Neuer Report für Mecklenburg-Vorpommern

Arbeit und Gesundheit in MV: BGF-Koordinierungsstelle analysiert die Gesundheit der Beschäftigten im Land

Nr.57/20  | 25.02.2020  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

Digitale Veränderung, Flexibilität, Mobilität - die Unternehmen und ihre Mitarbeitenden im Land stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Durch ein gezieltes betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) können Unternehmen dazu beitragen, dass diese Herausforderungen nicht zu gesundheitlichen Problemen bei den Mitarbeitenden führen. Um ihnen den Einstieg in das BGM zu erleichtern, gründeten die Krankenkassen im Land eine gemeinsame Koordinierungsstelle für die Betriebliche Gesundheitsförderung (www.bgf-koordinierungsstelle.de/mecklenburg-vorpommern). Hier findet man einen leichten Zugang zu den Unterstützungsangeboten aller Krankenkassen, der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Ziel ist es, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen besser zu erreichen und für die betriebliche Gesundheitsförderung zu mobilisieren.

Neuer Bericht „Arbeit und Gesundheit in MV“

Das neueste Serviceangebot der BGF-Koordinierungsstelle ist der Bericht „Arbeit und Gesundheit in MV“. Der Report analysiert die gesundheitliche Situation der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land. Er gibt mit seinen Analysen einen detaillierten Überblick über Häufigkeit und Ursachen von Krankschreibungen, Berentungen wegen Erwerbsminderung sowie Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten der erwerbstätigen Bevölkerung sowie in den Landkreisen und kreisfreien Städten. Der Bericht ist damit eine praktische Grundlage für die Planung, Durchführung und Überprüfung von zielgerichteten Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten hierzulande. Im Report sind die Daten der gesetzlichen Krankenkassen sowie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und der Deutschen Rentenversicherung erfasst.

„Viele Menschen verbringen große Teile ihrer Lebenszeit im Betrieb. Die Arbeit und vor allem die Arbeitsbedingungen haben deshalb neben der persönlichen Lebensführung einen bedeutenden Einfluss auf die Gesundheit. Neben dem Fokus auf die körperliche Gesundheit sind auch das Wohlbefinden und insbesondere die psychische Gesundheit der Beschäftigten in der Ausrichtung der Arbeitswelt zu berücksichtigen. Um den Gesundheitsschutz aller Mitarbeitenden zielgerichtet und bestmöglich zu gewährleisten, ist es notwendig, Ausmaß und Ursachen von Erkrankungen zu kennen. Dieser erstmals vorliegende gemeinsame Gesundheitsbericht der Sozialversicherungsträger gibt ein umfassendes und differenziertes Bild zur gesundheitlichen Situation der Erwerbstätigen im Land“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Anzahl der Fehltage und Arbeitsunfähigkeitsfälle im Land steigen

Insgesamt ist der Krankenstand bei Arbeitnehmern im Land in den vergangenen drei Jahren leicht von 6,0 Prozent im Jahr 2016 auf 6,3 Prozent im Jahr 2018 gestiegen. Für jeden Erwerbstätigen ergibt sich dabei in 2018 eine durchschnittliche Fehlzeit von 22,9 Tagen. Hochgerechnet auf die 618.000 Erwerbstätigen im Land entspricht dies 14,2 Millionen Arbeitstagen, die im Jahr 2018 durch Arbeitsunfähigkeit verloren gegangen sind. Gemessen an den durchschnittlichen Bruttolöhnen und Gehältern je Arbeitnehmer in MV ist damit in Mecklenburg-Vorpommern allein durch krankheitsbedingte Fehltage ein Produktionsausfall in Höhe von rund einer Milliarde Euro pro Jahr entstanden.

Krankenstand in MV variiert nach Branchen

Sehr hohe Krankenstände über dem Landesdurchschnitt von Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen die Branchen „Heime“ (insbesondere stationäre Pflegeeinrichtungen), „Öffentliche Verwaltung“ sowie das „Sozialwesen“ (darunter insbesondere ambulante Pflegedienste sowie Tagesbetreuung von Senioren und Kindern). Sie zählen zu den zehn beschäftigungsstärksten Branchen im Land Mecklenburg-Vorpommern.

Wichtige Erkrankungsgruppen

Die meisten Fehltage werden in Mecklenburg-Vorpommern von Muskel-Skelett-Erkrankungen verursacht. Konkret sind es die Rückenschmerzen, die hier im Vordergrund stehen. Muskel-Skelett-Erkrankungen nehmen sehr deutlich mit dem Alter zu, höhere Altersgruppen sind besonders betroffen. Auch bei den Zugängen zur Erwerbsminderungsrente spielen Muskel-Skelett-Erkrankungen eine große Rolle. Dies gilt in noch stärkerem Maß für psychische Störungen. Sie sind nach wie vor die häufigste Ursache für Frühberentungen in Mecklenburg-Vorpommern. Auch im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen zählen psychische Erkrankungen zu den wichtigsten Krankheitsbildern, da eine Krankschreibung mit dieser Ursache häufig mit langen Ausfallzeiten verbunden ist. Die Prävention psychischer Erkrankungen sowie von Muskel-Skelett-Erkrankungen stellt daher für die Arbeitswelt eine zentrale Herausforderung dar.

Der erste gemeinsame Gesundheitsbericht steht kostenlos zum Download unter www.bgf-koordinierungsstelle.de/mecklenburg-vorpommern/gesundheitsbericht bereit.

Stimmen zum länderübergreifenden Gesundheitsbericht

Juliane Venohr, Leiterin der Landesdirektion MV der AOK Nordost: „Wir wollen die Betriebe bei der erfolgreichen Prävention aktiv einbeziehen. Die Unternehmen in MV haben mit der gemeinsamen Internetplattform der BGF-Koordinierungsstelle einen leichten Zugang zu den Experten der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Der vorliegende Gesundheitsbericht ist eine wertvolle Datengrundlage, um unterschiedliche Präventions-Angebote zu entwickeln und bestmöglich in die Betriebe zu tragen. Mit den folgenden Reports wird sich zeigen, ob unsere Maßnahmen auch langfristig ihre Ziele erreichen.

Kirsten Jüttner, Leiterin der vdek-Landesvertretung MV: „Für ein zielgerichtetes Handeln in der Gesundheitsförderung muss man die gesundheitliche Situation der Beschäftigten kennen. Das leistet der hier vorliegende Bericht für Mecklenburg-Vorpommern. Er bietet erstmals die Datengrundlage um Bedarfe zu analysieren und um passgenaue Maßnahmen der Gesundheitsförderung zu entwickeln bzw. auszuwählen. Damit können engagierte Unternehmen mit den Angeboten, wie z. B. die Expertenberatung der BGF-Koordinierungsstelle, den bestwirksamen Gesundheitsschutz für ihre Mitarbeiter umsetzen.“

Susanne Hildebrand, Projektleiterin vom IGES Institut GmbH: „Ausgangspunkt der vorliegenden Analysen für die Region bildet eine krankenkassen- und sozialversicherungsträgerübergreifende Datenbasis, die es in dieser Form bisher nicht gegeben hat. Somit stellt der Bericht zugleich ein Ergebnis wie auch eine Grundlage für das gemeinsame Engagement aller Sozialversicherungsträger im Rahmen ihrer Unterstützung der Betriebe in der Region dar.“

Ansprechpartner:

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, Markus Juhls, Pressereferent, Tel. 0800 265080-41469

vdek – Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Bernd Grübler Stellvertretender Leiter, Tel. 0385 5216105

BKK-Landesverband NORDWEST, Thomas Fritsch, Pressesprecher, Tel. 040 251505258

IKK Nord, Angelika Stahl, Pressesprecherin, Tel. 0381 3672806

Knappschaft, Regionaldirektion Nord, Hamburg, Jochen Lüder, Tel. 040 303885411

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, Martina Opfermann-Kersten, Tel. 0561 9359-171