"Die Zusammenarbeit in Europa weiter verstärken"

Neujahrsempfang der Ministerpräsidentin in Neubrandenburg

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei ihrer Ansprache anlässlich ihres Neujahrsempfangs 2019 in NeubrandenburgDetails anzeigen
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei ihrer Ansprache anlässlich ihres Neujahrsempfangs 2019 in Neubrandenburg

Die Minister­prä­si­den­tin rief dazu auf, das Frie­dens- und De­mo­kra­tie­pro­jekt Eu­ro­pa zu stär­ken

Die Minister­prä­si­den­tin rief dazu auf, das Frie­dens- und De­mo­kra­tie­pro­jekt Eu­ro­pa zu stär­ken

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat auf ihrem Neujahrsempfang am 14. Januar vor rund 500 Gästen in Neubrandenburg dafür geworben, die Zusammenarbeit in Europa weiter zu verstärken und auszubauen:

Europa ist die größte Chance, die wir alle haben. Viel von dem, was wir in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erreicht haben, haben wir nur deshalb geschafft, weil wir weil eben nicht weiter den egoistischen, nationalistischen Weg gegangen sind, sondern uns als Teil von Europa verstehen und auch so handeln. Frieden, Freiheit, Wohlstand und guter Zusammenhalt - das ist Europa für uns.

Mecklenburg-Vorpommern sei heute eine Region mitten in Europa, in guter Partnerschaft mit allen Nachbarn. Schwesig: Das ist der Weg, den wir gehen. Und diesen Weg müssen wir weitergehen, um das Friedens- und Demokratieprojekt Europa zu stärken. Für uns und für unsere Kinder.

Gute Nachbarschaft im Ostseeraum

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Marschall Olgierd Geblewicz halfen beim Füttern der TiereDetails anzeigen
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Marschall Olgierd Geblewicz halfen beim Füttern der Tiere

Westpom­merns Mar­schall Ol­gierd Geble­wicz be­such­te im Au­gust 2018 Uecker­mün­de

Westpom­merns Mar­schall Ol­gierd Geble­wicz be­such­te im Au­gust 2018 Uecker­mün­de

Seit vielen Jahren pflege Mecklenburg-Vorpommern eine gute Nachbarschaft im Ostseeraum - nach Schweden, Dänemark, Finnland, ins Baltikum und nach Russland. Schwesig: Eine ganz besonders enge Partnerschaft verbindet uns mit Polen. Was wir mit unseren polnischen Nachbarn inzwischen über Grenzen hinweg an Gemeinsamkeit haben - das ist gelebtes Europa.

Ein sehr gutes Beispiel für die Zusammenarbeit sei das von der IHK Neubrandenburg betriebene Haus der Wirtschaft in Stettin, das Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze unterstütze. Auch in der Kultur, zwischen Schulen, in der Wissenschaft, zwischen Kommunen, Verbänden und Vereinen gebe es eine enge Zusammenarbeit.

Schwesig: Überall begegnen sich Menschen, die Nachbarn sind und sich für die Kultur und das Leben in ihrem Nachbarland interessieren. Davon lebt Europa. Dieser Zusammenhalt der Regionen spiegelt die Werte wider, für die Europa insgesamt steht.

Mecklenburg-Vorpommern erhielt 10 Milliarden Euro EU-Fördermittel seit 1991

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit dem Präsidenten der EU-Kommission Jean-Claude Juncker, einander zugewandtDetails anzeigen
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit dem Präsidenten der EU-Kommission Jean-Claude Juncker, einander zugewandt

Schwesig mit EU-Kom­mis­sions­prä­si­dent Jean-Claude Jun­cker im No­vem­ber 2018

Schwesig mit EU-Kom­mis­sions­prä­si­dent Jean-Claude Jun­cker im No­vem­ber 2018

Mecklenburg-Vorpommern habe sich auch dank der EU-Förderung in den letzten Jahren gut entwickelt, hob die Ministerpräsidentin hervor. Seit 1991 seien 10 Milliarden Euro an EU-Fördermitteln in das Land geflossen. Schwesig: Das ist im ganzen Land sichtbar: in der gut ausgebauten Infrastruktur, in den sanierten Schönheiten des Landes, den Hansestädten und historischen Seebädern. Viele zukunftsfähige Arbeitsplätze in modernen Wirtschafts­zweigen sind mit EU-Unterstützung entstanden.

Auch sozial habe das Land von EU-Geldern profitiert, zum Beispiel bei der Jugend- und Schulsozialarbeit oder der Qualifizierung von Arbeitslosen. Die Landesregierung setzt sich für eine gute Mittelausstattung aus den Europäischen Fonds in der nächsten Förderperiode (2021 bis 2027) ein, erklärte die Ministerpräsidentin. Das habe das Kabinett bei seinem Besuch in Brüssel in hochrangigen Gesprächen verdeutlicht.

30 Jahre friedliche Revolution und Mauerfall

Brandenburger Tor in Berlin mit QuadrigaDetails anzeigen
Brandenburger Tor in Berlin mit Quadriga

Das Brandenburger Tor - Symbol der Deutschen Einheit

Das Brandenburger Tor - Symbol der Deutschen Einheit

Vor dem Hintergrund des 30-jährigen Jubiläums von friedlicher Revolution und Mauerfall 1989 erinnerte die Ministerpräsidentin an immer noch bestehende Unterschiede zwischen Ost und West. Sie setze sich deshalb dafür ein, dass es auch nach 2020 eine besondere Förderung strukturschwacher Regionen gebe, dann allerdings in Ost und West. Wir müssen am Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse festhalten - egal, ob in der Stadt oder auf dem Land, egal, ob in Ost oder West Diese klare Forderung des Grundgesetzes dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Ostdeutsche Lebensleistungen müssten stärkere Anerkennung finden.

Die Jahre 1989 und 1990 hätten das Leben vieler Menschen im Land geprägt, die junge Generation kenne die Ereignisse jedoch nur noch aus Erzählungen der Eltern und dem Geschichtsunterricht. Deshalb sei es ihr ein besonderes Anliegen, daran zu erinnern, was damals war. An diejenigen, die damals für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen sind, erklärte die Ministerpräsidentin.

Drei Verdienstorden des Landes verliehen

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit Gudrun Riedel (links), Christoph Müller und Helga BomblitzDetails anzeigen
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit Gudrun Riedel (links), Christoph Müller und Helga Bomblitz

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit Gudrun Riedel (links), Christoph Müller und Helga Bomblitz

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit Gudrun Riedel (links), Christoph Müller und Helga Bomblitz

Im Rahmen des Neujahrsempfangs verlieh die Ministerpräsidentin den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern an Helga Bomplitz aus Dalberg (Landkreis Vorpommern-Greifswald), Christoph Müller aus Sassnitz (Landkreis Vorpommern-Rügen)  und an Gudrun Riedel aus Strasburg (Landkreis Vorpommern-Greifswald).

Mit dieser hohen Auszeichnung ehre das Land Menschen, die etwas ganz Besonderes, etwas Herausragendes geleistet haben für unser Land und für unser Miteinander hier in Mecklenburg-Vorpommern, so Schwesig.

Helga Bomblitz, Jahrgang 1940, engagiere sich bereits seit Jahrzehnten für Seniorinnen und Senioren. Seit 1991 ist sie unter anderem Vorsitzende des von ihr gegründeten "Landesrings Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Seniorenrings e.V." Als Vorsitzende ist sie auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene aktiv. Mit ihrem ganzen Herzen und viel persönlichem Einsatz hat Frau Bomplitz die Interessen älterer Menschen in unserem Land vertreten und ihre Erfahrungen und Kenntnisse eingesetzt, um Toleranz und Verständnis zwischen den Generationen voranzubringen. Für ihre außergewöhnlichen Verdienste und ihr andauerndes Engagement darf ich sie mit dem Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern auszeichnen. Ich spreche Frau Bomplitz meinen Respekt und meine Anerkennung aus, so die Ministerpräsidentin.

Christoph Müller, Jahrgang 1938, verschenkte hunderte wertvolle Gemälde und Grafiken an Museen. Die Werke hatte er zuvor mit großer Leidenschaft, Fachverstand und Klugheit gesammelt. Mecklenburg-Vorpommern profitierte unter anderem von einer wertvollen Sammlung von über 150 niederländischen Werken für das Staatliche Museum Schwerin und fast 400 Arbeiten dänischer Künstler aus dem 19. Jahrhundert für die Präsentation im Pommerschen Landesmuseum Greifswald. Die Sammelleidenschaft von Christoph Müller ist unser Glück, so Schwesig. Mecklenburg-Vorpommern blicke auf eine lange Kulturgeschichte zurück. Wir sind sehr stolz auf unsere reiche Kunst- und Kulturlandschaft, die durch Müllers Beiträge noch mehr dazugewonnen hat.

Gudrun Riedel, Jahrgang 1954, hat sich ihr ganzes Leben für andere Menschen eingesetzt. Auf ihre Initiative wurde zum Beispiel 2015 ein Runder Tisch für Flüchtlingshilfe in Strasburg gegründet, der sich um die Betreuung und Unterstützung von Flüchtlingen kümmerte. Nach der Wende baute Frau Riedel unter anderem eine Beratungsstelle für Ehe- und Familienberatung auf und gründete gemeinsam mit einer Kollegin den evangelischen Beratungsdienst Nordost gGmbH. Sein Angebot gilt Erwachsenen, Kindern, Jugendlichen, Paaren und Familien. Es geht z.B. um Erziehungsberatung oder Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung. Die Ministerpräsidentin: Gudrun Riedel hat sich ihr ganzes Leben für andere Menschen eingesetzt. Ich danke ihr für dieses außergewöhnliche Engagement und freue mich, ihr den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu verleihen.