Beispiele für Kleinprojekte

Kleinprojekte sollen bürgerschaftliches Engagement im Land unterstützen und werden entweder über zwölf oder über sechs Monate hinweg gefördert. Die Pauschale dafür beträgt 8200 Euro bzw. 5000 Euro. Pro Jahr stehen in Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) 500.000 Euro dafür zur Verfügung. Die Anträge bzw. Projektideen sind an die Geschäftsstellen der Regionalbeiräte zu richten. Die Regionalbeiräte votieren auf der Grundlage ihrer Budgets dann diese Anträge.

Die Zielgruppe der Projekte ist breitgefächert. Sie reicht von Langzeitarbeitslosen, Jugendlichen, Menschen mit Behinderungen bis hin zu Projekten von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. In nahezu der Hälfte der bewilligten Projekte richtet sich das Engagement auf die Integration von Migrantinnen und Migranten.

Projektbeispiele

Beispiele aus der Region Rostock

Region Rostock: „Familiengeschichte(n)“

Träger: Cultura mobile e.V. Gnoien
Laufzeit: 15.06.2017 -14.06.2018
Zielgruppe: 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Förderhöhe: 8.200,00 €

Konzept:
„Familiengeschichte(n)“ ist ein generationsübergreifendes Projekt zur Entwicklung der Stadtgemeinschaft und des sozialen Zusammenhalts.
Die Teilnehmenden aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Altersklasse sollen anhand alter Fotos und Bilder Familiengeschichten aus der Vergangenheit anschaulich und erlebbar machen. Dabei steht der kreative Austausch zwischen Jung und Alt im Mittelpunkt. Es wird gemeinsam Geschichtsforschung betrieben und die Teilnehmer erleben so den demographischen Wandel und werden aus ihrer Isolation geholt. Die Bedeutung von Familie früher und heute wird erlebbar gemacht und präsentiert.


Region Rostock : Altertümlicher Lehmbackofen

Träger: Bürgerhilfe e.V. Güstrow
Laufzeit: 01.03.2017 -28.02.2018
Zielgruppe: 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Förderhöhe: 8.200,00 €

Konzept:
Mit dem Projekt soll ein altertümlicher Lehmbackofen als Treffpunkt und zentraler Anlaufpunkt für den sozialen Austausch für Menschen aller Generationen aus verschiedenen sozialen Schichten in und um Güstrow gebaut werden. Durch den gemeinsamen Bau sollen soziale Bindungen gefördert werden und unterstützende Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht werden. Die gemeinsame Arbeit und das gemeinsame Erleben stärken den sozialen Zusammenhalt. Menschen aus unterschiedlichen Vereinen arbeiten zusammen, die aufgrund ihres Alltags sonst nicht in Kontakt treten würden.  

Beispiele aus der Region Vorpommern

Region Vorpommern : „Upcycling“ aus alten Dingen neue machen

Träger: Werkelschün e.V.
Laufzeit: 01.11.2017 – 31.10.2018 (12 Monate, 8.200,- EUR), 10-15 Teilnehmende – insbesondere Langzeitarbeitslose

Konzept:
Trotz eines geringen finanziellen Spielraumes soll den Teilnehmern beigebracht werden, sich zu trauen, sich handwerklich ein schönes Umfeld zu schaffen. Es soll aufgezeigt werden, wie man aus vermeintlichem Mül mit einfachen und kostengünstigen Mitteln neue nützliche Dinge schaffen und dabei Spaß haben kann. Hierbei werden Workshops zu den Themen „Möbelverwertung“, „Nähen“ oder „Nützliches für Garten, Freizeit, Schule usw.“ sowie persönliche Beratungen bei den Teilnehmern zu Hause durchgeführt und angeboten. Die Teilnehmer sollen so in die Lage versetzt werden, sich eigene Ideen zu überlegen und diese dann im Projekt umsetzen. Mithin soll hierdurch eine von Erfahrungsaustausch und Zusammenhalt geprägte Gemeinschaft entstehen.

Mehr Informationen:
http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Grimmen/Die-Werkelschuen-haucht-Dingen-neues-Leben-ein
http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Grimmen/Aus-Alt-mach-Neu-in-der-Werkelschuen


Region Vorpommern : „Reisen bildet – Natur aktiv“

Träger: Sozial-kultureller Förderverein Stralsund e.V.
Laufzeit: 01.12.2017 – 30.11.2018 (12 Monate, 8.200,- EUR), 10-15 Teilnehmende – insbesondere Langzeitarbeitslose

Konzept:
Ziel des Projektes ist es, unter pädagogischer Betreuung des Trägers, Langzeitarbeitslosen und deren Familien die Möglichkeit zu geben soziale Teilhabe an kulturellen Veranstaltungen, Tagesausflügen in die nähere Region und anderen Aktivitäten zu geben, damit diese einen sinnvollen Umgang mit der zur Verfügung stehenden Freizeit erlernen. Insbesondere sollen die Teilnehmer gemeinsam im Team planerisch und organisatorisch tätig werden, wodurch es zu einer Stärkung des Zusammengehörigkeits- und Selbstwertgefühls kommen und bestehende Ängste und
Hemmnisse abgebaut werden sollen. Hierdurch kann nachhaltig die gesellschaftliche Teilhabe am sozialen Gemeinwesen gefördert und gestärkt werden.

Beispiel aus der Region Westmecklenburg

Region Westmecklenburg : „Gartendorf Ziegendorf“

Träger: Verein Neues Landleben Bresch e.V.
Laufzeit: 01.03.2017 -28.02.2018
Zielgruppe: 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Förderhöhe: 8.200,00 €

Konzept:    
Das Vorhaben richtet sich generationenübergreifend an in Ziegendorf lebende Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren unabhängig von Geschlecht, Herkunft sowie Weltanschauung. Es greift damit den Umstand vielfach unzureichender sozialer, kultureller und sonstiger Betätigungsangebote für Menschen aller Altersgruppen im ländlich-peripheren Raum mit seinen nur noch schwach ausgeprägten Infrastrukturen auf. Projektziel ist vor diesem Hintergrund die Ermöglichung sozialer Teilhabe, das Durchbrechen von sozialer Isolation und Lethargie, die (niedrigschwellige) Vermittlung von Wissen, die Entwicklung bürgerschaftlichen Engagements und letztlich die Stärkung der dörflichen Gemeinschaft. Dabei sollen die Teilhabenden ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten erkennen. Anknüpfend an den bisherigen Ausbau des Pfarrhauses als neues soziales und kulturelles Zentrum Ziegendorfs wird mit dem aktuellen Vorhaben noch weiter nach „außen“ gegangen. Unter dem Motto „Gartendorf Ziegendorf“ werden angestrebt die Anlage eines Bienendorfparks, die Anlage eines Hildegard-von-Bingen-Gartens, der Bau und die Aufstellung von (einfachen) Gartenbänken im Dorf. Diese Aktivitäten werden durch die Vorbereitung und Durchführung von Dorffesten (Erntefest, Kürbisfest), Arbeiten in der Kreativwerkstatt (z.B. Malkurs) und im Innovationszimmer des Pfarrhauses (Ideenschmiede zur Weiterentwicklung des Dorfparks zu einem Bildungspark) ergänzt.

Beispiele aus der Region Mecklenburgische Seenplatte

Region Mecklenburgische Seenplatte: Kreatives Familiencafé

Träger: Demminer Bürger e. V.
Laufzeit: 01.09.2017 – 31.08.2018
Zielgruppe: Mit dem Vorhaben werden Frauen und Familien (mindestens 10 Familien) aus Demmin und der näheren Umgebung in das kulturelle und soziale Leben der Kleinstadt Demmin und der Region integriert.

Ziele: Mit der Schaffung kultureller, beratender und aktivierender Angebote wird Familien eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. In der Auseinandersetzung mit kultureller und kreativer Arbeit bringen sich die Teilnehmenden aktiv ein. Dabei erfahren sie Anerkennung und werden vor sozialer Isolation bewahrt. Das gemeinsame Tun und kreative Ausdrucksmöglichkeiten fördern die sprachliche und persönliche Entwicklung der Teilnehmenden. Vorurteile werden abgebaut und Toleranz und Verständigung in der Region gefördert. Gemeinsame Ausflüge in die Region stärken das Gemeinschaftsgefühl und ermöglichen das Kennenlernen und fördern die Identifizierung mit der Region. Es ist vorgesehen, dass die teilnehmenden Familien kontinuierlich in der Druckwerkstatt arbeiten und während des Projektzeitraumes ein eigenes Buch oder andere Druckerzeugnisse entstehen, die öffentlich präsentiert werden können. Als nachhaltiges Ziel wird die Mitgestaltung der Angebote durch die teilnehmenden Frauen, die schrittweise Verantwortungsübernahme und gestalterisches Tätig sein erwartet und die Bindung einiger TN auch nach dem Projekt an den Verein, um mit ihnen neue Angebote zur entwickeln und das bürgerschaftliche Engagement in der Region Demmin so langfristig zu stärken. Seit Ende September treffen sich Familien in den Räumen des Demminer Bürger e.V.

Projektverlauf Stand 01.01.2018: Bis jetzt handelt es sich um wöchentliche Veranstaltungen mit dem Namen "Kolibri", die einladen, sich bei gemütlicher Atmosphäre zu treffen, gemeinsam zu lesen, kreative Drucktechniken auszuprobieren, zu schreiben und eigene Ideen einzubringen.

Es nahmen bisher 15 Personen regelmäßig am Projekt teil, eine Mischung aus Erwachsenen (Frauen), Kindern und Jugendlichen. Diese Mischung kann man auch während des kreativen Familiencafés erleben, was die Veranstaltung so besonders macht, da die Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener kultureller Hintergründe sich teilweise zum ersten Mal begegnen und über die kreative Arbeit eine einfache Form des Kennenlernens und Austausch möglich ist. Daneben entstanden weitere Aktivitäten durch die Ideen der Teilnehmenden. In der Weihnachtszeit wurden gemeinsam Plätzchen gebacken, spontan gab es auch schon Hausaufgabenhilfe, es wurde angeregt, Bücher zum Tausch anzubieten und es ist ein Menü geplant, welches Jugendliche für Erwachsene kochen.


Region Mecklenburgische Seenplatte : „Hast`n Plan ?“ Kinderstadtplan Waren (Müritz)

Träger: Demokratischer Frauenbund e.V. Waren, Ortsverein
Laufzeit: 01.12.2017 – 30.11.2018

Zielgruppe: In das Projekt aktiv eingebunden werden 10 - 15 langzeitarbeitslose oder von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohte Frauen und Männer mit besonderen familiären, beruflichen und gesundheitlichen Einschränkungen aus Waren (Müritz) und dem ländlichen Einzugsbereich, die Aufgrund ihrer derzeitigen Lebenssituation unter sozialer Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit leiden.

Ziele:  Es handelt sich um ein Angebot für arbeitslose Frauen und Männer, um die durch Arbeitslosigkeit entstandene Isolation zu durchbrechen, soziale Kontakte zu knüpfen und zu fördern, sowie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Die Teilnehmenden, die Freude am Recherchieren, Dokumentieren, Fotografieren, Interviewführung und Kommunikation haben, bekommen die Möglichkeit, in einer Gruppe gemeinsam einen Kinderstadtplan für die Stadt Waren (Müritz) und deren Gäste zu erstellen.    
Projektverlauf Stand 01.01.2018: Es konnten im 1. Monat 10 Teilnehmer/innen gewonnen werden. Sie treffen sich 2x wöchentlich. Es fand ein gemeinsames Kennenlernen statt und durch einen Zielfindungsworkshop konnte sich jeder TN mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten mit einbringen (Recherche, Erstellung und Bearbeitung Bildmaterial, Interviewführung).
 
Die nächsten Arbeitsschritte werden das Sammeln der Adressen von Schulen, Spielplätzen sowie Freizeiteinrichtungen sein. Es finden zusätzlich monatliche Workshops statt. Sport, Interviewführung, Fotobearbeitung sind Gegenstand. Es sind sportliche Aktivitäten geplant wie: Fahrradfahren, Kegelnachmittage und es geht um gesunde Ernährung und Gewichtsabnahme.

Publikationen und Dokumente

Publikationen

Kleinprojekte in Mecklenburg-Vorpommern

Ideen stiften, Perspektiven eröffnen, soziale Teilhabe stärken.

Stand: Juni 2016