Bilanz Tourismus – Fazit 2018 und Ausblick 2019

Glawe: Weiteres Wachstum erwartet – Tourismus soll Schrittmacher sein – Branche reagiert auf aktuelle Herausforderungen – Verbesserung der Erreichbarkeiten nötig

Nr.428/18  | 28.12.2018  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat für das Tourismusjahr 2018 eine insgesamt positive Bilanz gezogen. „ Bislang sind wir für das Gesamtjahr 2018 auf Kurs. Bei Ankünften und Übernachtungen liegen wir im Wachstum. Die vergleichsweise frühe Lage der Osterfeiertage Ende März/Anfang April sowie der Wintereinbruch zum Osterfest führten zwar zu einem schleppenden Start in das Tourismusjahr 2018. Allerdings konnte unser Land durch den sehr warmen und regenarmen Sommer insbesondere im tourismusintensiven Monat Juli Zuwächse gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen. Veränderte Gästeansprüche, kurzfristige Buchungen, abwechslungsreiche Veranstaltungen und besondere Wellnessangebote sorgen auch für eine positive Entwicklung in der Nebensaison. Für das Gesamtjahr 2018 rechnen wir mit einem neuen Übernachtungsrekord“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Von Januar bis September 2018 wurden zwischen Ostsee und Seenplatte rund 6,42 Millionen Ankünfte (+3,9 Prozent) und 25,71 Millionen Übernachtungen (+3,2 Prozent) an das Statistische Landesamt gemeldet. Deutlich zugelegt hat nach Angaben des Statistischen Amtes die Region Fischland-Darß-Zingst mit einem Plus von 7,4 Prozent bei den Übernachtungen. Das Vorpommersche Festland wuchs um +5,2 Prozent bei den Übernachtungen, die Mecklenburgische Seenplatte/Schweiz legte um +4,9 Prozent zu. Die Inseln Rügen (+0,1 Prozent) und Usedom (+0,7 Prozent) liegen knapp über dem Vorjahresniveau. Herausforderungen sind die Erreichbarkeit, Fachkräftesicherung und Qualität im Tourismus. Aktueller Hinweis: Überprüfungen des Berichtskreises und der Erhebungsmerkmale führen ab August 2018 zu Veränderungen gegenüber entsprechenden Angaben in Vorjahreszeiträumen. Dadurch sind Vergleiche auf allen regionalen Ebenen (Land, Kreise, Reisegebiete und insbesondere Gemeinden) ab August 2018 nur bedingt möglich.

Tourismus soll Schrittmacher sein

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den führenden Urlaubsländern in Deutschland. „Allerdings ist der Markt äußerst dynamisch und hart umkämpft. Aus diesem Grund muss sich der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern immer wieder neu erfinden und innovative Impulse auch deutlich über seine Grenzen hinaus setzen. Die Branche soll wieder Schrittmacher werden, mehr Qualität und Wertschöpfung erreichen, schneller und flexibler als bisher auf Herausforderungen reagieren und Entwicklungen rechtzeitig aufnehmen und nutzen“, forderte Glawe.  

Strategische Grundlage bildet die Landestourismuskonzeption (LTK), die im November 2018 vorgestellt wurde. Sie setzt die Leitplanken, ist aber keine segmentale Betrachtung einzelner touristischer Angebotsbereiche, sondern verfolgt mit der Ermittlung und Beschreibung der Strategie- und Zukunftsfelder einen übergreifenden problemlösenden Ansatz. Strategische Themen sind Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Internationalisierung. Für den touristischen Arbeitsmarkt, die Organisation und Finanzierung des Tourismus, das Tourismusbewusstsein und seine Akzeptanz, die Infrastruktur und Mobilität, die Innovation und Qualität sind konkrete Schlüsselaufgaben beschrieben, die von allen Beteiligten angegangen werden sollen. Neu in der LTK sind die Prüf- und Arbeitsaufträge beispielsweise in Bezug auf: Pflichtige Aufgabe Tourismus für Kurorte/prädikatisierte Orte; die Modernisierung Kur-/Erholungswesen sowie eine flächige Förderung von Infrastruktur (ämterbezogen). „In Modellregionen sollen neue Einnahme- und Finanzierungsmöglichkeiten im Tourismus getestet werden. Hierbei geht es darum, Erfahrungen zu sammeln und die Ergebnisse zu evaluieren“, sagte Glawe.

Branche reagiert auf aktuelle Herausforderungen

Die abgesackte Autobahn 20 zwischen den Autobahnanschlussstellen Bad Sülze und Tribsees hat für viel Gesprächsstoff gesorgt. „Es wurde deutlich, dass die Branche sich auf Problemlagen schnell einstellt und reagieren konnte. Durch die nach vorn gerichtete Aufklärungsarbeit beispielsweise der Hotels, Pensionen und Tourismuszentralen auf den Inseln und im Binnenland ist es gelungen, Gäste frühzeitig durch aktuelle Informationen vor Reiseantritt auf mögliche Straßenprobleme hinzuweisen. Teilweise haben die Anbieter vor Ort durch verschiedene Aktionen Gästen den Aufenthalt noch angenehmer gestaltet“, machte Wirtschaftsminister Glawe deutlich. Glawe dankte der Branche für das bedachtsame Vorgehen.

Ende März beziehungsweise Anfang April wurde der Vogelpark Marlow, Teile des Rostocker Zoos und des Wildparks-MV in Güstrow durch extreme Schneefälle stark beschädigt. „Der Wintereinbruch hatte erhebliche Schäden vielerorts hinterlassen. Hier war schnelle Unterstützung geboten. Das Wirtschaftsministerium hat Fördermittel für die Modernisierung und Erweiterung der Anlagen bereitgestellt. Ziel ist es, die Attraktivität für Einheimische und Gäste in den Einrichtungen auch künftig weiter zu gewährleisten und weiter zu erhöhen“, so Glawe weiter. Alle drei Anlagen werden mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ in Höhe von rund 2,49 Millionen Euro unterstützt (Vogelpark Marlow 1,79 Millionen Euro, Wildpark-MV in Güstrow mit 400.000 Euro und der Rostock Zoo mit rund 300.000 Euro).

Verbesserung der Erreichbarkeiten nötig

Wirtschaftsminister Glawe machte deutlich, dass die Erreichbarkeiten der touristischen Angebote im Land weiter vorangetrieben werden müssen. „Wir müssen an der Verzahnung der Alltags- und touristischen Verkehre weiter arbeiten. Zu einem unvergesslichen Aufenthalt gehört auch eine gute An- und Abreise. Das ist gerade in saisonalen Stoßzeiten teilweise eine Herausforderung. Darüber hinaus machen sich auch internationale Entwicklungen bei uns im Land bemerkbar“, sagte Glawe. Im Zuge des Brexits stellt die britische Fluggesellschaft BMI Regional Anfang 2019 ihre Verbindung vom Flughafen Rostock-Laage nach Stuttgart ein.

Glawe hat darüber hinaus die Umsetzung des kurkartengestützten Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) begrüßt. Seit Anfang April gibt es die kurkartenfinanzierte Gästekarte „Müritz rundum“. „Das ist eine gute regionale Verzahnung der Anbieter. Gäste und Einheimische können verstärkt auch ohne Auto die Region erkunden. Das macht den Urlaub insgesamt noch mobiler und schont auch die Umwelt. Mit dem Nahverkehr sowie dem Fahrrad stehen hervorragende Alternativen zur Verfügung“, sagte Glawe. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat hier eine Vorreiterrolle übernommen und geht mit gutem Beispiel voran. Gäste in Waren, Klink, Röbel und Rechlin erhalten nach Zahlung der Kurabgabe diese Gästekarte vom Vermieter beziehungsweise vom jeweiligen Beherbergungsbetrieb. Sie können damit kostenlos per Bus die Müritz umrunden sowie den Stadtverkehr von Waren nutzen. Auf Usedom wird die Kurkarte probeweise zur KaiserbäderCard. Sie kann als Ticket für das gesamte Busstreckennetz der Usedomer Bäderbahn (UBB) genutzt werden. Die Testphase der KaiserbäderCard läuft bis Ende Februar 2019.

Weiteres Wachstum durch Internationalisierung

Die international größte Reisemesse – die ITB Berlin – hat im März dieses Jahres gezeigt, wie enorm wichtig es ist, dass Mecklenburg-Vorpommern auf die touristischen Vorzüge vor allem auch international aufmerksam macht. „Deshalb werden wir hier weiter ansetzen und überregional für unser Land werben. Die große Resonanz ist ein Erfolg intensiver Anstrengungen. Intensives Marketing ist dabei ein wichtiges Element, um im nationalen und vor allem auch im internationalen Wettbewerb noch besser mithalten zu können“, erläuterte Glawe. Mit Mecklenburg-Vorpommern war 2018 unter der Überschrift „Urlaub ist unsere Natur“ erstmals ein Bundesland Partnerland der ITB. Noch nie zuvor hat ein Partnerland mehr als eine Milliarde (1,01 Milliarden) Medienkontakte erreicht. Mit diesem Ergebnis rangiert Mecklenburg-Vorpommern an der Spitze aller bisherigen Partnerländer der ITB Berlin. In den vergangenen fünf Jahren bewegten sich die Bruttoreichweiten der Partnerländer im Bereich zwischen 200 und 300 Millionen.

Darüber hinaus wird in Rostock 2019 der Deutsche Tourismustag ausgerichtet sowie im Jahr 2020 der Germany Travel Mart (GTM). Hier treffen deutsche touristische Anbieter mit den entscheidenden Einkäufern der internationalen Reisebranche zusammen. Der GTM findet nach 2009 zum zweiten Mal in Mecklenburg-Vorpommern statt. „Mit allen Veranstaltungen setzen wir klar auf mehr Überregionalität. Wir wollen und müssen vor allem im internationalen Maßstab noch bekannter werden. Unsere Unternehmen und Anbieter stehen in einem sich rasant verändernden Marktumfeld“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Von Januar bis September dieses Jahres haben nach Angaben des Statistischen Amtes rund 344.000 Gäste (+6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) rund 920.000 Übernachtungen (+7,0 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern gebucht.

Wirtschaftsfaktor Tourismus im Überblick

Die Wirtschaftsleistung Mecklenburg-Vorpommerns wird zu einem großen Teil (12 Prozent) durch den Tourismus erbracht. Zwei Drittel der touristischen Ausgaben in Höhe von 7,75 Milliarden Euro (2014) kommen mit den Besuchern, Gästen und Touristen aus den anderen Bundesländern nach MV. 17,8 Prozent der Erwerbstätigen in MV, also 131.254 Menschen, arbeiten in Tourismusunternehmen und tourismusnahen Unternehmen. „Das ist jeder sechste Beschäftigte in MV. Touristen, Besucher und Tagesgäste tragen in Mecklenburg-Vorpommern mit ihrem Konsum und den Ausgaben entscheidend zum Bestand und dem Wachstum anderer Branchen wie dem Einzelhandel bei“, sagte Glawe.

Investitionen in wirtschaftsnahe Infrastruktur – Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Im Jahr 2018 sind im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) zur Förderung von Investitionen im Bereich der wirtschaftsnahen Infrastruktur (=touristische und gewerbliche Infrastruktur) rund 101,8 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium bewilligt bzw. zugesichert worden (einschl. Mittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ EFRE). Mit dem Einsatz dieser Fördermittel konnten 51 Vorhaben in Mecklenburg-Vorpommern mit Investitionen in Höhe von rund 123,7 Millionen Euro ermöglicht werden. „Ziel ist es, im kommenden Jahr touristische Maßnahmen weiter voranzubringen. Schwerpunkte sind dabei Maßnahmen, die der Qualitätssicherung sowie der Saisonverlängerung touristischer Angebote dienen“, erläuterte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Beispiele für touristische Investitionen 2018

Hotel Bornmühle in Groß Nemerow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) erweitert – Januar 2018

Das Hotel wurde in den Jahren 1991/92 neu errichtet und liegt am Tollensesee in der Mecklenburgischen Seenplatte. Die bisherige Ausrichtung als Wellness- und Urlaubshotel ist durch die Sparten Tagungen und Events grundlegend erweitert worden. Dabei stehen unter anderem die Themen „Neue Arbeitswelten“, „Gesundes Arbeiten“, „Modernes Seminarumfeld“, „Life & Work Balance“ sowie „Naturerlebnisse“ im Vordergrund. Alle Hotelbereiche – von den Zimmern über Restaurant und Spa bis zu den Außenbereichen – werden aufeinander abgestimmt. Um das Konzept umzusetzen, waren bauliche Veränderungen und Investitionen in die Ausstattung notwendig. In der Umsetzungsphase soll im 3. Obergeschoss des Neubaus ein NEW WORK LOFT mit innovativen Raumkonzepten wie „Social Hub“, „Focus Single“, „Intimate Box“, „Create Team“, „Coaching Box“ und „Event Room“ entstehen, um erlebbar zu machen, wie effektiv eine nach NEW WORK Prinzipien konzipierte Arbeitsumgebung zur Leistungs- und Kreativitätssteigerung sowie zur Förderung des Wohlbefindens beitragen kann. Weiterhin werden Bar-, Lobby- und Restaurantbereich erweitert. Insgesamt erhöht sich die Kapazität mit der Neuausrichtung von 119 auf 186 Betten. Das Wirtschaftsministerium plant, das Vorhaben bei Vorlage aller Unterlagen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit den „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro zu unterstützen. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 9,7 Millionen Euro.

Neues Seminarhotel am Plauer See – März 2018

Im Ortsteil Lenz-Süd in der Gemeinde Fünfseen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) ist ein neues Tagungshotel entstanden. Bauherr und Betreiber ist die Lentzik Domizil GmbH mit Sitz in der Gemeinde Fünfseen. Das Unternehmen hat die ehemalige Ferienanlage des VEB SKET Magdeburg am Ostufer des Plauer Sees umgebaut. Die Anlage gliederte sich ursprünglich mit großem Speisesaal, einem Hauptgebäude über zwei Etagen und steht seit 1994 leer. Das Vorhaben beinhaltet die Sanierung und den Umbau des vorhandenen Gebäudes unter Beachtung einer bestmöglichen Bestandserhaltung. So ist ein Seminarhotel (garni) mit insgesamt 17 Zimmern und einem Multifunktionssaal entstanden. Die angebotenen Schulungen betreffen den Gesundheitsbereich (Anti-Stress- und Fastenkurse), Motivationstraining und Themen im Kulturbereich (Kunstausstellungen, Vorlesungen, Theaterworkshops). Die Gesamtinvestition des Errichtungsvorhabens beträgt knapp 1,3 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 383.000 Euro. Vier Arbeitsplätze entstehen vor Ort.

Ostseeküsten-Radweg wird in Altefähr weiter ausgebaut – Januar 2018

Geplant ist, den bisher unbefestigten Weg zwischen Altefähr und der B 96 ab der Gärtnerei auf einer Länge von 405 Metern und einer Breite von zweieinhalb Metern auszubauen. Damit wird eine Lücke zur B 96 geschlossen. Der „Schwarze Weg“ gehört zum Radwegenetz des Ostseeküstenradweges, der auf 278 Kilometern rund um die Insel führt. Der Ostseeküsten-Radweg führt über insgesamt circa 800 Kilometer von der dänisch-deutschen Grenze entlang der gesamten Ostseeküste, einschließlich der Umrundung der Insel Rügen, bis zur deutsch-polnischen Grenze bei Ahlbeck und leitet Ausflügler auf der Tour zu den UNESCO-Welterbestädten Wismar und Stralsund, den Rügener Kreidefelsen, der Usedomer Bäderarchitektur in Zinnowitz und letztlich zu den Kaiserbädern. Die Gesamtinvestitionen für den Ausbau des Radweges betragen knapp 184.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 165.000 Euro.

Eröffnung des Haus des Gastes im Ostseebad Zinnowitz – April 2018

Die neue Begegnungsstätte ermöglicht zusätzliche Angebote insbesondere in der Vor- und Nachsaison. Es ist ein moderner Treffpunkt für Gäste und Einheimische gleichermaßen entstanden. Mit dem baulichen und räumlichen Zuwachs zur bisherigen Kurverwaltung hat jetzt der gesamte Service Platz im Haus. Im Obergeschoss sind zudem ein Kreativraum als zusätzliches Angebot, saisonverlängernde Maßnahme und witterungsunabhängiges Angebot sowie ein kleiner Saal entstanden, in dem bei Veranstaltungen 70 bis 80 Personen Platz finden werden. Bei dem Vorhaben sind unter anderem der Gäste- und Verwaltungsbereich getrennt worden. Verkehrsflächen wie Vorräume, Flure und Treppen wurden vergrößert. Darüber hinaus sind zusätzliche sanitäre Anlagen sowie Büro- und Lagerflächen entstanden. Im Gebäude wurde ein Aufzug gebaut. Darüber hinaus wurde das Haus des Gastes mit dem dreistufigen Qualitätsmanagementsystem „ServiceQualität Deutschland“ zertifiziert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Das Wirtschafts- und Tourismusministerium hat die Errichtung des Haus des Gastes über die Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit rund 602.000 Euro unterstützt.

Modernisierungen im Hafen des Ostseebades Wustrow (Landkreis Vorpommern-Rügen) – Mai 2018

Die Gemeinde Ostseebad Wustrow liegt auf der Halbinsel Fischland zwischen Ostsee und Bodden. Am Hafen gibt es einen Wasserwanderrastplatz mit 35 Liegeplätzen und einen Liegeplatz für Fahrgastschiffe. Jetzt ist unter anderem geplant, die Ufersicherung an der Ost- und Westseite des Hafenbeckens sowie eine Trailerbahn auszubauen. Zudem soll der vorhandene Holzsteg zurückgebaut und durch eine Steganlage in Stahlbauweise mit Holzbohlenbelag ersetzt werden. Die Gesamtinvestitionen betragen mehr als 2,5 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro.

Modernisierungen am Wasserwanderrastplatz Althagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) – Mai 2018

Der Hafen Althagen befindet sich im Ostseebad Ahrenshoop und liegt auf der Ostseite der Halbinsel Fischland-Darß unmittelbar am Saaler Bodden. Bei den Modernisierungsarbeiten soll ein Teil der vorhandenen Holz-Steganlage zurückgebaut und ein Neubau auf der Achse der bisherigen Anlage errichtet werden, um die Haltbarkeit der Steganlage zu erhöhen. Landseitig ist ein Metallgeländer als Absturzsicherung vorgesehen. Darüber hinaus ist eine Modernisierung des Spülfeldes geplant. Dabei sollen unter anderem Spülfelddämme auf einer Länge von rund 350 Metern erhöht, zwei Auslaufbauwerke als Stahlkonstruktion und eine Umzäunung samt Tor errichtet werden. Die Gesamtinvestitionen für die geplanten Maßnahmen betragen voraussichtlich knapp 1,1 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt bei Vorlage aller Unterlagen die Modernisierung in Höhe von knapp 880.000 Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

Neue Lager- und Behandlungsanlage für Strandräumgut in Boltenhagen – Juni 2018

Der sogenannte „Strandanwurf“ besteht meist aus Seegras, Algen, Muscheln, Siedlungsabfällen und weiterem Schwemmgut. In den vergangenen Jahren ist nach Angaben der Gemeinde durch die außerordentliche Häufigkeit und Intensität von Extremwetterlagen ein überdurchschnittlich hohes Aufkommen zu verzeichnen. Um dem adäquat zu begegnen, hat das Ostseebad Boltenhagen eine Lager- und Behandlungsanlage in Tarnewitz fertig gestellt. Zudem wurde in Maschinen und Geräte investiert, um bei der Reinigung ein optimales Ergebnis zu erzielen. Die Räumung des Strandes erfolgt in zwei Schritten. Unter Nutzung technischer Großgeräte wie Radlader und Traktoren wird das Gros des Strandanwurfs aufgenommen und verladen. Die Feinreinigung erfolgt im zweiten Schritt unter Einsatz eines Zuggerätes mit angehängtem Strandreinigungsgerät. Die Gesamtinvestitionen für die Lager- und Behandlungsanlage für Standräumgut betragen knapp 1,2 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund einer Million Euro.

Haus des Gastes in Mönkebude (Landkreis Vorpommern-Greifswald) nach Um- und Ausbau neu eröffnet – Juni 2018

In einem ehemaligen Schulgebäude im staatlich anerkannten Erholungsort Mönkebude waren die touristische Informationsstelle, das Büro des Fremdenverkehrsvereins, die Heimatstube und Veranstaltungsräume seit vielen Jahren angesiedelt. Da die vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten, ist jetzt das Gebäude umgebaut und durch einen Neubau erweitert worden. In dem Schulgebäude befinden sich nun ein Museum, die Touristinformation, ein Ausstellungsraum für regionale Produkte, ein Leseraum mit Bibliothek und ein Spielraum. In das neue Gebäude wurde ein großer Saal integriert (Scheunencharakter). Hier sollen nach Angaben der Gemeinde Ausstellungen, Kabarettveranstaltungen, Käse- und Weinabende sowie Buchlesungen stattfinden. Darüber hinaus beherbergt das Gebäude einen Seminarraum und öffentliche Toiletten. Die Gesamtinvestitionen für die Neu- und Umbauarbeiten beliefen sich auf knapp 997.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von knapp 831.000 Euro.

 Neuer touristischer Parkplatz in Tarnewitz - August 2018

Geplant sind 132 befestigte Stellplätze für PKW (darunter fünf für Menschen mit eingeschränkter Mobilität) und zwei Parkplätze für Reisebusse. Der Großparkplatz wird zudem mit zwei Ladestationen für Elektroautos ausgestattet. Die Ein- und Ausfahrt erfolgt über die Straße „An der Weißen Wiek“. Nach Angaben der Gemeinde wurde mit dem kreiseigenen Busunternehmen eine Vereinbarung getroffen, dass Busfahrten innerhalb des Ostseebades einen Euro kosten sollen. Die Gesamtinvestitionen betragen knapp 941.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben in Höhe von rund 705.000 Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

Eröffnung des POLARIUMS im Rostocker Zoo – September 2018

Das POLARIUM nimmt die Besucher mit auf eine Reise vom Süd- zum Nordpol. Die Pinguine leben ausschließlich auf der Südhalbkugel und die Polarbären in der Arktis auf der Nordhalbkugel. Nur im POLARIUM sind sie direkte Nachbarn. Mit etwa 12.500 Quadratmetern Gesamtfläche umfasst das POLARIUM einerseits ein neues Freigehege mit Bruthöhlen sowie ein Wasserbecken mit Sichtscheiben für bis zu 36 Humboldt-Pinguine und deren Nachwuchs. Zum anderen gibt es eine weitläufige Tundra-Landschaft für drei erwachsene Eisbären und ihre Nachkommen. Zum POLARIUM gehört ferner ein Besucherinformationszentrum mit einer Eisbären-Ausstellung und den Meereswelten und einem abwechslungsreichen Aquaristikbereich. Dieser erlaubt einen Blick in die mystische Unterwasserwelt der Ozeane. Der Weg der Besucher führt über die Pinguin-Anlage zum ersten Außengehege der Eisbären mit der historischen Einsicht von der Eichenallee und dem erhaltenen Storchenturm weiter ins Besucherzentrum und zum zweiten Außenrevier der Eisbären. Die Gesamtinvestitionen für den Neubau der Erlebnis- und Bildungslandschaft belaufen sich auf 14,21 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium wird den Neubau voraussichtlich mit rund 12 Millionen Euro unterstützen.

Neue Badeanstalt in Feldberg geplant (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) – September 2018

Auf der Halbinsel Amtswerder in Feldberg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) soll eine neue Badeanstalt gebaut werden. Die früher an gleicher Stelle vorhandene Badeanstalt - erbaut in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts - wurde bis auf die Fundamente abgerissen. Jetzt plant die Gemeinde dort einen Neubau mit Funktionsgebäude samt Umkleide- und Sanitärtrakt. Zudem sind eine Unterbringung für die Wasserwacht und ein Raum zur individuellen Vermietung vorgesehen. Die Gesamtinvestition für das Vorhaben beträgt knapp 484.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Maßnahme aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von knapp 384.000 Euro.

Erweiterter Hafen in Barhöft freigegeben – (Landkreis Vorpommern-Rügen) – Oktober 2018

Der Hafen liegt im Randbereich des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft direkt an der Einfahrt in die Darß-Zingster Boddenkette in Richtung Osten und der Zufahrt in den Strelasund in Richtung Süden. Mit der Erweiterung ist das Hafenbecken um 3.500 Quadratmeter gewachsen. Weiterhin sind unter anderem 80 Liegeplätze geschaffen und die Pflasterung im Bereich des nördlichen Molenkopfes erneuert worden. Derzeit nutzen ein Lotsenboot, die Wasserschutzpolizei, Kutter von Berufsfischern, ein Serviceschiff für den Windpark „Baltic 1“ und die Fahrgastschifffahrt den Hafen. Aufgrund der zeitweisen Versandung des Nothafens Darßer Ort übernimmt der Hafen Barhöft zudem besonders für die aus Richtung Rostock kommenden Schiffe sowie für den Seenotkreuzer die wichtige Funktion eines Nothafens. Im Zuge der Erweiterung sind auch die Liegeplätze der Behördenschiffe neu geordnet worden. Die Gesamtinvestitionen für die Erweiterung des Hafens betragen knapp 2,4 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro.

Touristisches Informationszentrum entsteht in der Starkower Basilika St. Jürgen (Landkreis Vorpommern-Rügen) – November 2018

Die gotische Backsteinbasilika St. Jürgen in Starkow stammt aus dem 13. Jahrhundert und gehört damit zu den frühen Dorfkirchen im Zentrum des festländischen Rügens. Das Bauwerk ist Teil eines historischen Ensembles mit Pfarrhaus, Schul- und Küsterhaus, der wiedererrichteten Pfarrscheune, Predigerwitwenhaus und dem neu gestalteten historischen Pfarrgarten mit Streuobstwiese. Die Kirche ist 31 Meter lang, 21 Meter breit und zwölf Meter hoch. Jetzt ist geplant, in der Kirche eine Tourist-Information einzurichten sowie das Ober- und Dachgeschoss so umzubauen, dass Ausstellungsflächen entstehen. Zudem soll ein Dachreiter (ein auf dem Dachfirst aufsitzendes Türmchen) gebaut werden, der künftig als Aussichtsplattform dient. Die Gesamtinvestitionen für das Vorhaben betragen mehr als 1,4 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Maßnahme in Höhe von knapp 1,3 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Die erforderlichen Eigenmittel werden durch den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis bereitgestellt.

Sassnitz (Insel Rügen)– Neugestaltung des Tierparks und Ausbesserung der Straße zum Königsstuhl – Dezember 2018

Der Tierpark in Sassnitz soll umfassend erneuert werden. Das etwa zweieinhalb Hektar große Areal liegt am Rande des Nationalparks Jasmund. Unter anderem ist vorgesehen, die Flächen mit 19 unterschiedlichen Volieren neu zu gestalten. Das alte Eingangsgebäude wird abgerissen, stattdessen entsteht ein Neubau unter anderem mit Kassenbereich, Souvenirshop und WC-Anlagen. In einem weiteren noch zu errichtenden Gebäude sollen unter anderem ein Ausstellungsbereich, die Futterküche, eine Werkstatt sowie Büroräume untergebracht werden. Der Baubeginn ist für 2019 vorgesehen. Die Gesamtkosten der umfangreichen Baumaßnahmen betragen knapp fünf Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund vier Millionen Euro.

Ebenfalls soll die 2,1 Kilometer lange Zufahrtstraße zum Königsstuhl grundlegend erneuert werden. Die etwa sechs Meter breite Straße von der L 303 ist auf der gesamten Länge mit einer Asphaltschicht belegt, die durch Frost- und Taueinwirkung sowie der starken Belastung aus dem Busverkehr starke Beschädigungen aufweist. Im Frühjahr 2019 sollen die Bauarbeiten starten. Die Gesamtkosten der Straßenverbesserung betragen knapp 2,6 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro.