Gemeinsamer Zukunftsplan Kita aufgestellt

Landesregierung und Iniatioren des Volksbegehrens verständigen sich

Kinder beim Essen in einer Kita. Eine Erzieherin serviert Obst.Details anzeigen
Kinder beim Essen in einer Kita. Eine Erzieherin serviert Obst.

Kinder beim Essen in einer Kita

Kinder beim Essen in einer Kita

Mehr Qua­li­tät in Krip­pe, Kin­der­gar­ten und Hort, mehr Pla­nungs­si­cher­heit für Fach­kräf­te und wei­ter­hin bei­trags­freie Kitas für Eltern: Die Landes­regierung, die kommunalen Spitzen­verbände, die Initiatoren des Volks­begehrens und weitere Partner haben sich auf konkrete Schritte für die Kinder­tages­förderung in Mecklenburg-Vorpommern verständigt.

Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat gemeinsam mit den Initiatoren des Kita-Volksbegehrens eine Verständigung über die weitere Entwicklung der Kitas erzielt. An der Einigung beteiligt waren außerdem der Landkreistag, der Städte- und Gemeindetag, die Gewerkschaften GEW und ver.di, der Kita-Landeselternrat sowie die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erklärte nach dem Kita-Gipfel: Ausreichend Plätze, Beitragsfreiheit und kleine Gruppen dürfen kein Gegensatz sein. Diese drei Bereiche gehören für mich zusammen. Die Beitragsfreiheit in Mecklenburg-Vorpommern gilt seit 2020 und bedeutet laut Einigungspapier für Familien eine Entlastung von bis zu 18.000 Euro je Kind.

Beitragsfreiheit bleibt zentral

Kern der Ver­stän­di­gung sind kon­kre­te Ver­bes­se­run­gen beim Fach­kraft-Kind-Ver­hält­nis. In der Krippe soll es ab dem 1. Januar 2027 auf fünf Kinder je Fachkraft abgesenkt werden. Im Hort soll das Verhältnis ab dem 1. August 2027 auf 21 Kinder je Fachkraft verbessert werden. Die Regierungs­koalition will diese Änderungen in das laufende Gesetzgebungs­verfahren zur Novelle des Kindertages­förderungs­gesetzes einbringen.

Für weitere Schritte ist vorgesehen, im Jahr 2027 eine erneute Novellierung des Kindertages­förderungs­gesetzes anzustreben. Ziel ist es, das Fachkraft-Kind-Verhältnis im Kindergarten ab dem 1. Januar 2028 auf 13 Kinder je Fachkraft und im Hort ab dem 1. Januar 2029 auf 20 Kinder je Fachkraft abzusenken. Diese weiteren Verbesserungen sollen gemeinsam mit der kommunalen Ebene beraten werden.

Bessere Betreuungsschlüssel in mehreren Stufen

Zudem werden ab Juni 2026 in allen sechs Landkreisen und den beiden kreisfreien Städten regionale Runde Tische eingerichtet. Dort sollen Landkreise, Städte und Gemeinden, Kita-Träger, Gewerk­schaften, Eltern­vertretungen und Landes­regierung gemeinsam beraten, wie die Kita-Planung vor Ort weiterentwickelt und Beschäftigungs­perspektiven für Fachkräfte gesichert werden können. 

Ein weiterer Bestandteil der Einigung ist ein Zukunftspakt Kita. Er soll am 1. Januar 2027 starten und fünf Jahre laufen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Evaluation des Landesrahmen­vertrages, die qualitative Weiter­entwicklung des Kita-Systems, die Folgen der demografischen Entwicklung und mögliche weitere Qualitäts­stufen ab 2030.

Regionale Planung und Zukunftspakt Kita

Die Minister­präsi­dentin betonte, Mecklen­burg-Vorpommern habe im Kita-Bereich bereits viel erreicht. Das Land sei beitragsfrei, biete lange Betreuungs­zeiten und habe die Gruppen im Kindergarten in den vergangenen Jahren schrittweise verkleinert. Zugleich bleibe es wichtig, gute Bildung von Anfang an zu sichern und die Arbeitsplätze der Erzieherinnen und Erzieher im Land zu erhalten.

Mit Blick auf die Einigung sagte Schwesig: Wir haben heute gute Nachrichten für die Erzieherinnen und Erzieher, vor allem aber für die Eltern und die Kinder im Kita-Bereich. Wir wollen vor Ort gemeinsam die Zukunft der Kitas planen und weitere Schritte zu kleineren Gruppen gehen.

Volksbegehren wird nicht weiterverfolgt

Auf Grundlage der Verständigung werden die Initiatoren des Volks­begehrens das Verfahren nicht weiterverfolgen. Ein Antrag auf Zulassung des Volks­begehrens soll nicht gestellt werden.