Impfen? – „Wissen schützt!“ startet in den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern

Nr.400/18  | 29.11.2018  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

Mecklenburg-Vorpommern belegt beim Thema Impfen einen bundesweiten Spitzenplatz – das zeigen aktuelle Einschulungsuntersuchungen. Bei der Schutzimpfung gegen die Masern ist MV neben Brandenburg das einzige Bundesland, welches die empfohlene 95 Prozent-Impfquote bei der zweiten Masern-Impfung erreicht. Doch wie kann man die Impfquoten auf diesem Niveau halten? Jetzt hält das Impfthema unter dem Titel „Wissen schützt!“ Einzug in die Schulen des Landes.

 

„Präventive Impfungen sind bisher die einzige Möglichkeit, um vor Infektionskrankheiten zu schützen, für die es keine oder nur eingeschränkte Therapiemöglichkeiten gibt. Durch Impfungen lassen sich entsprechend schwere Verläufe verhindern. Mit dem Projekt ´Wissen schützt´ werden Kinder und Jugendliche an den Schulen fächerübergreifend gezielt über Infektionskrankheiten, deren Folgen sowie dem Nutzen von Impfungen informiert. Im Schulunterricht kann auf diese Weise über Unsicherheiten bezüglich des Gesundheitsschutzes und des Nutzens von Impfungen informiert werden. Das ist ein wichtiger Beitrag, um die Gesundheitskompetenz der Schülerinnen und Schüler weiter zu fördern“, betont der Gesundheitsminister des Landes Harry Glawe zum Start von „Wissen schützt!“ in der Ostsee-Schule Wismar stellvertretend für alle Schulen im Land. Minister Glawe dankte allen Lehrerinnen und Lehrern sowie Kooperationspartnern, die das Projekt unterstützen.

 

Das Programm „Wissen schützt!“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I (Klassenstufe 5-10) und kann in allen Schularten eingesetzt werden. Interessierte Schulen des Landes erhalten ab sofort Unterrichtmaterialien, um das Wissen der Jugendlichen über das menschliche Immunsystem, Infektionskrankheiten und die Bedeutung des Impfschutzes zu vertiefen. Die Inhalte der Unterrichtsmaterialien wurden durch das Zusammenwirken vieler Akteure insbesondere durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales erstellt und bieten ein umfangreiches Portfolio u.a. Informationstexte, Video-Clips, Übersichtskarten und Arbeitsblätter. Dabei kann der Lernstoff nicht nur im Biologieunterricht und in den naturwissenschaftlichen Fächern eingesetzt werden, sondern bietet auch Methoden, die sich für die Unterrichtsfächer Deutsch, Gesellschaftswissenschaften oder Lebensgestaltungskunde eignen. Verantwortliche Lehrerinnen und Lehrer erhalten dazu eine geeignete Impffortbildung durch die Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung (inteam). Aktuell sind bereits Pädagogen von 46 Schulen aus dem ganzen Land qualifiziert worden. Die Kosten für die Unterrichtsmaterialien und Schulungen übernimmt die AOK Nordost.

 

„Wir wollen Schülerinnen und Schüler aufklären, vor welchen Krankheiten sie sich mit einer Impfung schützen können. ´Wissen schützt!´ verstehen wir wortwörtlich“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Wer Bescheid weiß, kann Risiken einschätzen und gezielt eine Entscheidung treffen. Außerdem trägt die Kampagne dazu bei, gerade bei jungen Menschen mit Impfmythen aufzuräumen. Lehrerinnen und Lehrern stehen Materialien zur Verfügung, die sie in ihrem Unterricht verwenden können. Das ist eine gute Sache“, sagte Hesse.

 

Trotz der Möglichkeit, durch entsprechende Impfungen Erkrankungen vorzubeugen, erkranken in Deutschland immer noch viele Menschen an vermeidbaren Infektionserkrankungen. Ein bekanntes Beispiel sind die Masern. Es war ein angestrebtes Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern in Europa bis zum Jahr 2015 zu eliminieren. Dafür empfiehlt die WHO eine Impfquote von mindestens 95 Prozent. In Deutschland lag sie bei den Schuleingangsuntersuchungen 2016 bei der zweiten Masern-Impfung jedoch nur bei 93 Prozent. Insgesamt nimmt Mecklenburg-Vorpommern die Spitzenposition in der deutschen Impfstatistik ein. Mit einer Quote von beispielsweise 97 Prozent für Diphtherie, Tetanus, Polio und Pertussis, 96 Prozent bei Röteln oder 95 Prozent bei der Meningokokken- und Hepatitis-B-Schutzimpfung führt Mecklenburg-Vorpommern die Impfstatistik in Deutschland an.

 

Das Programm „Wissen schützt!“ an Schulen soll dazu beitragen, dass dieser hohe Impfschutz in Mecklenburg-Vorpommern erhalten bleibt. Damit bekräftigen die Kooperationspartner - die Ministerien für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit und Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes, die AOK Nordost sowie der Verein zur Förderung der Prävention in M-V - die Botschaft der im Oktober gestarteten Impfkampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ (www.mv-impft.de), auch als Appell an andere Bundesländer und deren Bürgerinnen und Bürger.

 

Statements der Kooperationspartner

 

Werner Mall, Unternehmensbereichsleiter Prävention bei der AOK Nordost

„Infektionskrankheiten darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen! Impfen ist die wirksamste Gesundheitsvorsorge überhaupt – für sich selbst und für andere. Gut, dass dieses Thema mit dem Programm ´Wissen Schützt!´ jetzt auch im Schulunterricht in Mecklenburg-Vorpommern seinen Platz bekommt.“

 

Dr. Martina Littmann, Landesamt für Gesundheit und Soziales MV (LAGuS)

„Hohe Impfquoten sind keine Selbstläufer. Deshalb müssen wir gemeinsam immer wieder neue Möglichkeiten suchen, die Menschen zu diesem wichtigen Thema zu sensibilisieren. Während bei den ganz Kleinen die Impfquoten meist sehr gut sind, sinken diese, je älter die Kinder und Jugendlichen werden. Deshalb ist uns die hier ausgewählte Zielgruppe der Schülerinnen und Schüler als Ansprechpartner sehr wichtig, um sie durch diese Aktion direkt altersgerecht zu informieren und anzusprechen.“

 

Kathrin Bever, Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung

„Heute stehen bereits Lehrkräfte aus 46 Schulen als Impfmultiplikator*innen zur Verfügung. Ziel ist es, die Anzahl der am Impfprojekt teilnehmenden Schulen im nächsten Jahr zu verdoppeln und damit so viele Schulen wie möglich im ganzen Land zu erreichen.“

 

Alle Informationen und Videoclips zu „Wissen schützt!“ unter www.wissenschuetzt.de

 

Pressekontakt:

  • Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern,  
  • Henning Lipski, Pressesprecher, Tel. 0385 588 7003, presse@bm.mv-regierung.de
  • Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern.  
  • Gunnar Bauer, Pressesprecher, Tel. 0385 588 5003, g.bauer@wm.mv-regierung.de
  • Landesamt für Gesundheit und Soziales MV (LAGuS),  
  • Anja Neutzling, Pressesprecherin, Tel. 0381 331 59002, anja.neutzling@lagus.mv-regierung.de
  • Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung (inteam), Projektleiterin, Katrin Bever, Tel. 0381 4923 463,
  • k.bever@mv-inteam.de
  • AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, Markus Juhls, Pressereferent, Tel. 0800 265080-41469, presse@nordost.aok.de