Schwesig: Ostdeutsche Frauen haben ganz Deutschland moderner gemacht

Nr.51/2020  | 05.03.2020  | MP  | Ministerpräsidentin

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat auf ihrem heutigen Frauentagsempfang den Anteil der Frauen an der guten Entwicklung des Landes in den vergangenen 30 Jahren hervorgehoben: „Wir können stolz sein auf das, was wir alle miteinander in diesem Land erreicht haben. Mecklenburg-Vorpommern ist in den vergangenen Jahren schöner, besser und lebenswerter geworden. All das haben wir gemeinsam geschafft, Männer und Frauen.“

Ostdeutsche Frauen hätten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft in ganz Deutschland geleistet. „Die Selbstverständlichkeit, dass Frauen berufstätig sind und in allen Berufen etwas leisten können, die bringen wir Ostfrauen ins vereinigte Deutschland ein.“ Das gelte auch für die Forderung nach Rahmenbedingungen, die Frauen Erwerbstätigkeit erst ermöglichten. Als Beispiel dafür nannte die Ministerpräsidentin die Kinderbetreuung. Schwesig: „Mittlerweile setzt sich dieses moderne Frauenbild in ganz Deutschland mehr und mehr durch. Die Frauen in Ostdeutschland haben ganz Deutschland moderner, familienfreundlicher und gleichberechtigter gemacht.“

Die Ministerpräsidentin verwies in ihrer Rede auf die gestiegenen Chancen für Frauen in der Arbeitswelt: „Bei uns in Mecklenburg-Vorpommern sind ein Drittel aller Selbstständigen Frauen. Damit liegen wir in ganz Deutschland auf Platz 4.“

Auch was Frauen in Führungspositionen angehe, stehe Mecklenburg-Vorpommern relativ gut da. 32 Prozent Frauen in den ersten Führungsebenen der Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten und 50 Prozent Frauen im mittleren Management seien mehr als der Bundesdurchschnitt von 26 bzw. 40 Prozent. „Wir als Landesregierung unterstützen Frauen, die in Führungspositionen wollen. Es gilt, weiter dicke Bretter zu bohren und auf unsere Stärken zu setzen. Wir haben viele gut qualifizierte, engagierte Frauen, eine gute Kinderbetreuung und seit mehr als 30 Jahren die Haltung: Frauen arbeiten genauso wie Männer.“

Das müsse sich auch im Alter widerspiegeln. „Zwei Drittel der Menschen, die trotz eines Arbeitslebens von mehr als 35 Jahren mit weniger als 900 Euro Rente im Monat auskommen müssen, sind Frauen. Deshalb ist es wichtig, dass jetzt die Grundrente kommt. Besonders für Frauen, besonders in Ostdeutschland. Die Grundrente ist auch eine Respekt-Rente für die ostdeutsche Aufbaugeneration. Für die Frauen, die in deren Leben vieles anders gekommen ist, als man dachte“, betonte die Ministerpräsidentin.

Die Ministerpräsidentin dankte allen, die sich für Gleichstellung im Land engagieren: „Ich danke denjenigen, die sich für Frauen stark machen, ob im Landesfrauenrat, in Frauenhäusern, Beratungsstellen, Arbeitsagenturen, Gewerkschaften oder Unternehmerverbänden. Genauso danke ich denjenigen, die Frauen zur Seite stehen, die Gewalt erleben.“

Auf dem Empfang zeichnete die Ministerpräsidentin gemeinsam mit Sozialministerin Stefanie Drese, Katharina Clausohm aus Neverin, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, mit dem Titel „Frau des Jahres“ aus. Frau Clausohm ist Geschäftsführerin der Clausohm-Software GmbH. Schwesig: „Frau Clausohm managt seit 30 Jahren mit großer Leidenschaft und sehr erfolgreich ihr Unternehmen. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit in ihrem international bekannten Softwareunternehmen mit 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sie in ihrer Region auch ehrenamtlich aktiv, vor allem auf dem Gebiet der Berufsvorbereitung, der Sportförderung und des Klimaschutzes. Dabei hat sie die Stärkung des ländlichen Raumes immer fest im Blick. Frauen wie Frau Clausohm sind Vorbilder in unserer Gesellschaft. Ihr Engagement verdient höchste Anerkennung.“