Homeoffice ausgeübt werden können (Konzepterarbeitung für die frühkindliche Bildung, Dokumentationen zur alltagsintegrierten Beobachtung etc.), sind durch den Einrichtungsträger für das Homeoffice zu ermöglichen.

Auch Personen, die zunächst zu Hause sein sollten, könnten zu einem späteren Zeitpunkt in der Notfallbetreuung tätig werden. Hierüber entscheidet der jeweilige Arbeitgeber.

Personen, die 60 Jahre oder älter sind, Vorerkrankungen aufweisen, schwerbehindert oder schwanger sind, sollten für die Notfallbetreuung nicht eingesetzt werden. Wenn es möglich ist, sollen für die Notfallbetreuung in den Kindertageseinrichtungen auch keine Beschäftigten eingesetzt werden, die eigene Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren zu betreuen haben.

Personen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage innerhalb eines Risikogebiets entsprechend der aktuellen Festlegung durch das Robert Koch Institut (RKI) aufgehalten haben (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html), akut mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert sind oder Grippesymptome (Husten, Schnupfen oder Fieber) aufweisen, müssen zu Hause bleiben.

Erhalten die Kindertageseinrichtungen weiterhin die Entgelte zur Finanzierung der Kindertagesförderung?

Ja. Die Vereinbarungen nach § 24 Absatz 1 und 3 KiföG M-V bleiben von der Allgemeinverfügung unberührt.

Warum gilt ein Besuchsverbot für die Kindertagesförderung?

In der Stadt Wuhan (Volksrepublik China) trat im Dezember 2019 die Atemwegserkrankung COVID-19 auf, welche durch das neuartige Corona-Virus SARS-CoV-2 verursacht wird. Die Erkrankung breitet sich seitdem auch in anderen Ländern aus. Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen. Aktuell breitet sich der Virus zunehmend auch in Deutschland aus. Die WHO hat am 11.03.2020 das COVID-19-Erkrankungsgeschehen als Pandemie eingestuft.

Nach den bisherigen Erkenntnissen erkranken Kinder nicht schwer an COVID-19. Sie können aber, ebenso wie Erwachsene, ohne Symptome zu zeigen, Überträger des Coronavirus SARS-CoV-2 sein. Durch den vorherrschenden Übertragungsweg von SARS-CoV-2 der Tröpfcheninfektion kann es zu Übertragungen von Mensch zu Mensch kommen. Die Übertragungsgefahr ist bei Kindern besonders hoch, weil insbesondere kindliches Spiel in den Schulen, Kindertageseinrichtungen und bei Kindertagespflegepersonen regelmäßig mit einem spontanen und engen körperlichen Kontakt der Kinder untereinander einhergeht. Die Einhaltung der allgemein empfohlenen Hygieneetiketten ist – abhängig von dem Alter und dem Entwicklungsstand der Kinder – nicht immer umzusetzen. In Schulen und bei der Kindertagesförderung kann es unter ungünstigen Bedingungen zu einer Übertragung auf viele Personen kommen.

Die Ermittlung der Ansteckungswege kann in der gebotenen Zeit nicht mehr sicher und vollumfänglich gewährleistet werden.

Das Besuchsverbot ist weitreichend, dient aber der Prävention und dem Schutz der Bevölkerung, um die Ausbreitung des Virus weitgehend einzudämmen.