Schwesig: Dreistufenplan für Zeit nach dem Waldbrand

Nr.185/2019  | 05.07.2019  | MP  | Ministerpräsidentin

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich heute bei Landrat Stefan Sternberg über die aktuelle Lage beim Waldbrand bei Lübtheen informiert. „Es ist gut, dass die meisten evakuierten Bürgerinnen und Bürger in ihre Orte zurückkehren konnten. Das ist eine großartige Leistung der Hilfskräfte. Sie setzen jetzt alles daran, dass auch die Bürgerinnen und Bürger in Alt Jabel möglichst schnell nach Hause können. Dann wird es darum gehen, den Brand vollständig zu löschen. Ich habe am Dienstag und Mittwoch vor Ort an mehreren Sitzungen des Einsatzstabes teilgenommen und vor allem viele Helferinnen und Helfer getroffen. Alle geben ihr Bestes, um das Feuer zu bekämpfen. Ich danke Landrat Sternberg dafür, dass er diesen Einsatz mit großer Entschlossenheit und viel Übersicht leitet. Das ist sehr gute Arbeit“, erklärte Schwesig heute. 

„Ich habe mit dem Landrat, dem Innen- und dem Landwirtschaftsminister ein dreistufiges Verfahren verabredet, wie wir weiter vorgehen wollen. Kurzfristig brauchen wir ein Nachsorgekonzept, damit das Feuer nicht wieder aufflammen kann. Dazu gehört, dass die Bundesforst die Nachsorge betreibt. Das Land wird die Ausstattung der Feuerwehren zur Bekämpfung von Waldbränden mit neuen Fahrzeugen verbessern. Zuerst in Lübtheen“, sagte Schwesig weiter. 

„Mittelfristig brauchen wir vor allem ein Räumungskonzept für den alten Truppenübungsplatz. Der Bund hat 50 Millionen Euro für die Nachsorge auf dem Platz eingeplant. Unsere Erwartung ist, dass diese Mittel schneller als geplant zum Einsatz gebracht werden. Es muss zunächst vor allem darum gehen, Munitionsreste in einem 1000-Meter-Streifen rund um die 15 angrenzenden Orte zu beräumen. Es kann nicht sein, dass die Feuerwehr dort im Brandfall nicht frei agieren kann. Gleichzeitig muss mit forstlichen Maßnahmen an den Waldrändern der Brandschutz verbessert werden. Die Landesregierung wird eine Interministerielle Arbeitsgruppe einrichten, die ein landesweites Konzept zum Umgang mit munitionsbelasteten Flächen erarbeitet“, kündigte Schwesig an. 

Langfristig müssten Bund und Länder darüber sprechen, wie bei Brandkatastrophen noch effektiver zusammengearbeitet werden könne. „Wir denken beispielsweise an eine Nationale Einsatztruppe für Katastrophen wie Waldbrände“, sagte die Ministerpräsidentin.