Regionale Arbeitsmarkt- und Strukturentwicklung

Broschüre Regionalbeiräte

Die Broschüre bietet einen Ausschnitt aus der Arbeit der Regionalbeiräte und präsentiert vor allem Projekte, die beispielhaft für das Engagement zahlreicher Akteure stehen – bei der Regional-, Struktur- und Wirtschaftsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern, bei der Unterstützung von Arbeitslosen zurück auf dem Weg in den Arbeitsmarkt und bei der Schaffung von Möglichkeiten sozialer Teilhabe.

Arbeitsmarkt und Wirtschaft haben sich in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Der wirtschaftliche Aufschwung führt dazu, dass die Arbeitslosigkeit stetig sinkt und die Anzahl der zur Verfügung stehenden sozialversicherungspflichtigen Jobs ansteigt. Fachkräftegewinnung, -sicherung und Wachstumsförderung stellen regionsübergreifend aktuell eine Herausforderung dar.

Der wirtschaftliche Aufschwung und die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes sind jedoch nicht in allen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns gleichermaßen stark angekommen. So stehen den wirtschaftsstarken Metropolregionen im Westen des Landes die wirtschaftlich schwächeren Regionen im Osten Mecklenburg-Vorpommerns gegenüber. Daher gilt es in den verschiedenen Teilräumen die unterschiedlichen Problemlagen und Herausforderungen entsprechend zu erkennen und darauf mit einer regionalspezifischen Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik zu reagieren.

In Mecklenburg-Vorpommern erfolgt bereits seit Beginn der Förderperiode 2000 - 2006 eine Regionalisierung der maßgeblich aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gestützten Arbeitsförderung des Landes. Diese Regionalisierung wird auf Beschluss der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern in der Förderperiode 2014 - 2020 fortgesetzt.

Partnerschaftlich zusammengesetzte Regionalbeiräte in den Teilregionen Westmecklenburg, Region Rostock, Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern gestalten wesentliche Teile der Arbeitsmarktförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit.

Auf der Grundlage regionaler Handlungskonzepte und konkreter Auswahlkriterien entscheiden die Regionalbeiräte darüber, welche Projekte die höchsten Effekte für die Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsförderung sowie die Regional-, Struktur- und Wirtschaftsentwicklung erwarten lassen und deshalb finanziell gefördert werden.

Diese Regionalisierungsstrategie basiert vor allem auf der Erfahrung, dass die Akteure vor Ort aufgrund ihrer räumlichen Nähe das größte Wissen über die sozio-ökonomischen Spezifika in den verschiedenen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns besitzen und daher zielgenauer als aus Landesperspektive handelnde Institutionen chancenreiche Anknüpfungspunkte für nachhaltige Projekte bestimmen können.

Den vier Regionalbeiräten stehen hierfür fünf Förderinstrumente für die Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsförderung sowie für die Regional-, Struktur- und Wirtschaftsentwicklung zur Verfügung:

Strukturentwicklungsmaßnahmen

Strukturentwicklungsmaßnahmen unterstützen Aktivitäten, die auf die Stärkung der Schwerpunkte der lokalen, regionalen oder überregionalen wirtschaftlichen Entwicklung durch die Schaffung oder Sicherung von Arbeitsplätzen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausgerichtet sind.

Integrationsprojekte

Mit Integrationsprojekten werden Aktivitäten gefördert, welche die Beratung, Information und Eingliederung von langzeitarbeitslosen Frauen und Männern mit besonderen Vermittlungshemmnissen oder Personen mit besonderen arbeitsmarktlichen Problemlagen verbinden mit der Unterstützung des Zuganges in den allgemeinen Arbeitsmarkt und der Erreichung sozialer Integration durch Erwerbsarbeit.

Berufliche Mobilität

Im Rahmen der Förderung der Beruflichen Mobilität sollen Maßnahmen gefördert werden, die zur Erhöhung der erwerbsbezogenen Mobilität von erwerbstätigen Frauen und Männern, insbesondere mit Kinderbetreuungs- und Pflegeaufgaben dienen, die vorrangig darauf ausgerichtet sind, die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben zu verbessern oder die Potenziale von Frauen und Männern besser zu nutzen und durch Steigerung des Arbeitszeitvolumens, vor allem der Frauen, einen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur eigenständigen Existenzsicherung von Frauen zu leisten.

Familiencoach

Der Familiencoach unterstützt Aktivitäten, mit denen langzeitarbeitslose und von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohte Mütter und Väter in familiären Problemlagen Hilfsangebote zum Abbau individueller Ver­mittlungshemmnisse u.a. durch Bündelung, Vernetzung und Ergänzung von Angeboten und Leistungen der Arbeitsmarktförderung und der Jugend- und Familienhilfe erhalten, um die Chancen auf eine Beschäftigung am allgemeinen Arbeitsmarkt zu verbessern.

Am 23. August 2019 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales das Bundes-ESF-Modellprogramm „Akti(F) – Aktiv für Familien und ihre Kinder“ gestartet. Ziel der Förderung ist es, die Lebenssituation und die gesellschaftliche Teilhabe von Familien und ihren Kindern, die von sozialer Ausgrenzung und Armut bedroht sind, zu verbessern. Die Familien sollen Unterstützung zur Aufnahme einer auskömmlichen Beschäftigung und zur Annahme von lokal und regional vorhandenen Hilfsangeboten, einschließlich Sozialleistungen, erhalten. Darüber hinaus sollen die Modellvorhaben einen strukturellen Beitrag zur Verbesserung der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit vor Ort leisten.
Der Bund greift mit seinem Programm den in Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich erprobten Ansatz, die Chancen langzeitarbeitsloser und von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohter Mütter und Väter auf eine berufliche Integration zu verbessern, in dem ein familienorientierter Förderansatz verfolgt wird, in einem eigenen ESF-Programm auf und entwickelt es weiter.

Mit Inkrafttreten des Bundesprogramms Akti(F) können keine neuen Projekte aus der Richtlinie Familiencoach gefördert werden.

Kleinprojekte

Kleinprojekte dienen dazu, für Frauen, Männer und deren Familien sowie insbesondere für von Langzeitarbeitslosigkeit Bedrohte, Angebote zur sozialen Teilhabe zu schaffen. Unterstützt werden kleine lokale  Projekte vor allem in den drei Handlungsfeldern Gesundheit, Sport/Bewegung und bürgerschaftliches Engagement.

Über die folgende Verlinkung gelangen Sie zu „Beispielen aus der Praxis“.

Über die folgende Karte gelangen Sie zu dem für Ihre Region zuständigen Regionalbeirat und dessen Geschäftsstelle.

Kontakt

Hausanschrift
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 5 - Arbeit
Referat 520 - Berufliche Integration und regionale Arbeitsmarktförderung
Johannes-Stelling-Straße 14
19053 Schwerin
Referatsleiter
Frank Geißler
Telefon: 0385-588 5520
Telefax: 0385-588 5052

Die folgenden Dokumente informieren Sie über die aktuellen Förderinstrumente der Regionalbeiräte und machen Ihnen die Einreichung von Projektideen möglich. Die Zusammenstellung über die „Fördermöglichkeiten durch die Regionalbeiräte in der ESF-Förderperiode 2014-2020“ gibt einen kompakten Überblick über die Förderinstrumente und deren anzuwendende Richtlinien, stellt ausgewählte Förderbeispiele vor und informiert über die Zusammensetzung und Sitzungstermine der Regionalbeiräte. Detaillierte Informationen zu Ansprechpartnern sowie Einreichungsterminen finden Sie auf den Seiten der einzelnen Regionalbeiräte Westmecklenburg, Region Rostock, Mecklenburgische Seenplatte bzw. Vorpommern sowie auf den unten angefügten Hinweisblättern.