Pilotstudie zum Einfluss von Corona-Infektionen auf die Nierenfunktion

Glawe: Corona-Virus kann zu schweren Schäden an Nieren führen – Studie soll Aufschluss geben und Therapiemöglichkeiten aufzeigen

Gesundheitsminister Harry Glawe (r.) überreicht an die Nierenexpertin Prof. Dr. Nicole Endlich den Zuwendungsbescheid (© WM) Details anzeigen
Gesundheitsminister Harry Glawe (r.) überreicht an die Nierenexpertin Prof. Dr. Nicole Endlich den Zuwendungsbescheid (© WM)
Gesundheitsminister Harry Glawe (r.) überreicht an die Nierenexpertin Prof. Dr. Nicole Endlich den Zuwendungsbescheid (© WM)
Gesundheitsminister Harry Glawe (r.) überreicht an die Nierenexpertin Prof. Dr. Nicole Endlich den Zuwendungsbescheid (© WM)
Nr.261/21  | 24.09.2021  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

Die Universitätsmedizin Greifswald will den Einfluss von Corona-Infektionen auf die Nierenfunktion untersuchen. „Hierfür soll eine Pilotstudie durchgeführt werden. Da aktuell über Kurz- und Langzeitschäden an den Nieren von COVID-19-Patienten fast nichts bekannt ist, besteht ein großer Handlungsbedarf, um die optimale Behandlung und Nachsorge der Betroffenen gewährleisten zu können“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Am Freitag hat der stellvertretende Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern und Gesundheitsminister Glawe an die Nierenexpertin Prof. Dr. Nicole Endlich von der Universitätsmedizin Greifswald einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 500.000 Euro zur Durchführung der Studie übergeben. Die Mittel stammen aus dem Sonderprogramm „Gesundheit und Prävention“. 

Corona-Virus kann zu schweren Schäden an Nieren führen

Die an der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführte SHIP-Studie (Study of Health in Pomerania) belegt, dass 17 Prozent der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern an chronischen Nierenerkrankungen leiden. Damit liegen die Erkrankungszahlen in Mecklenburg-Vorpommern deutlich über denen von Deutschland, die ungefähr 10 Prozent betragen. „Ursachen hierfür sind vor allem Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder genetische Faktoren. Ebenso spielen auch starkes Übergewicht und die Einnahme von Medikamenten bei der Krankheitsentstehung eine entscheidende Rolle. Aktuell kommt noch eine weitere Ursache dazu. So geben Beobachtungen von Nierenwissenschaftlerinnen und Nierenwissenschaftlern Anlass zur Sorge, dass das Sars-CoV-2-Virus zu schweren Schäden an den Nieren bis hin zum Organversagen führt. Die Ursachen hierfür sind bisher noch unbekannt, ebenso wie unklar ist, welche Patientinnen und Patienten besonders gefährdet sind. Die Studie soll darüber Aufschluss geben“, so Glawe weiter. 

Pilotstudie soll Aufschluss geben

Die Pilotstudie „Personalisierte Nephrologie unter COVID-19 (PeNe_C19)“ soll durch den Einsatz von modernen molekularbiologischen und mikroskopischen Analyseverfahren und der Erstellung einer Biodatenbank einen maßgeblichen Beitrag zur Nierenkunde leisten. Aktuell sind therapeutische Möglichkeiten und heilende Medikamente nicht verfügbar. „Es ist daher notwendig, über exakte Diagnosen mit modernsten Analysetechniken mehr Wissen zu generieren, um zukünftigen Organschäden vorzubeugen oder sie heilen zu können. Dieses exakte Wissen um die Schädigungen des Organs ist ferner die Grundvoraussetzung, um eine optimale und individuelle Therapie eines jeden Nierenkranken zu ermöglichen“, machte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend deutlich. 

Informationen zum Sonderprogramm „Gesundheit und Prävention“

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit M-V hat zur Förderung der Gesundheit der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern ein Sonderprogramm aufgelegt. Unterstützt werden Vorhaben, die inhaltlich auf die Erreichung, Begleitung oder Evaluation der durch das Plenum des Aktionsbündnisses für Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern beschlossenen Gesundheitsziele für Mecklenburg-Vorpommern ausgerichtet sind. Die Gesundheitsziele sind jeweils einzeln für die drei Lebensphasen „Gesund aufwachsen“, „Gesund leben und arbeiten“ und „Gesund älter werden“ definiert, da alters- und situationsspezifisch jeweils andere Herausforderungen an eine bestmögliche Prävention und Rehabilitation gestellt werden. 

Informationen zum Aktionsbündnis für Gesundheit

Das Programm ist ein Bestandteil des Landesaktionsplanes zur Gesundheitsförderung und Prävention für Mecklenburg-Vorpommern. Das landesweite Aktionsbündnis für Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern wurde im Herbst 2008 gegründet und ist ein freiwilliger Zusammenschluss von rund 40 Akteuren mit gesundheitsförderlichem bzw. präventivem Bezug. Mitglieder sind unter anderem die Sozialleistungsträger, Landesverbände, der Öffentliche Gesundheitsdienst, kommunale Spitzenverbände, die AOK Nordost, die IKK Nord, der Landessportbund MV, der Landesseniorenbeirat, die BioCon Valley GmbH, die Krankenhausgesellschaft, die Unfallkasse sowie die Universitätsmedizinen in Rostock und Greifswald. Weitere Informationen zum Aktionsbündnis für Gesundheit sowie zum Gesundheitszieleprozess sind auf der Website www.aktionsbuendnis-gesundheit-mv.de zu finden. Die Geschäftsstelle des Aktionsbündnisses liegt bei dem für Gesundheit zuständigen Ministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern.