#menschMV. Demokratie im Dialog. 30 Jahre Mecklenburg-Vorpommern

300 Video-Clips geben 300 Einwohnerinnen und Einwohnern eine Stimme

Das Medienzentrum Greifswald e.V. produziert im Rahmen von "30 Jahre M-V" 300 Video-Clips von 90 Sekunden Länge, die über das gesamte Jahr 2020 verteilt veröffentlicht werden. 300 Bürgerinnen und Bürger schildern ihre Sicht auf die vergangenen 30 Jahre, erzählen, wie es ihnen heute geht und was sie von der Zukunft erwarten. Das Medien­zentrum Greifs­wald e.V. produziert die Videos in 162 Orten im ganzen Land. Die in den Clips geäußerten Meinungen und Ansichten sind persönlicher Art und repräsentieren nicht notwendigerweise die Meinungen und Ansichten der Landesregierung.

Im November 2020 veröffentlichte Video-Clips

Ute, 67, Zinnowitz

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Bis 1991 arbeitete Ute auf der Peenewerft, doch nach der Wende wurden viele Frauen entlassen. Mit 39 Jahren ging sie nochmals in die Lehre und fand eine neue Berufung als Vermessungstechnikerin. Heute engagiert sie sich im Heimatmuseum Zinnowitz und versucht, in jungen Menschen die Begeisterung für lokale Geschichte zu wecken.

Vladyslav, 26, Sellin

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Als Vladyslav 13 war, ist er mit seiner Mutter und seiner Schwester von der Ukraine ins brandenburgische Schwedt/Oder gezogen. Mittlerweile betrachtet er diesen Ort auch als seine Heimat. Nach seiner Ausbildung zum Sport- und Fitness-Kaufmann kam er auf die Insel Rügen.

Wilfried, 63, Tessin

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Wilfried engagiert sich beim Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern in dem Arbeitskreis Ortschronisten. In einem Online-Portal im Auftrag der Landesregierung sammeln die Mitglieder unter seiner Leitung Chroniken und schreiben sie auf. Auch in seinem Beruf als Museologe setzt er sich dafür ein, Geschichte zu bewahren und an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.

Saoud, 41, Alt Kentzlin

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Saoud schloss 2004 in Homs in Syrien sein Chemieingenieurwesen-Studium ab. 2011 brach der Krieg aus und 2013 wurde seine Holzkohle-Fabrik zerstört. Er wollte die Zukunft seiner Kinder retten und flüchtete 2016 aus Syrien nach Deutschland. In MV bekam er die Möglichkeit, in einer deutschen Familie zu leben. Heute möchte er dem Land etwas zurückgeben und stellt mithilfe seines Fachwissens schwarze Erde her, einen besonders fruchtbaren Boden.

Johannes, 34, Richtenberg

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Ob Schwalbe, Trabbi oder Wartburg, Johannes' großes Hobby sind Fahrzeuge aus dem Ostblock. Mit den alten Fahrzeugen unterwegs zu sein und an ihnen herumzuschrauben macht ihn glücklich und verbindet ihn mit einem Freundeskreis von Gleichgesinnten.

Gosia, 35, aus Danzig in Wieck

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Als Saisonkraft ist Gosia viel in Europa unterwegs - sie liebt das Abenteuer und in der Welt herumzukommen. Bis zum Ende der Saison arbeitete sie in einem Hotel auf Rügen. Sie sagt, das Rügen unter Polen zum Arbeiten sehr beliebt sei, weil es noch nah an der Heimat ist. Während sie hier in der Küche arbeitet, denkt sie oft an Polen und beobachtet die Entwicklungen dort mit Sorge.

Alexander, 43, Teterow

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Alexander hat viele Jahre als Facharzt in der Großstadt praktiziert. Heute ist er ärztlicher Direktor auf dem Land. Er wünscht sich eine breite gesellschaftliche Debatte um die Frage, wie die medizinische Versorgung auf dem Land in Zukunft aussehen soll. Maximales Gewinndenken privater Krankenhäuser könne nicht die Lösung sein, vielmehr müssten erwirtschaftete Gewinne reinvestiert werden – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten.

Justin, 19, Bad Doberan

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Justin macht zur Zeit eine Ausbildung als Industriekaufmann. In seiner Freizeit dreht er Filme. Gemeinsam mit Freunden ist er immer auf der Suche nach Geschichten und Sagen seiner Region, um sie filmisch umzusetzen.

Markus, 32, und Schakan, 16, Schloßstadt Klütz

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Die Kampfkunstszene in MV ist sehr klein. Kampfsport hat in der DDR faktisch keine Rolle gespielt. Markus und Schakan praktizieren Budo („Weg des Krieges“) und versuchen, ihren Sportverein zu etablieren. Mit Kampf und Gewalt hat dies jedoch nichts zu tun. Vielmehr offenbaren sich durch Budo Disziplin, Willensstärke und Offenheit für jeden Einzelnen.

Christian, 66, Dänische Wieck

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Schon als kleiner Junge liebte Christian die See. Nach seinem Studium der Nautik konnte er dennoch mehrere Jahre nicht zur See fahren, da seine Oma in den Westen übersiedelte. Die Wende kam für Christian gerade rechtzeitig, wie er in seiner Stasi-Akte sehen konnte. Auch den 3. Oktober verbrachte er auf einem Schiff. Was dann geschah, sehen Sie in diesem Video-Clip.

Alex, 31, Neubrandenburg

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Alex ist lange von Neubrandenburg nach Hannover gependelt. Doch zuhause bei seiner Familie zu sein, ist ihm heute wichtiger. MV bedeutet für ihn Ruhe und Entschleunigung. Hier hat er auch genug Platz für seine Schuhe. Denn Alex sammelt mit großer Leidenschaft Turnschuhe und Sneakers. Und manche von ihnen sind sogar eine richtige Wertanlage.