Landesplan Pflege vorgestellt: Gute Versorgung sichern, Demenzkompetenz stärken, Pflege zukunftsfest gestalten
Drese: „MV ist bei der Pflegeplanung und Demenzversorgung bundesweit Vorreiter“
Auf der heutigen Landespressekonferenz haben Sozialministerin Stefanie Drese und Professor Dr. Thomas Klie den neuen Landesplan Pflege Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt. Der Plan analysiert die aktuelle Pflegesituation im Land und gibt Empfehlungen für die Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgungsstrukturen.
„Die zukunftsfeste Gestaltung der Pflege gehört zu den wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit. Mit dem Landesplan Pflege verfügen wir über eine fundierte Planungsgrundlage, der wichtige Impulse zur flächendeckenden und bedarfsdeckenden Infrastrukturentwicklung und Personalgewinnung gibt“, verdeutlichte Drese.
Der Landesplan zeigt, dass Mecklenburg-Vorpommern bereits seit Jahren einen sehr hohen Anteil an Pflegebedürftigen im Bundesvergleich hat. Gleichzeitig fällt der künftig erwartete Anstieg der Zahl pflegebedürftiger Menschen deutlich moderater aus als in früheren Prognosen angenommen.
„Die aktuellen Berechnungen zeigen: Es droht kein Pflege-Tsunami. Die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen steht auf der Agenda. Die demographische Entwicklung ist deutlich beherrschbarer als vielfach angenommen“, sagte Prof. Klie.
So werden in Mecklenburg-Vorpommern mit mehr als 86 Prozent der Pflegebedürftigen überdurchschnittlich viele Menschen zu Hause vor allem durch Angehörige versorgt. Zugleich verfügt das Land über ein flächendeckendes Netz ambulanter und stationärer Pflegeangebote. „Die Landkarte der pflegerischen Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern hat so gut wie keine weißen Flecken. Herausforderungen bestehen vor allem dort, wo Personalengpässe die verfügbaren Angebote begrenzen“, betonte Drese.
Ein Schwerpunkt des Landesplans ist deshalb die Fachkräftegewinnung und -sicherung. „Pflege ist durch verschiedene Maßnahmen wie die Tariforientierung vollständige Schulgeldfreiheit ein attraktiver Beruf und der in MV häufigste gewählte Ausbildungsberuf“, betone Drese. Darauf gelte es aufzubauen, um die Arbeitsbedingungen für die in der Pflege beruflich Tätigen weiter zu verbessern.
Drese: „Dann werden wir in der Lage sein, die in die Rente gehenden Pflegekräfte überwiegend durch eigene Ausbildungen zu kompensieren. Ein Aufwuchs der Anzahl von Pflegekräften ist jedoch nur über die Gewinnung von ausländischen Pflegekräften möglich.“
Der Landesplan hebt zudem die besondere Rolle Mecklenburg-Vorpommerns im Bereich Demenz hervor. Mit dem im Landesplan Pflege angelegten Demenzmonitoring ist Mecklenburg-Vorpommern Vorreiter in Deutschland. Zugleich ist das Land mit seinen Forschungsstandorten in Rostock und Greifswald ein ausgewiesener Kompetenz-Hotspot in Sachen Demenz.
Als zentrales Zukunftsthema benennt der Landesplan die Weiterentwicklung einer flächendeckenden pflegefachlichen Beratung und Begleitung. Diese soll Pflegebedürftige und Angehörige unterstützen, Hilfen besser koordinieren und dazu beitragen, eine selbstständige Lebensführung möglichst lange zu erhalten.
„Leicht zugängliche Beratung und Begleitung muss zu einem Kernelement der zukünftigen Pflege-Versorgungsstrukturen werden, bei denen unsere Pflegestützpunkte eine wichtige Rolle spielen. Deshalb setzen wir uns auf Bundesebene für die notwendigen gesetzlichen Grundlagen ein und werden deren Umsetzung in Mecklenburg-Vorpommern zügig vorantreiben“, so Drese.
Prof. Klie: „Mecklenburg-Vorpommern übernimmt eine Pionierfunktion in der Pflegepolitik. Die besondere Herausforderung besteht in MV darin, die pflegerische und gesundheitliche Versorgung in den großen Flächenkreisen zu gewährleisten. Gute Planung und Innovationsbereitschaft aber auch Offenheit für Pflegekräfte mit Migrationsgeschichte sind wesentliche Bausteine die Zukunft.“
Der Landesplan Pflege MV wurde im Auftrag des Sozialministeriums von Prof. Dr. Klie agp Sozialforschung Freiburg und Prof. Dr. Isfort, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. Köln erstellt. Die Erkenntnisse des Landesplans werden nun in die Arbeit des Pakts für Pflege Mecklenburg-Vorpommern, die Weiterentwicklung des Landespflegegesetzes sowie die Erarbeitung des Demenzplans des Landes einfließen.
Der Landesplan Pflege ist auf der Website des Sozialministeriums zu finden und ist dieser PM angehängt.



