Projekt von Jagd und Naturschutz passt Wildtiermanagement an Wolfsverhalten an

Nr.169/2016  | 18.05.2016  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Mit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland ergeben sich für die Jäger eine Reihe von zusätzlichen Aufgaben und Herausforderungen. Die Jagd wird teilweise schwieriger und der Anteil der Wolfsbeute muss bei einigen Wildarten im Jagdbetrieb und Wildtiermanagement berücksichtigt werden. In einem Gemeinschaftsprojekt von Jagd und Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern werden nun die Wechselwirkungen von Wolf und Damwild untersucht, um die Entwicklung der Damwildbestände und deren effiziente Bejagung langfristig einschätzen zu können.

„Ich freue mich sehr, dass Jäger, Forstleute und Naturschützer in unserem Land die Rückkehr des Wolfes und die damit verbundenen Auswirkungen auf Mensch und Tier intensiv erforschen“, sagte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Bereits seit 2011 wird eine aus Mitteln der obersten Jagdbehörde des Landes finanzierte Pilotstudie zur Telemetrie von Wölfen mittels GPS-GSM-Halsbandsendern durchgeführt. Das Projekt soll wichtige Daten zu Aktionsraumgrößen, Habitatnutzung, Schlafplätzen und Nahrungsspektrum von freilebenden Wölfen liefern.

Im Rahmen des aktuellen Projekts sollen auf Grundlage erhobener Daten Rückschlüsse auf den Jagdbetrieb und das Wildtiermanagement gezogen werden. Die Telemetrie stellt dabei insbesondere in der Ueckermünder Heide und im Forstamt Jasnitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ein wichtiges Untersuchungsinstrument dar. Nach der Halsbandbesenderung von Wölfen und ausgewachsenem Damwild sollen künftig auch frisch gesetzte Damkälber mit Miniaturohrmarkensendern markiert werden. In den letzten Wochen wurden 3 Damhirsche und 1 Damtier erfolgreich mittels GPS-Halsbandsender markiert. Auch Wolfskot und gerissene Beutetiere aus dem gesamten Bundesland werden in die Untersuchungen einbezogen.

Das Vorhaben wird in enger Abstimmung zwischen dem Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern, dem Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dem Forstamt Jasnitz der Landesforstanstalt und dem Land Mecklenburg-Vorpommern durch die TU Dresden durchgeführt. Finanziell unterstützt wird das Projekt bisher aus Mitteln der Jagdabgabe des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie durch den Deutschen Jagdverband und den Freundeskreis freilebender Wölfe.

Die Projektbeteiligten rufen ausdrücklich dazu auf, markiertes Damwild (Halsband und/oder Ohrmarken) nicht zu erlegen und Sichtbeobachtungen unter Angabe der Markierungsnummer zu melden.

 


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