14. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

FAQ Corona

Was passiert, wenn ich selbst an Corona erkranke?

Sie haben – wie bei jeder anderen Krankheit auch – Anspruch auf Entgelt­fortzahlung im Krankheitsfall für den Zeitraum von sechs Wochen. Nach diesem Zeitraum haben gesetzlich Kranken­versicherte grund­sätzlich Anspruch auf Kranken­geld.

Gibt es Lohnfortzahlung, wenn ich in Quarantäne muss?

Ja. Wenn das Gesundheitsamt bei Ihnen Quarantäne anordnet, zahlt der Arbeitgeber in der Regel den Lohn für sechs Wochen weiter. Der Arbeitgeber kann sich die ausgezahlten Beträge auf Antrag erstatten lassen. Dauert es länger, übernimmt der Staat eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes.

Auch Selbstständige und Freiberufler, für die das Gesundheitsamt Quarantäne angeordnet hat, erhalten ihren Verdienst­ausfall ersetzt. Sie stellen den Antrag auf Entschädigung direkt beim Gesundheitsamt.

Wichtiger Hinweis: Entschädigung nach § 56 Infektions­schutzgesetz kann nur erhalten, wer vom Gesundheitsamt persönlich unter Quarantäne gestellt wurde. Entscheidungen wegen eines Verdienst­ausfalls aufgrund allgemeiner Maßnahmen sind nicht möglich.

Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, wenn ich mich wegen des Coronavirus krankschreiben lasse?

Fragen des Arbeitgebers nach dem Gesundheits­zustand eines Arbeitnehmers bedürfen grundsätzlich einer besonderen Rechtfertigung. Aus diesem Grund enthalten ärztliche Arbeits­unfähig­keits­be­schei­ni­gun­gen, die den Arbeit­gebern vorgelegt werden, keine Diagnosen.

Wurde bei einem Arbeitnehmer jedoch eine Erkrankung an Corona festgestellt, kann der Arbeitgeber aber Auskunft hierüber verlangen, damit er seinen Fürsorge- und Schutz­pflichten nachkommen und die gesund­heit­lichen Belange anderer Arbeitnehmer schützen kann.

Muss der Arbeitgeber seinen Angestellten Masken bereitstellen?

Ja, wenn der Arbeitgeber seine Mitarbeiter zum Tragen einer Maske am Arbeitsplatz verpflichtet hat. Der Arbeitgeber hat eine für die Verrichtung der Arbeit erforderliche Anzahl von Masken zur Verfügung zu stellen. Der Arbeitsweg und private Gebrauch sind nicht mit einzubeziehen.

Was passiert, wenn der Arbeitgeber mich nach Hause schickt, weil ich Husten habe?

Sie bekommen Ihren Lohn weiter. Der Arbeitgeber ist aus seiner Fürsorgepflicht heraus verpflichtet, einen objektiv arbeitsunfähig erkrankten Arbeitnehmer von der Arbeit fernzuhalten. Ein Arbeitgeber, der Arbeitnehmer, die arbeitsfähig und auch arbeitsbereit sind, rein vorsorglich nach Hause schickt, bleibt zur Zahlung der Vergütung verpflichtet. In diesen Fällen muss der Arbeitnehmer die ausgefallene Arbeitszeit auch nicht nachholen.

Wurde eine Home-Office-Pflicht beschlossen?

Nach der neuen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sind Arbeitgeber seit dem 27.01.2021 verpflichtet Beschäftigten anzubieten ihre Tätigkeiten im Home-Office (Zuhause) durchführen zu können, wenn ihr Tätigkeitsbereich dies zulässt. Diese Regelung ist verpflichtend sofern es keine zwingenden betriebsbedingten Gründe für eine Anwesenheit vor Ort gibt. Es muss belegbar und nachvollziehbar sein, dass der übrige Betrieb nur eingeschränkt oder gar nicht aufrechterhalten werden kann, wenn der Beschäftigte im Home-Office arbeitet. Setzt die Tätigkeit die Anwesenheit im Büro voraus, -  z.B. bei notwendiger Annahme und Erfassung von Waren, Annahme und Bearbeitung von Post(Sendungen) oder zur Anlegen/Bearbeitung von zwingend notwendigen physische Akten - scheidet eine Homeoffice-Tätigkeit aus. Sollte es an technischer Ausstattung mangeln, kann dies nur befristet als ein betrieblicher Grund aufgeführt werden, bis diese erworben wurde.

Die Arbeitnehmer können sich an die Arbeitsschutzbehörden der Länder und an die Unfallversicherungsträger wenden, die die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben kontrollieren. Bei Nichteinhalten der Verordnung drohen Geldbußen in Höhe von bis zu 30.000 €.

Das Recht auf Home-Office ist bis zum 30.04.2021 befristet.

Dort, wo Präsenz am Arbeitsplatz weiter erforderlich ist, muss für Arbeitsbereiche auf engem Raum im Rahmen der Umsetzung der COVID19-Arbeitsschutzstandards weiterhin die Belegung von Räumen reduziert werden oder es sind ohne ausreichende Abstände medizinische Masken einzusetzen, die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden. Zur weiteren Reduzierung der Fahrgastzahlen im ÖPNV zu klassischen Berufsverkehrszeiten werden die Unternehmen aufgefordert, flexible Arbeitszeiten wo immer möglich so einzusetzen, dass das Fahrgastaufkommen zu Arbeitsbeginn und -ende möglichst stark entzerrt wird.

Zur weiteren Stimulierung der Wirtschaft und zur Förderung der Digitalisierung werden bestimmte digitale Wirtschaftsgüter rückwirkend zum 1. Januar 2021 sofort abgeschrieben. Damit können insoweit die Kosten für Computerhardware und Software zur Dateneingabe und -verarbeitung zukünftig im Jahr der Anschaffung oder Herstellung steuerlich vollständig berücksichtigt werden. Gleichzeitig profitieren davon auch alle, die im HomeOffice arbeiten. Die Umsetzung soll untergesetzlich geregelt und damit schnell verfügbar gemacht werden.

Weitere Informationen zu der neuen Verordnung erhalten Sie in den FAQ's des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Unter welchen Voraussetzungen können Fortbildungen weiterhin stattfinden?

Fortbildungen und Weiterbildungen können nur stattfinden, wenn die weitere Ausführung des Berufes relevant und unabdingbar sind. So sind Schulungen für neue Gerätschaften oder jährliche Auffrischungskurse, ohne die eine weitere Beschäftigung nicht möglich ist, erlaubt.

Sind Lehrgangsteilnehmer aus Risikogebieten geduldet?

Nein. Eine Teilnahme muss in diesem Fall online erfolgen.

Sind Gemeinschaftsaktivitäten in Firmen weiterhin zulässig?

Gemeinschaftsaktivitäten in Firmen sind grundsätzlich verboten. Fortbildungen und Weiterbildungen können jedoch stattfinden, wenn sie für die weitere Ausführung des Berufes relevant und unabdingbar sind. So sind Schulungen für neue Gerätschaften oder jährliche Auffrischungskurse, ohne die eine weitere Beschäftigung nicht möglich ist, erlaubt.

Bin ich verpflichtet, Dienstreisen anzutreten oder an dienstlichen Veranstaltungen teilzunehmen?

Grundsätzlich ja. Das Recht, solche Tätigkeiten zu verweigern, haben Sie nur, wenn die Arbeit eine erhebliche objektive Gefahr darstellt oder zumindest ein ernsthafter, objektiv begründeter Verdacht der Gefährdung für Leib oder Gesundheit vorliegt. Dies ist im Einzelfall zu entscheiden.

Wie sieht es mit dem Kurzarbeitergeld aus?

Kurzarbeitergeld wird in derselben Höhe wie Arbeitslosengeld bezahlt und beträgt für Arbeitnehmer mit Kindern 67 Prozent der Differenz zwischen dem vollen Lohn und dem Lohn, der mit Kurzarbeit gezahlt wird. Arbeitnehmer ohne Kinder erhalten 60 Prozent der Differenz.

Wo erhalte ich weitere Informationen zu Arbeitnehmerfragen?

Weitere Informationen zu Fragen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit zu finden.