Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) unterstützt die Gründung eines Jugendrechtshauses in Schwerin
Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) verabschiedet heute in einem Festakt den Präsidenten des Landgerichts Schwerin a.D., Herrn Hartmut Eichler, und führt den neuen Präsidenten des Landgerichts, Herrn Jürgen Boll, ein
Anlässlich der feierlichen Verabschiedung des längjährigen Präsidenten des Landgerichts, Herrn Hartmut Eichler, hebt Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) hervor: "Herrn Eichler gebührt großer Dank und Anerkennung für seine vielfältigen Leistungen im Dienst der Justiz unseres Landes. Er war ein "Mann der ersten Stunde". Sein Wirken begann hier im Land bereits im März 1991. Seitdem hat er die Justiz in Mecklenburg-Vorpommern entscheidend mitgeprägt: Als "modernem Gerichtsmanager" lag ihm besonders die Organisation und Vereinfachung von Verfahrensabläufen in allen Gerichtsbarkeiten des Landes am Herzen."
"Ich freue mich besonders," so die Ministerin weiter, "dass sich Herr Eichler in seinem Ruhestand weiter für die Justiz einsetzen wird: Er wird sich unter anderem dem Aufbau eines Jugendrechtshauses in Schwerin widmen."
Jugendrechtshäuser verstehen sich als Vorbild in angewandter Demokratie, als lebendige Kommunikations- und Vermittlungsbörse rund um das Recht für junge Menschen. Sie informieren Jugendliche in Form von Projekten oder Einzelberatungen sehr plastisch über Recht und Gesetz und geben ihnen Auskunft darüber, wie diese ihren Alltag bestimmen. Jugendrechtshäuser vermitteln den Jugendlichen weiter, dass sie nicht nur eigene Rechte beanspruchen können, sondern auch die Rechte anderer zu beachten und zu schützen haben mit dem Ziel: akzeptiert und anerkannte Glieder unserer Gesellschaft zu werden.
Justizministerin Kuder: "Mir liegt die Weiterentwicklung des Jugendrechtshauses hier im Land sehr am Herzen: Jugendliche müssen verstehen lernen, dass es schutzwürdige Rechte Anderer gibt, die sie bewahren und achten müssen. Sie müssen begreifen, dass sie ein entsprechendes Verhalten von Anderen gegenüber ihnen selbst nur dann verlangen können, wenn sie sich auch an die elementaren Grundprinzipien unserer Gesellschaft halten. Dieses Wissen kann vor einem Abrutschen in die Kriminalität bewahren! Damit Demokratie und Recht nicht leere, trockene Begriffe bleiben, sind Jugendrechtshäuser gute Anlaufstellen: Dort werden theoretische "Hülsen" bunt, erlebbar und praktisch greifbar gemacht."
Die Verantwortung für die Leitung des Landgerichts Schwerin und des Bezirks liegt jetzt in den Händen von Herrn Jürgen Boll.
Justizministerin Kuder: "Mit Herrn Boll hat das Landgericht Schwerin einen hervorragend qualifizierten Juristen und eine herausragende Persönlichkeit an der Spitze des Landgerichts. Auch Herr Boll ist ein "Mann der ersten Stunde" in der Justiz des Landes, denn er hat seine Tätigkeit auch im März 1991 aber am seinerzeitigen Kreisgericht Rostock-Stadt aufgenommen. Besonders hervorheben möchte ich seinen außerordentlichen persönlichen Einsatz für die Erarbeitung und Abstimmung des Personalentwicklungskonzeptes in seiner Zeit beim Justizministerium. Ich wünsche Herrn Boll Freude an seiner neuen Aufgabe, eine glückliche Hand und viel Erfolg. Ich bin davon überzeugt, dass gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Leitung des Landgerichts gelingen wird!"
Information:
Hartmut Eichler wurde im September 1944 in Falkensee (bei Berlin) geboren und hat drei Kinder. Seine Justizlaufbahn begann er 1975 mit der richterlichen Tätigkeit bei dem Amtsgericht Heidelberg und dem Landgericht Mannheim. Im Januar 1977 erfolgte die Versetzung in den Geschäftsbereich des Justizministeriums des Landes Schleswig-Holstein. Hier übte er sein Richteramt bei dem Amtsgericht Itzehoe unterbrochen von Abordnungen an das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht (Juli 1984 bis März 1985) und an das Justizministerium des Landes Schleswig-Holstein (Oktober, Dezember 1988) aus. Sein Wirken im Land begann im März 1991 mit der Abordnung in den Geschäftsbereich des Ministers für Justiz, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern in das Referat "Personalangelegenheiten, Organisation und Automation". Im Dezember 1992 erfolgte die Versetzung in den Geschäftsbereich des Justizministeriums und Ernennung zum Ministerialrat (B2). Im Februar 2001 wurde Herr Eichler zum Präsidenten des Landgerichts bei dem Landgericht Schwerin ernannt.
Jürgen Boll wurde im Oktober 1953 in Itzehoe geboren. Er begann seine Justizlaufbahn 1983 in der schleswig-holsteinischen Justiz. Im März 1991 nahm er seine Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern auf. Herr Boll wurde in den Geschäftsbereich des Justizministeriums abgeordnet und war dort zunächst am Kreisgericht Rostock-Stadt tätig. Im Juli 1992 erfolgte die Abordnung an das Oberlandesgericht Rostock. Herr Boll wurde im Januar 1994 in den Geschäftsbereich des Justizministeriums Mecklenburg-Vorpommern versetzt unter gleichzeitiger Ernennung zum Richter am Oberlandesgericht. Nach der Ernennung zum Vorsitzenden Richter am Oberlandesgericht im November 2000 folgte von November 2001 bis Dezember 2003 die Abordnung an das Justizministerium. Im September 2005 wurde Herr Boll zum Vizepräsidenten des Oberlandesgerichts bei dem Oberlandesgericht Rostock befördert.