Innungstreffen der Schornsteinfeger in Rostock

Rudolph: Qualitativ hochwertige Ausbildungsbereitschaft in der Branche – Marketing wird wichtiger bei Azubisuche – Qualifikation zur Meisterausbildung aktiv nutzen

Nr.117/19  | 30.04.2019  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

Am Dienstag haben sich die Mitglieder der Schornsteinfeger-Innung Mecklenburg-Vorpommern zu ihrer Jahresversammlung in der Hansestadt Rostock getroffen. „Schornsteinfeger nehmen hoheitliche Aufgaben war. Ihr Berufsbild und ihre Aufgaben haben sich stark gewandelt. Vom klassischen Kaminkehrer sind sie zu Dienstleistern für Umwelt-, Sicherheits- und Energiefragen geworden. Schornsteinfeger kümmern sich um Brandschutz und beraten zusätzlich zu den Themen Emissionsschutz und Energieeinsparung. Das Schornsteinfegerhandwerk meistert die Herausforderungen bei uns im Land“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph am Dienstag vor Ort.

 

Qualitativ hochwertige Ausbildungsbereitschaft - aktiv um Nachwuchs werben

In Mecklenburg-Vorpommern sind 168 Kehrbezirke ausgewiesen, die von bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegern betreut werden. Die Schornsteinfegerinnung in Mecklenburg-Vorpommern zählt 140 Mitglieder. Der Staatssekretär machte vor Ort auf die Ausbildungssituation im Schornsteinfegerhandwerk aufmerksam. Derzeit werden 34 junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zum Schornsteinfeger ausgebildet. „Die ausbildenden Unternehmen weisen eine qualitativ hochwertige Ausbildungsbereitschaft auf. Doch, wie in vielen Branchen auch, wird es zunehmend schwieriger Auszubildende zu finden. Die Innung geht mit gutem Beispiel voran und wirbt aktiv auf Messen, um den eigenen Fachkräftenachwuchs zu gewinnen. Ein gezieltes Marketing wird bei der Azubisuche auch im Handwerk immer wichtiger“, so Rudolph weiter.

 

Unterstützung beim Ausbildungsmarketing

Die Kreishandwerkerschaften in Mecklenburg-Vorpommern werden vom Wirtschaftsministerium künftig beim „Ausbildungsmarketing für Handwerksbetriebe“ unterstützt. Kernelemente des Ausbildungsmarketings sind Wort-Bild-Botschaften von Handwerkmeistern sowie Auszubildenden im Handwerk. Diese Botschaften werden QR-Code-basiert und ständig aktualisiert. Geworben wird sowohl auf analogen Wegen (Plakate, Aufsteller) als auch auf digitalen Wegen (Homepages, Facebook, Instagram, Xing). „Es wird in den zumeist kleinen mittelständischen Betrieben oftmals zu wenig Zeit investiert, sich um den dringend notwendigen Fachkräftenachwuchs zu kümmern. Wir wollen mit unserer Unterstützung bei der Fachkräftegewinnung helfen. Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Handwerks muss weiter stabil sein und sich täglich am Markt bewähren“, so Rudolph. Die Unterstützung der Kreishandwerkerschaften als Projektträger erfolgt auf der Grundlage der „Richtlinie zur Förderung von Strukturentwicklungsmaßnahmen“ (SEM). Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von rund 130.000 Euro.

 

Qualifikation zur Meisterausbildung aktiv nutzen

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph warb dafür, im Anschluss an die dreijährige Ausbildung auch die Meisterschule zu absolvieren. „Mit dieser Qualifikation ist es möglich, später einmal auch Bezirksschornsteinfeger zu werden. Deshalb ist es wichtig, diese Möglichkeit der Befähigung zum Meister aktiv zu nutzen. Der Meisterbrief ist ein absolutes Gütesiegel im Handwerk und für den Kunden auch ein Vertrauensbeweis für die Qualität der geleisteten Arbeit. Die Meisterinnen und Meister sind die künftigen Führungskräfte und bürgen für Qualität“, betonte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph.

 

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Handwerk bei der Sicherung des Fachkräftebedarfs. So werden die Abschlüsse von Meisterinnen und Meistern mit einem „Meister-Extra“ von 2.000 Euro honoriert. Bis zu 50 Absolventen pro Jahr erhalten 5.000 Euro, wenn sie als Beste oder Bester ihres Gewerkes bzw. ihrer Fachrichtung die Meisterprüfung abgelegt haben. Um die Unternehmensnachfolge im Handwerk sicherzustellen, wurde die „Meisterprämie“ in Höhe von 7.500 Euro fortgeführt.