Schwesig: Wir wollen alles dafür tun, dass Lichtenhagen nicht wieder passiert

Nr.180/2017  | 22.08.2017  | MP  | Ministerpräsidentin

„Wir wollen an die schrecklichen Ereignisse im Sonnenblumenhaus in Lichtenhagen erinnern, die vor genau 25 Jahren begonnen haben. Und wir wollen alles dafür tun, dass sich Ereignisse wie im August 1992 in Deutschland nie mehr wiederholen“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf der Festveranstaltung in Erinnerung an die rassistischen Ausschreitungen am Dienstag in der Rostocker Marienkirche.

Die furchtbaren Bilder seien immer noch in Erinnerung: „Ich war 18, als ich die schlimmen Nachrichten aus Rostock hörte: aufgebrachte Bürgerinnen und Bürger, die die Zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge angriffen, die immer wütender wurden, immer aggressiver. Aufgestachelt von Beifall klatschenden Schaulustigen, von Rechtsgesinnten aus ganz Deutschland und begünstigt durch überforderte Verantwortliche.“

An den Vorfällen gebe es nichts zu beschönigen. Schwesig: „Sie mahnen und verpflichten uns bis heute auf besondere Weise. Wir haben diese Verpflichtung angenommen. Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, dass wir den Kampf gegen den Rechtsextremismus als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehen. Mit konsequenter Bekämpfung rechtsextremistischer Straftaten, mit unseren Regionalzentren für demokratische Kultur, mit landesweiten Bündnissen wie „Wir. Erfolg braucht Vielfalt“ und vor allem mit vielen bunten Initiativen vor Ort.“

Ziel müsse es sein, die Menschen vor Ort zu erreichen, gerade auch junge Menschen, die sich abgehängt fühlten, die dann leicht empfänglich für radikale Ideologien seien. „Da müssen wir präventiv arbeiten.“ Deswegen sei es besonders wichtig, dass die Politik diejenigen unterstütze und stärke, die sich für Demokratie einsetzen würden. „Jede und jeder in unserem Land ist gefordert, sich rechtsextremistischen Tendenzen entschieden entgegenzustellen, denn von Hass und Hetze ist es nicht mehr weit bis zur ausgeübten Gewalt“, betonte die Regierungschefin.

Nach der Veranstaltung wurde am Rostocker Rathaus eine Stele zur Erinnerung an die Ereignisse vom August 1992 der Öffentlichkeit übergeben.