Schwesig: "Durch gute Ostsee-Zusammenarbeit gewinnen alle"

3. Baltic Sea Business Day in Rostock

Schwesig auf dem Baltic Sea Business Day 2026 vor der Deutschland- und der MV-FlaggeDetails anzeigen
Schwesig auf dem Baltic Sea Business Day 2026 vor der Deutschland- und der MV-Flagge

Der Bal­tic Sea Bu­si­ness Day (BSBD) ist das Spit­zen­tref­fen der de­mo­kra­ti­schen Ost­see­an­rai­ner - ein Fo­rum für Ideen­austausch und eine Plattform rund um die Ostsee. Nach zwei Veranstaltungen mit zuletzt 500 Gästen lud die Landes­regierung Mecklen­burg-Vorpommern unter der Schirm­herrschaft der Minister­präsidentin gemeinsam mit den Wirtschafts­kammern am 16. April 2026 zum 3. BSBD in die Stadthalle Rostock ein.

Minis­ter­prä­siden­tin Ma­nue­la Schwe­sig betonte vor über 650 Gästen den Wert der Zusammen­arbeit: Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern wollen Geschäfte im Ostseeraum machen. Wir laden Unternehmen aus anderen Ostseeländern ein, bei uns zu investieren. Denn wir sind davon überzeugt: Durch gute Ostsee­zusammen­arbeit gewinnen alle. Die Zusammen­arbeit mit den Nachbarn rund um die Ostsee voranzubringen, sei ihr ein persönliches Anliegen.

Schwesig bilanzierte: Das Handels­volumen Deutschlands mit den Ostsee­anrainer­staaten ist mit 341 Milliarden Euro größer als mit den Haupt­handels­partnern China und den Vereinigten Staaten. Mecklenburg-Vorpommern wickelt etwa 25 Prozent seines Außen­handels mit den Ostsee­ländern ab. Nach vorläufigen Zahlen ist das Gesamtvolumen im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf fast 21 Milliarden Euro gestiegen. Unser Außenhandel zeigt sich robust und im Aufwärtstrend. Das ist eine gute Nachricht und angesichts der schwierigen Wirtschafts­lage in ganz Deutschland keine Selbst­verständlichkeit. Selbst wenn sich in diesen Zahlen der Verkauf eines großen Kreuzfahrt­schiffs bemerkbar mache, sei Außen­handel im Wesentlichen der Handel mit Produkten des Alltags und des Industrie­bedarfs. Außen­handel bedeute Wert­schöpfung im Land.

Ostsee bedeutende Handelsregion für Mecklenburg-Vorpommern

Unter den wichtigsten zwölf Außen­handels­partnern des Landes befinden sich die fünf Ostsee­anrainer Polen, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland.

Zu unseren Haupt­export­gütern in den Ostseeraum gehört Weizen ebenso wie Schiffe. 70 Prozent der Dünge­mittel, die wir exportieren, gehen in den Ostseeraum. Wir importieren Erdöl, Erdgas und Mineralöl­erzeugnisse. 94 Prozent dessen, was wir an Papier und Pappe importieren, kommt aus Finnland. Polen ist ohnehin einer unser wichtigsten Außen­handels­partner, 2025 betrug das Handelsvolumen 1,4 Milliarden Euro, führte Schwesig aus.

Das gute Ergebnis verdanken wir sowohl einheimischen Unternehmen, die sich im Import und Export betätigen, als auch Unternehmen aus den anderen Ostsee­staaten, die in Mecklenburg-Vorpommern investiert haben und heimisch geworden sind, so die Minister­präsidentin. Sie alle brächten die Wirtschaft ebenso voran, wie die Zusammenarbeit rund um die Ostsee.

Landesregierung unterstützt Unternehmen im Außenhandel

Für die Landes­regierung sei die Unterstützung der Unternehmen im Außen­handel ebenso wichtig, wie der Kontakt zu Investoren im Ausland. Die Regierungs­chefin machte klar: Jedes Unternehmen, das in Mecklenburg-Vorpommern investieren oder erweitern will, findet in der Staats­kanzlei und im Wirtschafts­ministerium offene Türen und die Bereitschaft, konkret zu helfen. Wir sind ein Land der kurzen Wege und Ansiedlung ist bei uns Chefinsache.

Das Engagement zahle sich aus. Der Außenhandel schaffe neue Arbeits­plätze. Das zeige u.a. die Produktions­erweiterung der Firma Haff-Dichtungen aus Ueckermünde. Auf dem Deutsch-Lettischen Wirtschaftstag wurden von Familie Ruhnau konkrete Aufträge angebahnt und diese führen nun zu einer Erweiterung der Produktion. Jetzt werden mehr als 4 Millionen Euro investiert und am Standort neue Arbeitsplätze geschaffen, so die Regierungschefin.

Schwesig nannte ein weiteres Beispiel: Während andere Regionen unter geopolitischen Spannungen stehen, wächst der Kreuzfahrt­tourismus in unserer Region und wir wachsen zusammen. Er macht den Ostseeraum für die Menschen erfahrbar.

AIDA allein plant im nächsten Jahr 392 Anläufe in den Häfen des demokratischen Ostseeraums mit über 1,3 Millionen Passagieren. Das stärkt den Ostseeraum und wir sind mit AIDA vorn dabei, sagte die Regierungschefin.