Mecklenburg-Vorpommern tritt Allianz gegen Einsamkeit bei – Kabinett beschließt Erstunterzeichnung
Mecklenburg-Vorpommern wird Erstunterzeichner der bundesweiten Allianz gegen Einsamkeit. Das Landeskabinett hat heute (am Dienstag) dem Beitritt zugestimmt. Sozialministerin Stefanie Drese begrüßte die Entscheidung als wichtigen Schritt im gemeinsamen Engagement gegen Einsamkeit und für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt.
„Einsamkeit stellt eine zunehmende gesellschaftliche Herausforderung dar, die Menschen aller Altersgruppen und Lebenslagen betrifft und unterschiedliche Auswirkungen auf Frauen und Männer hat“, erklärte Drese nach der Kabinettssitzung. Sie könne erhebliche negative Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit, die gesellschaftliche Teilhabe sowie das Vertrauen in demokratische Institutionen haben.
In Mecklenburg-Vorpommern bestehen nach Angabe von Drese aufgrund struktureller Besonderheiten besondere Herausforderungen: eine geringe Bevölkerungsdichte, ein überdurchschnittlich hoher Anteil älterer Menschen sowie ein hoher Anteil alleinlebender Personen erhöhen das Risiko sozialer Isolation.
„Deshalb haben wir frühzeitig das Thema Einsamkeit in den Fokus gerückt und einen ‚Runden Tisch gegen Einsamkeit im Alter‘ eingerichtet“, sagte Drese. Unter breiter Beteiligung von Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wurden umfassende Analysen durchgeführt und konkrete Handlungsempfehlungen zur Prävention
und Linderung von Einsamkeit erarbeitet.
„Mit der frühzeitigen Beteiligung des Landes als Erstunterzeichner der bundesweiten Allianz gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt“, betonte die Ministerin. Damit werde eine aktive Mitwirkung an der Ausgestaltung der bundesweiten Aktivitäten ermöglicht sowie eine sichtbare Positionierung des Landes im Themenfeld Einsamkeit.
Mit der Mitgliedschaft erhält das Land Zugang zu einem bundesweiten Netzwerk aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Gleichzeitig können eigene Aktivitäten im Bereich der Einsamkeitsprävention eingebracht, weiterentwickelt und öffentlich sichtbar gemacht werden.
Die Allianz gegen Einsamkeit wurde auf Initiative des Bundes ins Leben gerufen. Sie bringt Länder, Kommunen, Verbände, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und weitere Akteure zusammen, um Kräfte gegen Einsamkeit zu bündeln, Erfahrungen auszutauschen und wirksame Maßnahmen weiterzuentwickeln. Grundlage bildet die Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit, die seit 2023 umgesetzt wird. Ziel der Allianz ist es, das Thema stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, Präventionsangebote auszubauen und bestehende Hilfs- und Unterstützungsstrukturen besser zu vernetzen.
„Von zentraler Bedeutung sind dabei wohnortnahe Begegnungsangebote und eine starke Zivilgesellschaft. Gerade in unserem Flächenland sind soziale Netzwerke, Nachbarschaftshilfe und ehrenamtliches Engagement unverzichtbar. Mehrgenerationenhäuser, Familienzentren, Bürgertreffs, Vereine und viele weitere Begegnungsorte schaffen Räume für Gemeinschaft und wirken Einsamkeit aktiv entgegen“, so die Ministerin.
Drese kündigte an, das Thema auch weiterhin öffentlich sichtbar zu machen. „Mit unserem Fachtag ‚Gemeinsam statt einsam – für soziale Teilhabe‘ am 19. Juni im Landtag werden wir weitere Erkenntnisse gewinnen und den Dialog zwischen Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vertiefen.“
Die Ministerin unterstrich abschließend: „Einsamkeit hat viele Ursachen. Deshalb gibt es auch nicht die eine Lösung. Entscheidend ist ein breites Bündel an Maßnahmen, die Begegnungen ermöglichen, Teilhabe fördern und Menschen miteinander verbinden. Daran arbeiten wir in Mecklenburg-Vorpommern bereits heute an vielen Stellen – und dieses Engagement werden wir gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern weiter ausbauen.“



