Gegen Einsamkeit: Neues Förderprogramm „Dritte Orte“ stärkt Begegnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Mecklenburg-Vorpommern verstärkt seine Bemühungen im Kampf gegen Einsamkeit und Isolation. Mit einem neuen Förderprogramm für Begegnungs- und Gemeinschaftsorte („Dritte Orte“) sollen zusätzliche, öffentliche Begegnungsräume geschaffen werden, die für alle Bevölkerungsgruppen leicht zugänglich sind. Das gab Sozialministerin Stefanie Drese heute in Schwerin bekannt.
„Bis Ende 2027 stehen dafür insgesamt rund 700.000 Euro zur Verfügung. Anträge können ab sofort gestellt werden“, sagte Drese.
„Einsamkeit betrifft sowohl immer mehr ältere als auch jüngere Menschen. So fühlen sich rund ein Drittel aller Erwachsenen im Alter von 21 bis 54 Jahren zumindest teilweise einsam, davon sind 16 Prozent stark und 18 Prozent moderat betroffen. Diese neusten Zahlen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigen, dass Einsamkeit längst kein Randphänomen mehr ist “, erklärte Drese. Vor allem junge Erwachsene geben an, sich stark einsam zu fühlen (21 Prozent der 21- bis 30-Jährigen).
„Diese Ergebnisse müssen uns alle aufrütteln. Wir sind als Gesellschaft insgesamt gefordert, Maßnahmen zu entwickeln, um Einsamkeit und Isolation wirksam zu begegnen, Unsere Antwort in MV darauf ist, die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“, verdeutlichte Drese.
Mit einem Runden Tisch gegen Einsamkeit habe sich das Land schon 2023 auf den Weg gemacht, um die Situation zu analysieren und mit mehr als 60 Akteuren, Maßnahmen und Strategien zu diskutieren. Ein Punkt, der sich dabei herauskristallisierte, sei die Schaffung sogenannter Dritter Orte gewesen, die auch im Abschlussbericht des Runden Tisches eine Schlüsselrolle spielen, so die Ministerin.
„Es braucht wieder viel mehr dieser einfachen, gesellschaftlichen Treffpunkte, die anders als zum Beispiel ein klassisches Café nicht an eine Konsumerwartung und damit auch nicht an den Geldbeutel geknüpft sind. Orte, an denen man ungezwungen zusammenkommen kann, eine gute Zeit verbringen und Wege zueinander finden kann“, erklärte Drese. „Manchmal kann das schon eine gut platzierte Plauderbank sein, die einlädt, miteinander ins Gespräch zu kommen.“
Mit dem neuen Förderprogramm des Landes soll genau das künftig noch besser unterstützt werden. „Dabei setzen wir bewusst auf eine unkomplizierte Förderung. Entscheidend ist, dass letztlich gute Ideen für Begegnung und Gemeinschaft direkt vor Ort umgesetzt werden können“, unterstrich die Ministerin.
Antragsberechtigt sind deshalb gemeinnützige, eingetragene Vereine mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern sowie kommunale Körperschaften. Förderfähig können dabei zum Beispiel Renovierungen, Umbauten oder Sanierungen von Gemeinschaftshäusern, Nachbarschaftstreffs oder Funktionsräumen sein, die Unterstützung für Trimm-Dich-Pfade sowie die Gestaltung von Verweilorten, wie Pavillons und Sitzbänke.
Gefördert werden auch Sachkosten für die Erst- oder Ersatzausstattung (z. B. Mobiliar oder technische Geräte), wenn sie einen spürbaren Mehrwert für die Allgemeinheit bietet. „Grundsätzlich gilt: die Angebote müssen für die Öffentlichkeit offen, leicht zugänglich und regelmäßig nutzbar sein“, so Drese. Sie sollen das Miteinander stärken und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fördern. Nicht gefördert werden dagegen Anschaffungen, die nur dem laufenden Betrieb oder hauptsächlich vereinsinternen Zwecken dienen.
Die Antragstellung erfolgt über das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) unter https://www.lagus.mv-regierung.de/Foerderungen/MV/. Dort finden Interessierte auch alle weiteren Informationen sowie die notwendigen Antragsunterlagen.
„Mit dem Förderprogramm erfüllen wir eine wesentliche Forderung des Runden Tisches. Mein Wunsch ist, dass so aus vielen guten Ideen neue, lebendige Treffpunkte entstehen, die dauerhaft gegen Einsamkeit wirken und den Zusammenhalt in unseren Gemeinden stärken“, so Stefanie Drese.



