Schwesig: Kampf für gleiche Teilhabe von Frauen und Männern muss weitergehen

Schwesig in Aktueller Stunde: "Voll­stän­di­ge Gleich­stel­lung ist noch nicht er­reicht" © Staatskanzlei Details anzeigen
Schwesig in Aktueller Stunde: "Voll­stän­di­ge Gleich­stel­lung ist noch nicht er­reicht" © Staatskanzlei
Schwesig in Aktueller Stunde: "Voll­stän­di­ge Gleich­stel­lung ist noch nicht er­reicht" © Staatskanzlei
Schwesig in Aktueller Stunde: "Voll­stän­di­ge Gleich­stel­lung ist noch nicht er­reicht" © Staatskanzlei
Nr.304/2018  | 21.11.2018  | MP  | Ministerpräsidentin

In der Aktuellen Stunde des Landtages wurde heute an die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland im Herbst 1918 erinnert. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bezeichnete die Einführung des Frauenwahlrechts als „echten Meilenstein“ auf dem Weg zur Gleichstellung von Männern und Frauen.

 Das Thema „Gleichstellung“ sei aber auch 100 Jahre später noch von großer Aktualität. Denn trotz großer Fortschritte sei die vollständige Gleichstellung noch nicht erreicht „Der Kampf für gleiche Teilhabe von Frauen und Männern muss weitergehen. Alle Akteure in der Politik, in der Wirtschaft, in allen Bereichen der Gesellschaft müssen sich dafür stark machen, dass Chancengleichheit wirklich gelebt und umgesetzt wird“, forderte die Ministerpräsidentin gleich zu Beginn ihrer Rede.

 Als ostdeutsches Bundesland habe Mecklenburg-Vorpommern eine besondere Tradition bei der Gleichstellung. „Im Osten gibt es seit langem eine dichte Infrastruktur an Krippen, Kindergärten und später auch Horten an den Schulen. Das hat das Selbstverständnis bestimmt: Es war keine Schande, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Im Gegenteil. Es war eine Selbstverständlichkeit“, so Schwesig. Dieses Selbstverständnis habe nach 1990 auch das vereinte Deutschland geprägt. „Ich bin überzeugt: Ohne die Erfahrungen des Ostens hätten wir bis heute keinen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Wir hätten keine erfolgreichen 24-Stunden-Kitas.“

 „Im Grundsatz hat sich manches bewegt. Auf vielen Ebenen. Im Konkreten gibt es aber noch viel zu tun“, sagte Schwesig mit Blick auf die Gleichstellung in unserer heutigen Gesellschaft. „Zum Beispiel bei der Lohngerechtigkeit. Oder bei der Repräsentanz von Frauen in den wichtigen Gremien aller gesellschaftlichen Bereiche.“

 Ein leider immer noch aktuelles Thema sei Gewalt gegen Frauen. „Die Bundesfamilienministerin hat hierzu gerade gestern eine Studie mit erschütternden Zahlen vorgelegt. Es ist wichtig, dass Frauen wissen, dass sie in einer solchen Situation nicht allein sind. Und es ist ebenso wichtig, dass wir eine Infrastruktur vorhalten, die Frauen bei Gewalterfahrungen unterstützt“, sagte die Ministerpräsidentin.

 Zum Abschluss ihrer Rede kritisierte Schwesig, dass der Einsatz für Frauenrechte in den letzten Jahren wieder schwieriger geworden sei. „Der Einsatz für Gleichstellung, für Frauenrechte wurde immer angefeindet. Manchmal versteckt, manchmal offen. Inzwischen ist es aber so: Die Forderung nach gleichen Rechten und gleichen Chancen für Frauen und Männer – und nach konkreten Maßnahmen, um das zu verwirklichen – diese Forderung zieht verstärkt Abneigung, Wut, ja Feindseligkeit nach sich. Gerade in den sozialen Netzwerken“, bemängelte die Ministerpräsidentin.

 Dabei sei die Gleichstellung von Männern und Frauen elementarer Bestandteil der Demokratie. „Wer Frauenrechte angreift, greift Freiheitsrechte an“, mahnte Schwesig. „Auch deshalb ist es wichtig, dass sich immer mehr Frauen politisch engagieren. Dass mehr Frauen in den Parlamenten sitzen und mitentscheiden. Dass Frauen in der Wirtschaft, in der Wissenschaft, in der Kultur ihren gleichberechtigten Platz einnehmen.“