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In Güstrow 2. Arbeitsschutztag für Mecklenburg-Vorpommern eröffnet

Rudolph: Arbeitsschutz ist kein Selbstzweck - Arbeitsschutz ist ein Katalysator für gefahrenminimierte Wertschöpfung und aktiven Gesundheitsschutz

Nr.117/17  | 07.04.2017  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

Was ist systematischer Arbeitsschutz? Wie verändern sich die Anforderungen an den Arbeitsschutz im Zuge der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt? Welche neuen gesetzlichen Regeln gilt es zu beachten? Diese Themen standen am Freitag im Mittelpunkt des „2. Arbeitsschutztages für Mecklenburg-Vorpommern“ in Güstrow. „Arbeitsschutz ist ein entscheidender Faktor, die Wirtschaft unseres Landes zu stärken. Arbeitsschutz ist ein Katalysator für gefahrenminimierte Wertschöpfung und aktiven Gesundheitsschutz der Beschäftigten. Wer heute am Arbeitsschutz spart, wird morgen im Wettkampf um Produktivität und Köpfe verlieren. Nur gesunde und motivierte Mitarbeiter erarbeiten gute Betriebsergebnisse und tragen zu einer prosperierenden Wirtschaft bei. In Zeiten zunehmender Digitalisierung der Arbeitswelt müssen wir Arbeitsschutz weiter denken. Die Flexibilisierung von Produktionsprozessen erfordert die Weiterentwicklung der politischen Rahmenbedingungen und bei deren Umsetzung eine hohe Verantwortung der Arbeitgeber gegenüber ihren Mitarbeitern“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

 

Arbeitsschutzziele für Mecklenburg-Vorpommern sinnvoll ausgestalten

Unfallverhütung, die Gestaltung von Arbeitsplätzen und die seelische Gesundheit der Mitarbeiter sind Kernthemen im Arbeitsschutz. Die Rahmenbedingungen für Arbeitsschutz sind unter anderem in der „Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie“ (GDA) festgelegt; die GDA ist eine Initiative von Bund, Ländern und der gesetzlichen Unfallversicherung. Darin werden bundesweit Schwerpunkte des gemeinsamen Aufsichtshandelns von Unfallversicherungsträgern und Arbeitsschutzbehörden gesetzt und begleitet. Ziel des Verbundes ist es, den Arbeitsschutz in Deutschland zu modernisieren und Anreize für Betriebe zu schaffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu stärken. Die Arbeitsschutzziele betreffen die Bereiche technische Sicherheit, Unfallverhütung, Gesundheitsschutz, betriebliche Gesundheitsförderung und menschengerechte Gestaltung der Arbeit. „Diese Strategie umzusetzen und weiter zu entwickeln sowie für die speziellen Belange Mecklenburg-Vorpommerns sinnvoll auszugestalten ist ein wichtiges Anliegen der Tagung. Die ersten Schritte haben wir bereits eingeleitet“, betonte Rudolph.

Das Wirtschaftsministerium hat gemeinsam mit den Kranken- und Pflegekassen, den Renten- und den Unfallversicherungsträgern die Landesrahmenvereinbarung zur Umsetzung der nationalen Präventionsstrategie ins Leben gerufen. Ein Schwerpunkt darin ist die Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung und des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Um den Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern einen Zugang zu Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung zu erleichtern, richten die Krankenkassen in Mecklenburg-Vorpommern dafür eine gemeinsame Koordinierungsstelle ein.

 

Vorausschauender, präventiver Arbeitsschutz sorgt für leistungsfähige, motivierte Beschäftigte und niedrigere Krankenstände

Insgesamt gibt es rund 65.000 Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern, davon rund 20.200 Handwerksbetriebe mit insgesamt 112.000 Beschäftigten. Das Handwerk und der gewerbliche Mittelstand stellen rund 90 Prozent aller Betriebe im Land. „Mecklenburg-Vorpommern ist wirtschaftlich überwiegend geprägt durch kleine Unternehmen. Im Vergleich zu großen Betrieben sind nicht immer die finanziellen, technischen und personellen Ressourcen vorhanden, Arbeitsschutzmaßnahmen vergleichbar anzuwenden. Aber: vorausschauender, präventiver Arbeitsschutz sorgt für leistungsfähige, motivierte Beschäftigte und niedrigere Krankenstände“, sagte Rudolph.

 

Projekt GESUNA macht „Fit für´s Handwerk“

Der Staatssekretär verwies beispielhaft auf das Projekt „GESUNA – Betriebliches Gesundheits- und Arbeitsmanagement” von der Kreishandwerkerschaft Rostock-Bad Doberan, dem Virtus Institut für neue Lehr- und Lernmethoden e.V., der IKK Nord und der Berufsgenossenschaft Holz und Metall. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben in Höhe von 150.000 Euro aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). Unter dem Slogan „Fit für´s Handwerk – Einfach mitmachen!” sollen Unternehmer auf Gesundheitsaktionen sowie Arbeitsschutz- und Sicherheitsunterweisungen aufmerksam gemacht werden. Hauptziel des Projektes ist die Erhaltung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit in kleinen und mittleren Handwerksunternehmen durch Analyse und Präventionsangebote. Im Rahmen einer Projektphase sind sechs Innungen eingebunden (Bau-Innung, Sanitär-Heizung-Klima-Innung, Bäcker-Innung, Friseur-Innung, Tischler-Innung, Maler-Innung sowie Lackierer-Innung). „In dem Projekt können und sollten noch weitere Handwerksvertreter mitmachen. Die auf die einzelnen Gewerke zugeschnittenen Informationen und Hilfestellungen stehen schnell und unkompliziert auf einem Internetportal bereit“, sagte Rudolph.

„Dieser Arbeitsschutztag bietet auch kleinsten Firmen die Möglichkeit, sich kompakt innerhalb weniger Stunden das notwendige Rüstzeug zu holen und so ihre gesetzliche Pflicht zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten besser erfüllen zu können“, sagte Dr. Heiko Will, Erster Direktor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales. „Wir haben das Programm bewusst so gestaltet, dass darin die aktuellen Gesetzesänderungen genauso Platz finden wie die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt, beispielsweise die Digitalisierung.“ Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit veranstaltete die Fachtagung gemeinsam mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales.

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