Ideenwettbewerb Ernährungswirtschaft 2017

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Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern hat Ende 2017 zum ersten Mal einen Ideenwettbewerb im Bereich der Ernährungswirtschaft ausgelobt. Gesucht wurden Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich Ernährungswirtschaft, die durch Wirtschaft und Wissenschaft initiiert wurden. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit im Zukunftsfeld Ernährung zu verbessern und damit die Schaffung sowie Sicherung von Arbeitsplätzen zu unterstützen.

Innovative Verarbeitung und Prozessabläufe

Das Wirtschaftsministerium hat diesen Wettbewerb gemeinsam mit der Hochschule Neubrandenburg vorbereitet. Ernährung ist eines von sechs Zukunftsfeldern, welches die Ausrichtung der Technologieschwerpunkte des Wirtschaftsministeriums darstellt. Die Zukunftsfähigkeit der Branche resultiert in erster Linie aus der regionalen und überregionalen Absatzfähigkeit der im Land produzierten Produkte. Dies in Verbindung mit modernen Verarbeitungstechnologien, innovativen Prozessabläufen vom Erzeuger bis zum Konsumenten und einer hohen Qualifikation der Fachkräfte trägt zur Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bei.

Auszeichnung der Preisträger

Am 19. März 2018 wurden die Preisträger des Ideenwettbewerbes Ernährungswirtschaft in der Hochschule Neubrandenburg ausgezeichnet.

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Preisträger Ideenwettbewerb Ernährungswirtschaft 2017

Wirtschaftsminister Glawe zeichnete die Gewinner des „Ideenwettbewerbes Ernährungswirtschaft“ aus: (v.l.n.r.) Prof. Leif-Alexander Garbe, Bäckermeister Jörg Reichau, Minister Harry Glawe, Matthias Sauer, Prof. Heralt Schöne. Foto: N. Fellechner

Wirtschaftsminister Glawe zeichnete die Gewinner des „Ideenwettbewerbes Ernährungswirtschaft“ aus: (v.l.n.r.) Prof. Leif-Alexander Garbe, Bäckermeister Jörg Reichau, Minister Harry Glawe, Matthias Sauer, Prof. Heralt Schöne. Foto: N. Fellechner

Die Preisträger und ihre Projekte:

Amaranth als Grundstoff für vegane, glutenfreie, eiweißreiche Backwaren

Für die Entwicklung eines Verfahrens zur Aufbereitung und zum Einsatz von Amaranth in veganen, glutenfreien, eiweißreichen Backwaren neuer Generation erhielten die Projektpartner Bäckerei & Konditorei Reichau aus Grambin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) und das Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie gGmbH (ZELT) aus Neubrandenburg eine Auszeichnung. Amaranth gilt als sogenanntes „Pseudogetreide“. Das bedeutet, obwohl es botanisch nicht zu den Süßgräsern gehört, lassen sich die feinkörnigen Samen für die menschliche Ernährung nutzen und wie Getreide verarbeiten. Amaranth enthält kein Gluten, daher ist es als Getreideersatz für Personen geeignet, die auf glutenfreie Nahrungsmittel angewiesen sind oder diese bevorzugen. Amaranthmehl ist für die Ausbildung großvolumiger Teigstrukturen, wie sie bei Brot nötig sind, nicht geeignet. Deshalb wird Amaranth zur Proteinanreicherung in Backwaren oft nur in geringeren Anteilen eingesetzt. Die Entwicklung eines spezifischen Verfahrens zum Backen mit Amaranthmehl und den dafür notwendigen Verfahrensumstellungen in Rohstoffvorbehandlung und Teigbereitung ist Kern des vorliegenden Forschungsvorhabens.

Aus Rübenpressschnitzel werden Pektine für die Lebensmittelindustrie, die Pharmazeutik und Kosmetika

Zweiter Preisträger ist das Vorhaben „UltraPekt - Ultraschallgestützte enzymatische Extraktion von Zuckerrübenpektinen“ der Suiker Unie GmbH & Co. KG – Zuckerfabrik Anklam mit dem Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie gGmbH (ZELT). Aufgrund ihrer Fähigkeit, Gele zu bilden, sind Pektine in der Lebensmittelindustrie, der Pharmazeutik oder für Kosmetika ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Produkte, bei denen Geliermittel, Verdickungsmittel oder Stabilisierungsmittel eingesetzt werden. Die Rohstoffe für die Pektinherstellung (beispielsweise Schalen von Zitrusfrüchten) müssen teilweise über weite Entfernungen nach Deutschland importiert werden. Eine kostengünstige und ressourcenschonende Alternative könnte die Pektingewinnung aus Rübenpressschnitzeln, die bei der Zuckergewinnung in großen Mengen anfallen, darstellen. Gesamtziel des Projektes „Ultrapekt“ ist die Erforschung und Entwicklung eines Verfahrens für die Extraktion von Pektin aus Rübenpressschnitzeln. Durch den Einsatz der Leistungs-Ultraschall-Technologie in Kombination mit maßgeschneiderter Enzymtechnik können zelluläre Bindungen leichter aufgebrochen, das Pektin freigesetzt und zusätzliche Wertstoffe gewonnen werden. Zudem ermöglicht die Technologie eine Verringerung bzw. Vermeidung chemischer Lösungsmittel in der Produktgewinnung. Ein weiteres Ziel ist die Gewinnung von Folgeprodukten des Pektins, sogenannter Oligogalakturonide, die probiotische Wirkung besitzen und dadurch für gesundheitsfördernde Lebensmittel bzw. Lebensmittelzusatzstoffe interessant sein können.

Zwei Million Euro für Siegerbeiträge

Bis zum 08.11.2017 konnten Unternehmen, die eine Betriebsstätte im Nordosten haben, sowie Forschungseinrichtungen in Zusammenarbeit mit Unternehmen aus M-V ihre Projektskizzen beim Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit M-V einreichen. Die Projekte sind im Land M-V durchzuführen.

Für den Wettbewerb stehen vom Wirtschaftsministerium Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro für Projektförderungen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

Ausschreibungsunterlagen

Die Ausschreibungsunterlagen zum Ideenwettbewerb Ernährungswirtschaft 2017 können unter Publikationen und Dokumente eingesehen werden.

Publikationen und Dokumente

Aufruf zum Ideenwettbewerb Ernährungswirtschaft 2017