Schwesig verleiht Landeskulturpreis und Kulturförderpreis

Nr.265/2017  | 29.11.2017  | MP  | Ministerpräsidentin

„Die Landesregierung ehrt mit dem Kulturpreis besondere kulturelle und künstlerische Leistungen in unserem Land und damit auch Persönlichkeiten oder Initiativen, die auf einzigartige Weise das Kulturland Mecklenburg-Vorpommern mitgestalten. Für mich ist die Kultur- und Kunstszene in unserem Land etwas ganz Besonderes“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Mittwoch bei der Verleihung des Kulturpreises und des Kulturförderpreises in Schwerin.  

Das Land habe eine lebendige Kulturszene. Manches davon reiche in die Zeit der DDR zurück. Vielleicht seien diese Traditionen nicht immer genug sichtbar gemacht worden. Schwesig: „Die großen Veränderungen der Wende haben die Kunst- und Kulturszene in unserem Land radikal verändert. Mehr als je zuvor ist jetzt Eigeninitiative die wichtigste Eigenschaft, um Kunst und Kultur wirksam werden zu lassen. Viele Künstlerinnen und Künstler füllen diesen Freiraum inspiriert und fantasievoll aus. Sie alle zeigen: Man kann hier in Mecklenburg-Vorpommern etwas bewegen, „man kann hier mit guten Ideen und Selbstvertrauen unglaublich viel schaffen und erreichen“.

Mit dem Landeskulturpreis wird der Fotograf Hans Pölkow geehrt. Sein breit gefächertes Werk zeige eindrucksvoll und ist ein gutes Beispiel dafür, „dass die spezifische Kunst- und Kulturgeschichte der DDR inzwischen auch Teil einer gesamtdeutschen Kunstgeschichte ist.“ 

„Das künstlerische Schaffen des Ausgezeichneten ist neben seinem künstlerischen Rang auch von unschätzbarem dokumentarischem Wert. Seit 60 Jahren widmet er sich der Künstlerfotografie. In seinem Werk verbinden sich auf einzigartige Weise ein sicheres künstlerisches Urteil, der Instinkt für den fotografisch fruchtbaren Moment und die taktvolle Annäherung an den Portraitierten. Dazu kommen journalistischer Ehrgeiz und Geschick. Die besten Portraitfotografien mecklenburgischer Künstler, von denen viele schon verstorben sind, verdanken wir Herrn Pölkow und seiner Kunst.“ So habe das Land beispielsweise Fotografien von Otto Neimeyer-Holstein und Jo Jastram für seine Kunstsammlung erworben, das Staatliche Museum habe 2016 ein Bildnis von Günther Uecker gekauft. „All das sind Zeichen der hohen Wertschätzung für den Geehrten und sein Werk.“ 

Der Kulturförderpreis des Landes geht an das Festival polenmARkT. Schwesig: „Es ist das größte Festival polnischer Kultur außerhalb Polens. Und in Greifswald und Umgebung ist es eine feste Größe, die aus der Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken ist. Was als „Polnischer Kulturabend“ begonnen habe, sei heute ein Fest mit mehr als 30 Einzelveranstaltungen mit klassischen Formaten wie Konzerten, Lesungen und Vorträgen. Aber auch mit Workshops zu interkulturellen Themen, mit Polnisch-Crash-Kursen oder Kochabenden. „Alle Generationen finden passende Angebote, Kinder und Jugendliche werden besonders angesprochen. Gerade das finde ich besonders gut: Die Generation mit den polnischen Nachbarn, mit der polnischen Kultur vertraut zu machen, die morgen das grenzüberschreitende Zusammenleben mitgestalten wird.“ 

Hinter dem Festival stehe der polenmARkT e.V., ein Team ehrenamtlicher Aktiver. „Das ist ein großartiges Engagement für die Kultur, für den lebendigen Austausch und die Verständigung unserer Völker auf beiden Seiten der Grenze. Danke für die Initiative und für den unermüdlichen Einsatz“, betonte Schwesig.