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Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung der ärztlichen Versorgung in Parchim diskutiert

Glawe: Vielerorts sind individuelle Lösungen gefragt – Möglichkeiten für Berufsanfänger unterstützen und erleichtern

Nr.72/19  | 20.03.2019  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Mittwoch gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) für mehr Hausärzte auf dem Land geworben. In Parchim sind am Mittwoch gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten, Vertretern von Hochschulen, Verbänden und Politik Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung der (haus-)ärztlichen Versorgung diskutiert worden. „Mecklenburg-Vorpommern befindet sich bei der Gewinnung von Hausärzten im Wettbewerb mit anderen Regionen. An den Rahmenbedingungen der Aus- und Weiterbildung sowie bei den Hilfen zur Niederlassung von Hausärzten wurden in den vergangenen Jahren Verbesserungen und Erleichterungen auf den Weg gebracht. Darauf bauen wir weiter auf. Wir arbeiten derzeit intensiv daran, die Situation vor allem auch im ländlichen Raum zu verbessern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

 

Aktuelle Herausforderungen der hausärztlichen Versorgung

Minister Glawe machte in Parchim auf aktuelle Herausforderungen der hausärztlichen Versorgung aufmerksam. „In einigen Regionen gibt es Schwierigkeiten Hausarztpraxen nachzubesetzen. Das Durchschnittsalter der Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern liegt bei 54 Jahren. Der Anteil der Hausärzte über 65 Jahre liegt bei 9,8 Prozent (Stand: 2017). Problematisch könnte eine Nichtwiederbesetzung von Stellen in Regionen werden, die von Unterversorgung bedroht sind“, so Glawe weiter. Das sind in M-V die Regionen Güstrow, Parchim, Pasewalk sowie im Schweriner Umland.

 

Möglichkeiten für Berufsanfänger erleichtern

Gesundheitsminister Glawe warb dafür, dass es neben der klassischen Niederlassung künftig für junge Ärzte auch Arbeitsmöglichkeiten in medizinischen Versorgungszentren geben muss. „Diese haben den Vorteil, dass die Berufsanfänger kein hohes finanzielles Risiko bei ihrem Start ins Berufsleben tragen müssen. Neben der Niederlassung könne sich junge Ärzte von Medizinischen Versorgungszentren oder auch Gemeinden anstellen lassen, wenn sie nicht gleich nach der Facharztweiterbildung eine eigene Niederlassung anstreben. Vielerorts sind dennoch individuelle Lösungen gefragt. Wir müssen als Flächenland unseren eigenen Weg finden. Aktuell ist ein Landarztgesetz in der Erarbeitung“, betonte Glawe. Bei dem Gesetz geht es darum, durch eine Vorabquote den Studierwilligen eine Chance auf einen Studienplatz zu geben. Diese verpflichten sich nach ihrer Aus- und Weiterbildung, eine Tätigkeit als Hausarzt oder Arzt im Öffentlichen Gesundheitswesen in Mecklenburg-Vorpommern für mindestens zehn Jahre aufzunehmen.

 

Mehr Studienplätze für Medizin gebraucht

Darüber hinaus sind Stipendien für Studierende aufgelegt worden, die sich verpflichten, nach ihrer Weiterbildung für einige Jahre im Land als Ärztin oder als Arzt tätig zu werden. Der Minister machte deutlich, dass es notwendig sei, mehr Studienplätze für Medizin an den Universitäten zur Verfügung zu stellen. „Im Bereich der Medizinstudienplätze sind die Zahlen seit der Wende eher rückläufig, wodurch die eingetretene Verknappung an Ärzten auch zu erklären ist“, so Gesundheitsminister Glawe. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern etwa 4.000 Medizinstudenten. Auf einen Studienplatz gibt es etwa vier Bewerber.

 

Im Bereich der Weiterbildung gibt es Weiterbildungsverbünde, die es den Teilnehmern erleichtert, nahtlos ihre einzelnen Stationen der Weiterbildung ohne Zeitverlust nacheinander zu absolvieren. An den Lehrstühlen für Allgemeinmedizin wurde ein Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin geschaffen, das die Qualität der Weiterbildung verbessern und den jungen Ärzten den Einstieg in den Hausarztberuf erleichtern soll. Neben der Niederlassung könne sich junge Ärzte von Medizinischen Versorgungszentren oder auch Gemeinden anstellen lassen, wenn sie nicht gleich nach der Facharztweiterbildung eine eigene Niederlassung anstreben. „Auch muss heute kein Arzt mehr dort wohnen, wo die Praxis betrieben wird - durch den Wegfall der Residenzpflicht können Praxissitz und Wohnsitz unterschiedlich sein. Das kann den Medizinern dabei helfen, Familie und Beruf noch besser zu vereinbaren“, so Glawe.

 

Attraktive Angebote für berufliche Zukunft notwendig

Alle Bemühungen der vergangenen Jahre, die Allgemeinmedizin aufzuwerten und mehr Ärzte für eine Weiterbildung in der Allgemeinmedizin zu gewinnen, haben dazu geführt, dass es momentan deutlich über 200 Weiterbildungsassistenten im Bereich der Allgemeinmedizin in Mecklenburg-Vorpommern gibt. Der Weiterbildungsassistent ist ein Arzt, der nach Erteilung der Approbation im Rahmen einer Weiterbildung einen Facharzt erwirbt. „Entscheidend ist, dass es jetzt gelingen muss, so möglichst viele dieser künftigen Fachärzte für eine Niederlassung in Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen. Das wird nicht einfach dadurch geschehen, dass man abwartet, wie sich die jungen Mediziner entscheiden und wo sie ihre berufliche Zukunft sehen. Wir müssen alle zusammen aktiv dafür werden, den jungen Ärztinnen und Ärzten attraktive Angebote für ihre berufliche Zukunft zu machen“, forderte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

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