Berufliche Bildung - Fachkräftesicherung

berufsausbildung_by_Karl-Heinz Laube_pixelio_870.jpgDetails anzeigen
berufsausbildung_by_Karl-Heinz Laube_pixelio_870.jpg

Lehrkabinett Elektrotechnik

Foto: Karl-Heinz Laube / 
www.pixelio.de

Lehrkabinett Elektrotechnik

Foto: Karl-Heinz Laube / 
www.pixelio.de

Berufsbildung ist ein Schlüssel zur Persönlichkeitsentwicklung, zur gesellschaftlichen Teilhabe sowie zur Sicherung der Beschäftigungs- und Wettbewerbsfähigkeit. Die duale Ausbildung ist dabei die zentrale Säule zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses in der Wirtschaft. Gut ausgebildete Fachkräfte bleiben das Rückgrat der Innovationskraft unserer Betriebe. Die duale Berufsausbildung in Deutschland ist ein Garant für die im Vergleich zu anderen Staaten Europas niedrige Jugendarbeitslosigkeit.

Das System wird als dual bezeichnet, weil die Ausbildung an zwei Lernorten durchgeführt wird: im Betrieb und in der Berufsschule. Sie dauert in der Regel drei bis dreieinhalb Jahre. Neben zweijährigen Ausbildungsberufen gibt es gesetzliche Regelungen, die eine Verkürzung der Ausbildungszeit mit dem Einverständnis der Betriebe ermöglichen, z. B. für Abiturienten.

Ziel der dualen Ausbildung ist einerseits, eine breit angelegte berufliche Grundbildung zu gewährleisten. Gleichzeitig sollen die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen Qualifikationen und Kompetenzen (unter Berücksichtigung einer sich wandelnden Arbeitswelt) in einem geordneten Ausbildungsgang vermittelt werden. Der erfolgreiche Abschluss befähigt zur Berufsausübung als qualifizierte Fachkraft in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Nach der Ausbildung eröffnen sich über die  berufliche Aufstiegsfortbildung vielfältige Karrierechancen in dem erlernten Beruf (z.B. Meister im Handwerk, Betriebswirt/IHK usw.).

Berufliche und akademische Bildung sind gleichwertig. Im Rahmen ihres gemeinsamen Beschlusses zur Einführung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) legten Bund und Länder im Mai 2013  fest, dass neue Qualifikationsbescheinigungen einen Hinweis auf das jeweilige DQR / EQR-Referenzniveau enthalten sollen. Berufliche Qualifikationen finden sich auf den Niveaus 1 bis 7 des DQR und des EQR wieder. So wird beispielsweise eine dreijährige berufliche Erstausbildung auf Niveau 4 zugeordnet, ein Abschluss als Bachelor, Meister oder Techniker entspricht Niveau 6. Von dieser Zuordnung profitieren Lernende, Berufstätige, Unternehmen und Bildungseinrichtungen gleichermaßen, denn die Wertigkeit ihrer Bildungsabschlüsse wird im europäischen Raum vergleichbar. Bewerbungen und Jobwechsel innerhalb der Europäischen Union sollen dadurch erheblich vereinfacht werden.

Weitere wichtige Gesetze für den Bereich der beruflichen Bildung sind das Berufsbildungsgesetz (BBiG), die Handwerksordnung (HwO), die Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO), das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG), das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) und das Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG).

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit überwacht im Rahmen der Rechtsaufsicht über die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern die duale Ausbildung, führt die Geschäftsstelle des Landesausschusses für Berufsbildung (LAB), beruft die Mitglieder und Stellvertreter des LAB, genehmigt Prüfungsordnungen, errichtet die Meisterprüfungsausschüsse (MPA) und ernennt die Mitglieder und die Stellvertreter der MPA. Außerdem ist der Fachbereich Ansprechpartner bei EU-Bildungsprogrammen (wie ERASMUS+, Leonardo da Vinci) und Bundesprogrammen (Jobstarter, MobiPro-EU, Bildungsketten – Abschluss schaffen, Anschluss finden, Fachkräfte sichern).

Darüber hinaus ist das Fachreferat zuständig für die Umsetzung der Förderprogramme "ÜLU – Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung im Handwerk" und "BOM- Berufsorientierungsmaßnahmen nach § 48 des Sozialgesetzbuches SGB III".