Jugend- und Familienministerkonferenz mit neuen Impulsen für Medienkompetenz, eine starke Kinder- und Jugendhilfe und den Einsatz gegen Einsamkeit
Am Donnerstag und Freitag fand in Frankfurt am Main die Jahreskonferenz der für Jugend und Familie zuständigen Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren (JFMK) statt. Einen Schwerpunkt bildete dabei die Stärkung von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit digitalen Medien. Weitere Themen waren der Kampf gegen Kinderarmut, die Reform der Kinder- und Jugendhilfe und Maßnahmen im Einsatz gegen Einsamkeit.
In Vertretung von Ministerin Stefanie Drese nahm für Mecklenburg-Vorpommern Sozial-Staatsekretärin Sylvia Grimm teil. „Die Herausforderungen, vor denen junge Menschen heutzutage stehen, sind groß. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir im Rahmen der JFMK, Impulse für ein gelingendes Aufwachsen gerade auch mit Blick auf die digitalen Medien und eine zukunftsfähige Kinder- und Jugendhilfe setzen konnten“, erklärte Grimm nach der zweitätigen Konferenz.
Im JFMK-Leitantrag wurden Chancen und Risiken digitaler Angebote für Kinder und Jugendliche hervorgehoben. Sie eröffnen Chancen für Information, Kommunikation, Bildung, Partizipation und soziale Verbundenheit, sind aber kein Ersatz für analoge Erfahrungsräume.
„Medienkompetenz und Demokratiebildung sind vor diesem Hintergrund essenziell“, betonte Grimm. Zur Medienkompetenz gehörten Eltern, die Kinder dabei unterstützen können, durch eine digitale Welt zu lernen. Zugleich sei es unverzichtbar, den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum wirksam zu stärken. Dies umfasse regulatorische Maßnahmen ebenso wie den systematischen Ausbau digitaler Bildung und Medien sowie die Stärkung von Eltern, Fachkräften und weiteren erwachsenen Bezugspersonen. „Es ist Aufgabe von Politik und Gesellschaft, Kinder und Jugendliche so zu begleiten, dass sie digitale Chancen nutzen, Risiken früh erkennen und abwehren können. Das betrifft alle Stationen der Bildungsbiografie – von der frühen Bildung über Schule, Ausbildung und die Jugendarbeit“, verdeutlichte Grimm den Kerninhalt des Leitantrags.
Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sind nach Auffassung der JFMK eine grundlegende Reform und mehr präventive Angebote notwendig, um allen Kindern ein gutes und gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Kinder- und Jugendhilfe schaffe Zugang zu Bildung, Freizeit und sozialem Leben, baue Benachteiligungen ab und fördere die Mitbestimmung und Beteiligung junger Menschen. „Sie ist damit auch ein Garant für den Erhalt und die Stärkung demokratischer Strukturen“, verdeutlichte Grimm. „Ziel muss sein, die Funktionsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe durch Steigerung der Effektivität und Effizienz nachhaltig zum Wohle von Kindern mit und ohne Behinderung zu stärken“, erläuterte die Staatsekretärin einen Beschluss der JFMK bei dem Mecklenburg-Vorpommern Mitantragsteller war.
Für MV war ein weiteres wichtige Thema die Bekämpfung der Einsamkeit und die Weiterförderung der Mehrgenerationenhäuser über 2028 hinaus. Auch hier war MV Mitantragsteller. „Einsamkeit ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, das Menschen unabhängig von Alter, sozialem Status oder Lebensumständen betreffen kann. Um hier gegenzusteuern, brauchen wir präventive Ansätze wie die Förderung des Vereinslebens und die Stärkung von Begegnungsorten wie Mehrgenerationenhäuser aber auch intervenierende Maßnahmen wie Besuchsdienste und therapeutische Unterstützungsangebote“, sagte Grimm.



