Bildungswege begleiten und Persönlichkeit fördern: Aufnahme des dritten START-Stipendiatenjahrgangs

Schülerstipendienprogramm baut auf Persönlichkeitsentwicklung und Talentförderung durch erweitertes Bildungsangebot

Nr.220-08  | 08.10.2008  | BM  | Ministerium für Bildung und Kindertagesstätten

Der Kreis der START-Stipendiaten in Mecklenburg-Vorpommern ist heute erneut gewachsen: Fünf talentierte, leistungsstarke und gesellschaftlich engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sind in das START-Stipendienprogramm aufgenommen worden. START möchte die Jugendlichen auf dem Weg zum Abitur unterstützen und sie damit in ihrer Integration in unsere Gesellschaft stärken. Die Aufnahmeurkunden überreichte der Staatssekretär des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, Udo Michallik, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Schweriner Rittersaal. Die vier Mädchen und der Junge haben sich unter rund 35 Bewerbern durchgesetzt. Ausgewählt wurden sie von der START-Stiftung – ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – gGmbH und der Freudenberg Stiftung, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie Mecklenburg-Vorpommern e.V. (RAA Mecklenburg-Vorpommern), die START in Mecklenburg-Vorpommern als gemeinsame Bildungsinitiative anbieten. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Alter von 13 bis 15 Jahren besuchen die Klassen 8 bis 10 in vier Gymnasien und einer Gesamtschule. Ihre Herkunftsländer sind Russland, Türkei und Vietnam.

Staatssekretär Udo Michallik betont: "Eine asiatische Weisheit sagt: "Die Verantwortung für sich selbst ist die Wurzel jeder Verantwortung." Unsere START-Stipendiaten haben durch ihre besonderen Leistungen bewiesen, dass sie aktiv am Leben in unserem Land teilnehmen und ihre persönliche Verantwortung für die Zukunft wahrnehmen. Das START-Programm wird ihnen dabei eine große Unterstützung sein. Bildung ist der Schlüssel für eine gelingende Integration von Migrantenkindern in unsere Gesellschaft. Die START-Stipendiaten fungieren dabei auch als Botschafter und zeigen, dass man es in Deutschland als Zuwanderer zu etwas bringen kann."

 START zeichnet sich neben der finanziellen Unterstützung vor allem durch eine ideelle Förderung aus. Die Schülerinnen und Schüler erhalten monatlich ein Bildungsgeld in Höhe von 100 €, das für Bildungsausgaben wie z.B. Schulbücher, Musikunterricht oder Theaterbesuche vorgesehen ist. Die ebenfalls gestellte PC-Grundausstattung mit Internetanschluss ermöglicht u.a. einen intensiven Austausch der Stipendiaten. Das Herzstück des Stipendiums ist die ideelle Förderung: Wahlseminare im künstlerisch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich sollen den Jugendlichen ermöglichen, stärker ihren eigenen Interessen und Talenten nachzugehen und ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Parallel dazu werden die Schülerinnen und Schüler eine Reihe von Bildungsseminaren besuchen, die ihren schulischen Weg begleiten und eine aktive Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben in Deutschland vermitteln sollen, wie z.B. "Demokratie und Partizipation", "Medien in Theorie und Praxis" und "Rhetorik".

Andrea Schurr, Geschäftsführerin der START-Stiftung gGmbH, erläutert den Ansatz des START-Förderungskonzepts: "Die Förderung von jungen Zuwanderern durch Schaffung positiver Anreize, Motivation und Perspektiven ist ein Ansporn zur Integration und zugleich auch eine Investition in die Zukunft des Einzelnen und in die Gesellschaft."

Über die Bildungsseminare hinaus erwarten die Stipendiaten Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen, Beratungsangebote für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung sowie die Vermittlung von Praktika. Zu den gesondert in Mecklenburg-Vorpommern geplanten START-Aktivitäten im nächsten Schulhalbjahr zählen ein Workshop in der Dokumentations- und Gedenkstätte der BStU (Behörde der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR) in der früheren MfS-Untersuchungshaftanstalt in Rostock, Theaterbesuche in Schwerin und Rostock sowie ein Besuch des Bundestages. Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, können aber bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden.

START wurde in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2006 zum ersten Mal angeboten. Dank des kontinuierlichen Engagements der Projektpartner der ersten Stunden konnte das Finanzvolumen von START in Mecklenburg-Vorpommern stetig ausgebaut werden. Inzwischen beträgt es 150.000 €. Dies ist die Grundlage für die Ausweitung des Stipendiatenkreises. Mit dem neu aufgenommen Jahrgang kommen insgesamt 18 Schülerinnen und Schüler in den Genuss des Stipendiums. Vier Stipendiaten haben bereits ihr Abitur abgelegt. In Zukunft ist die Mitwirkung zusätzlicher Unterstützer gerne gewünscht.

Die START-Partner in Mecklenburg-Vorpommern unterstreichen: "Unsere START-Stipendiaten sind Vorbilder für andere Jugendliche mit Migrationshintergrund: Sie ermutigen und motivieren sie, sich in Deutschland für ihre Bildung und damit für eine positive Zukunft zu engagieren. Mit ihren Leistungen und ihrem Engagement sind sie gleichzeitig eine Bereicherung für unsere Gesellschaft."

Hintergrund

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das START-Schülerstipendienprogramm im Jahre 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen rund 100 Kooperationspartner das Programm – Stiftungen aus Deutschland und den USA, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Damit START weiterhin wachsen und weitere Partner in das Netzwerk aufnehmen kann, hat die Gemeinnützige Hertie-Stiftung im September 2007 die START-Stiftung gGmbH als eigenständige Tochtergesellschaft gegründet. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.

Im Schuljahr 2008/2009 fördert die START-Stiftung mit ihren Partnern insgesamt rund 570 Schülerinnen und Schüler aus über 60 Herkunftsländern. START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.

Kontakt:

RAA Mecklenburg-Vorpommern e. V.
Dr. Dorothea Rother
Landeskoordinatorin START in Mecklenburg-Vorpommern
Am Melzer See 1
17192 Waren (Müritz)
Tel.: 0 39 91-66 96 26
Fax: 0 39 91-66 96 11
E-Mail: Dorothea.Rother@raa-mv.de

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