Drese: „Tagespflege hält Menschen im Leben – und im eigenen Zuhause“
Erster landesweiter Tag der Tagespflegen am 7. Oktober/ Sozialministerin unterstützt Aktion von bpa, LIGA, VDAB und bad e.V.
Mecklenburg-Vorpommern macht die Tagespflege sichtbar: Am 7. Oktober findet erstmals der landesweite „Tag der Tagespflegen“ statt. Unter dem Motto „Mit Freude durch den Tag – gemeinsam statt allein“ laden Tagespflegen im ganzen Land zu Begegnung, Information und Einblicken in ihren Alltag ein.
Initiiert wird der Aktionstag vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in MV, dem Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) und dem Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad e.V.). Sozialministerin Stefanie Drese unterstützt die Initiative ausdrücklich und ruft Pflegebedürftige, Angehörige und Interessierte dazu auf, die Gelegenheit zu nutzen und eine Tagespflege kennenzulernen.
„Tagespflege bedeutet weit mehr als Betreuung für ein paar Stunden. Sie schafft Gemeinschaft, gibt Struktur und ermöglicht Pflegebedürftigen, weiterhin zu Hause zu leben – mit den Menschen und in der Umgebung, die ihnen vertraut sind. Gleichzeitig gibt sie pflegenden Angehörigen Luft zum Durchatmen. Genau deshalb unterstütze ich den ersten landesweiten Tag der Tagespflegen sehr gern und würde mich freuen, wenn viele Menschen am 7. Oktober einfach einmal in eine der Einrichtungen vorbeischauen“, sagte Drese am Donnerstag.
Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel komme der Tagespflege eine wachsende Bedeutung zu, so Drese. Mecklenburg-Vorpommern setze in der Pflege konsequent auf den Grundsatz „ambulant vor stationär“. Tagespflege könne dazu beitragen, einen Umzug in eine vollstationäre Einrichtung zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern, wenn die Versorgung in der eigenen Häuslichkeit allein nicht mehr ausreiche. „Pflegebedürftig zu werden, heißt nicht automatisch, dass das eigene Zuhause aufgegeben werden muss. Gute Tagespflege kann genau die Unterstützung bieten, die es braucht, damit Selbstständigkeit und Teilhabe möglichst lange erhalten bleiben“, so die Ministerin. Das Land verfüge inzwischen über mehr als 220 Tagespflegeeinrichtungen.
Der Aktionstag soll dabei auch mit Vorurteilen und Unsicherheiten aufräumen. Häufig seien es Fragen zu Kosten, Fahrdiensten, Anmeldung oder dem konkreten Ablauf, die Menschen von einer Nutzung abhielten. Hinzu kämen bei Angehörigen nicht selten Schuldgefühle, Unterstützung anzunehmen. Der Aktionstag setzt deshalb bewusst auf offene Türen, persönliche Gespräche und praktische Informationen, z.B. zur Übernahme der Kosten bis zu festen Höchstbeträgen durch die Pflegeversicherung.
„Wer als Pflegebedürftiger oder pflegender Angehöriger Tagespflege noch nicht kennt, sollte das schnell nachholen. Hier geht es um Begegnung, Aktivität, Gemeinschaft und professionelle Unterstützung – und um die ganz konkrete Frage: Wie kann Pflege im Alltag für alle Beteiligten besser funktionieren?“, verteutlichte Drese. Das Aktionskonzept sieht deshalb ausdrücklich niedrigschwellige Einblicke, Beratung, Begegnung und Schnupperangebote vor.
Zugleich sind Tagespflegen ein wichtiger Teil der regionalen Pflegeinfrastruktur und damit auch ein bedeutender Arbeits- und Wirtschaftsbereich. „Pflege ist nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Mecklenburg-Vorpommern. Das gilt für die großen Pflegeeinrichtungen ebenso wie für die vielen Angebote vor Ort. Tagespflegen sichern Versorgung, schaffen Arbeitsplätze und stärken Strukturen in den Regionen“, betont Drese. Im Pakt für Pflege haben sich die Akteure im Land deshalb gemeinsam darauf verständigt, unter anderem die Pflege in der Häuslichkeit zu stärken und die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit von Pflegeeinrichtungen in den Blick zu nehmen.
„Der beste Weg, Berührungsängste abzubauen, ist, die Türen aufzumachen. Ich wünsche mir deshalb, dass der 7. Oktober zu einem Tag wird, an dem viele Menschen sagen: Das hätte ich mir ganz anders vorgestellt – und das könnte auch für uns eine gute Unterstützung sein“, so Drese.



