Hilfe für Opfer von Gewalttaten

Traumaambulanzen

Von Gewalt betroffen zu sein - das ist eine Erfahrung, die bei vielen Menschen eine tiefe seelische Verwundung (ein psychisches Trauma) hinterlässt. Sie kann zu lebenslangen und schweren Beeinträchtigungen führen. Daher ist eine schnelle fachkompetente psy-chologische Betreuung und Behandlung nach einer Gewalttat sehr wichtig. Aus diesem Grunde hat das Sozialministerium im Jahr 2013 zusammen mit dem Landesamt für Ge-sundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern (LAGuS) dem Beispiel anderer Bundes-länder folgend den Aufbau von Traumaambulanzen initiiert. Hier erhalten Opfer von Ge-walttaten ohne langes Warten auf einen Therapieplatz Soforthilfe. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des Opferentschädigungsgesetzes (OEG) durch das LAGuS oder andere Kostenträger.

Inzwischen stehen in vielen Regionen unseres Landes für Erwachsene und speziell auch für Kinder und Jugendliche Traumaambulanzen zur Verfügung. Eine Übersicht über alle Standorte und weitere Informationen erhalten Sie auf den Internet-Seiten des LAGuS.

Entschädigungen für Opfer von Gewalttaten

Wer durch eine Gewalttat eine gesundheitliche Schädigung erleidet, kann nach dem Op-ferentschädigungsgesetz (OEG) Versorgungsleistungen erhalten. Seit einer Gesetzesän-derung im Jahr 2009 können Leistungen auch dann in Frage kommen, wenn sich die Ge-walttat im Ausland ereignet hat. Ausländer haben unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls einen Anspruch auf Opferentschädigung nach dem OEG.

Eine Gewalttat ist ein vorsätzlicher, rechtswidriger tätlicher Angriff gegen eine Person. Hierzu zählen auch Sexualstraftaten und sexuelle Übergriffe gegenüber Minderjährigen. Opfer solcher Taten können wegen der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen ei-nen Anspruch auf Versorgungsleistungen haben. Die Versorgung umfasst Leistungen der Heil- und Krankenbehandlung, Fürsorgeleistungen und eine Beschädigten- bzw. Hinter-bliebenenrente. Anspruchsberechtigt sind Geschädigte oder Hinterbliebene. Dazu zählen Witwen, Witwer, Waisen und Eltern. Zu den Geschädigten zählen auch diejenigen, die die gesundheitliche Schädigung bei der rechtmäßigen Abwehr eines vorsätzlichen, tätlichen Angriffs erlitten haben.

Die Leistungen werden auf Antrag erbracht. Zuständig für die Prüfung der Anspruchsvo-raussetzungen im Einzelfall und die Leistungsgewährung ist das Landesamt für Gesund-heit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern (LAGuS).

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Internet-Seiten des LAGuS
sowie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales   

Allgemeine Opferberatungsstellen

Auf Initiative des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung Mecklenburg- Vorpommern wurde im 6. Dezember 1996 der gemeinnützige Verein “Hilfe für Opfer von Straftaten in Mecklenburg-Vorpommern” e.V. in Rostock gegründet. In diesem Verein haben sich Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Verbände, Justiz, Kirche und Wirtschaft zusammengeschlossen, um die Opferhilfe in Mecklenburg-Vorpommern zu initiieren. Der Zweck des Vereins ist es, Opfern von Straftaten zu helfen sowie die regionale Zusammenarbeit der Opferhilfe zu stärken. Dazu errichtete der Verein 1997 die landesweit erste allgemeine Beratungsstelle für Betroffene von Straftaten, die den Standards des ado (Arbeitskreis der Opferhilfen in der Bundesrepublik Deutschland) entspricht. Dank der finanziellen und ideellen Unterstützung der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns konnten in den folgenden Jahren weitere Beratungsstellen aufgebaut werden. Seit 2006 bzw. 2010 gibt es vier Beratungsstellen in unserem Bundesland, die durch Landes- und Eigenmitteln finanziert werden. Die Beratungsstellen in Rostock und Neubrandenburg befinden sich in Trägerschaft des Vereins der „Hilfe für Opfer von Straftaten in Mecklenburg-Vorpommern e.V., die Beratungsstelle in Greifswald in der Trägerschaft der Caritas in Greifswald und die Beratungsstelle Schwerin in der Trägerschaft des Sozial-Diakonischen Werkes - Evangelische Jugend. Das Beratungsangebot aller Opferberatungsstellen richtet sich an alle, die Opfer oder Zeugen einer Straftat geworden sind, aber auch an Angehörige, die vielfach auch die Folgen von Opferbetroffenheit zu spüren bekommen.

Weitere Informationen zu unserem Beratungs- bzw. Betreuungsangebot sowie zu unserer Arbeit finden Sie unter www.Opferhilfe-mv.de. 

Beratungsstellen in M-V

Opferberatungsstellen in M-V

Opferhilfe Greifswald
Caritas- Regionalzentrum
Bahnhofstraße 16 - 17489 Greifswald
Telefon: 03834 7983 0 - fax: 03834 7983 123
E-Mail: opferberatung(at)caritas-vorpommern.de

Opferhilfe Neubrandenburg
Tilly-Schanzen-Str. 17 - 17033 Neubrandenburg 
Telefon: 0395 3511218
E-Mail: info.nb(at)opferhilfe-mv.de

Opferhilfe Rostock
Schröderstraße 22 - 18055 Rostock
Telefon: 0381 4907460 - fax: 0381 4907462
E-Mail: info(at)opferhilfe-mv.de

Opferhilfe Schwerin
Sozial-Diakonische Arbeit - Evangelische Jugend
Evangelische Beratungsstelle
Wismarsche Str. 148 - 19053 Schwerin
Telefon: 0385 5507500 - fax: 0385 7582925 
E-Mail:  beratungsstelle(at)soda-ej.de