Landesregierung fordert schnelle Entlastung bei Kraftstoffpreisen

Spitzengespräch der Landesregierung mit Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft, Gewerkschaften und Kommunen

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Beratung mit den Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft, Gewerkschaften und Kommunen.Details anzeigen
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Beratung mit den Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft, Gewerkschaften und Kommunen.

Spitzengespräch im Schweriner Schloss

Spitzengespräch im Schweriner Schloss

Bei ei­nem Spit­zen­ge­spräch der Lan­des­re­gie­rung mit Ver­tre­terin­nen und Ver­tre­tern von Wirt­schaft, Ge­werk­schaf­ten und Kom­mun­en am 14. April 2026 wurde deut­lich:
Die stark ge­stie­ge­nen Kraft­stoff­prei­se tref­fen viele Bereiche der Wirt­schaft hart, unter anderem das Verkehrs- und Logistik­gewerbe, die Landwirt­schaft, das Baugewerbe, den Einzelhandel und die Häfen.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: Insbesondere der Anstieg der Kraftstoffpreise belastet viele Unternehmen sowie die Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern massiv. Wir haben uns deshalb in den letzten Wochen auf Bundesebene für Entlastungen für die Wirtschaft sowie die Bürgerinnen und Bürger eingesetzt.


Entlastung muss schnell und spürbar wirksam werden

Die Landesregierung begrüßt, dass der Bund eine Absenkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel angekündigt hat. Schwesig: Das ist ein erster richtiger Schritt. Aus Sicht Mecklen­burg-Vorpommerns muss die Entlastung nun aber schnell, vollständig und spürbar bei Verbrauche­rinnen und Verbrauchern sowie Unter­nehmen ankommen. Zudem darf sie nicht starr auf zwei Monate begrenzt bleiben, sondern sollte sich an der weiteren Entwicklung der Krise und der Energiepreise orientieren. Auch ungerechtfertigte Krisengewinne sollen abgeschöpft und für Entlastungen eingesetzt werden.

Weitere Maßnahmen im Überblick

Darüber hinaus sprechen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Spitzengesprächs für weitere konkrete Maßnahmen aus:
Sollte der Bund aufgrund der aktuellen Entwicklung Steuermehr­einnahmen erzielen, sollen diese für zusätzliche Entlastungen eingesetzt werden. Einer Mehrwertsteuer­erhöhung wird eine klare Absage erteilt. Für Verkehrs- und Logistik­unternehmen soll geprüft werden, die Doppelbelastung durch Kraftstoff­besteuerung und Maut zumindest auszusetzen. Betroffene Unternehmen sollen zudem bei Corona-Über­brückungs­hilfen weiter entlastet werden; dafür werden zusätzliche Stundungen und gegebenenfalls Erlasse auf Landesebene vorbereitet, zugleich wird der Bund gebeten, Prüfungen und Rück­forderungen für die Dauer der aktuellen Situation auszusetzen.


Gesetz zum Bürokratieabbau

Die Landesregierung will in der kommenden Woche ein Gesetz zum Bürokratie­abbau auf den Weg bringen. Zugleich wird der Bund aufgefordert, gemeinsam mit den Ländern ein Moratorium für Dokumentations- und Berichts­pflichten der Wirtschaft zu erlassen. Land und Kommunen wollen gemeinsam mit der Wirtschaft die Umsetzung des Sonder­vermögens für Infrastruktur und Klima­verträglichkeit vorantreiben. Außerdem hält das Land am Senioren- und Azubi-Ticket als ermäßigtem Deutsch­land­ticket sowie an der beitragsfreien Kita fest.

 

Steuerliche Entlastung von Biokraftstoffen

Auch die steuerliche Entlastung von Biokraft­stoffen wird als wichtiger Schritt gesehen. Eine vollständige Steuerbefreiung für Unternehmen könnte kurzfristig entlasten und zugleich den Umstieg auf klima­freund­lichere Antriebe fördern. Darüber hinaus sollen die Potenziale von Bioenergie und Biokraftstoffen stärker genutzt und Förder­möglichkeiten sowie Planungs­sicherheit bei Biogas abgesichert werden. Der Bund wird aufgefordert, eine Offensive für Biodiesel in Land- und Forst­wirtschaft sowie in Verkehrs- und Logistik­wirtschaft und Schiff­fahrt auf den Weg zu bringen. Zudem wollen Wirtschafts- und Finanz­ministerium gemeinsam mit Wirtschaft und Banken über Maßnahmen zur Liquiditäts- und Investitions­sicherung beraten.


Breite Unterstützung im Land

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: Das Gespräch in Schwerin hat gezeigt: Im Land besteht breite Einigkeit über die notwendigen Schritte. Unser Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger und insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen mit ihren Beschäftigten zu entlasten. Die Sicherung von Unternehmen und Arbeitsplätzen hat für uns alle oberste Priorität.