Ludwig Bölkow-Technologiepreis 2009
Rudolph: Mehr in Lösungen und weniger in Problemen denken
Land und Industrie- und Handelskammern haben den Preis mit Unterstützung der Landestechnologiezentren in diesem Jahr zum 7. Mal ausgelobt. Die Preisträger erhalten jeweils 5.000 Euro, der Nachwuchspreis ist mit 2.500 Euro dotiert. "Die eingereichten Bewerbungen waren sehr hochwertig, die Entscheidung ist dem unabhängigen Expertengremium nicht leicht gefallen", sagte Rudolph. 19 Unternehmen und fünf Nachwuchstüftler hatten sich beworben. Bewertet wurden vor allem der technologische Innovationsgrad sowie der wirtschaftliche und gesellschaftliche Nutzen der eingereichten Produkte und Verfahren.
Für die Forschungs- und Entwicklungsförderung stehen in der EU-Strukturfondsperiode 2007-2013 insgesamt 155 Millionen Euro zur Verfügung. "Über 45 Millionen Euro dieser Mittel sind bereits für innovative und Erfolg versprechende Projekte gebunden", sagte Rudolph. "Davon entfallen allein auf die Verbundforschung Wissenschaft - Wirtschaft rund 30 Millionen Euro." Bei der Verbundforschung steht die Ausrichtung der Forschungsschwerpunkte auf die konkreten Anforderungen der Wirtschaft im Land im Vordergrund. Dies soll attraktive und zukunftsorientierte Arbeitsplätze ermöglichen.
Die GMK Gesellschaft für Motoren und Kraftanlagen mbH entwickelt sogenannte ORC-Anlagen (Organic-Rankine-Cycle) für die Verstromung von industrieller Abwärme. Damit kann unter Verwendung von organischen Arbeitsmitteln wie Ammoniak, Butan, Pentan an Stelle von Wasserdampf elektrischer Strom bei niedrigen Temperaturen und geringerem Druck als in herkömmlichen Kraftwerken produziert werden. Mit den Abwärme-Modulen werden Wirkungsgrade von bis zu 21 Prozent erreicht. 25 Ingenieure und Mitarbeiter arbeiten in Bargeshagen bei Rostock an ORC-Energieanlagen und bieten von der Entwicklung bis zum Service alles aus einer Hand. Nach Unternehmensangaben ist die GMK einer der führenden ORC-Anlagen-Hersteller in Europa. Sie werden unter den Namen INDUCALŪ vermarktet.
Die GeoInSoft GmbH hat sich als EDV-Dienstleister auf die Softwareentwicklung im Bereich Geoinformatik spezialisiert. Hier wurde das webbasierte System RhamsesŪ entwickelt, das auf frei verfügbaren Internet-Technologien beruht. Rhamses rationalisiert und organisiert Planungsmethoden und Ergebnisse und wird bei Sanierungen von Straßen und Gebäuden oder beim Verlegen und Erneuern von Leitungen eingesetzt. Anwender benötigen dafür lediglich einen Standard-Web-Browser. Neben eigener Softwareentwicklung führt die Firma mit derzeit acht Mitarbeitern auch Auftragsprogrammierungen durch.
Der diesjährige Nachwuchspreis ging an den Pharmakologen Gregorz Garbacz von der Universität Greifswald für den Bau und die Vermarktung eines biorelevanten Freisetzungstestgerätes. Mit dem Gerät kann die Freisetzung von Medikamenten im Magen-Darm-Kanal nachgeahmt werden. Die dadurch erzielbare Optimierung führt zu einer Verbesserung der Dosierung bei oral einzunehmenden Medikamenten.
Eine Anerkennung erhielt der SIGNO-Erfinderclub in Hoppenrade (Kreis Güstrow) für die Entwicklung einer gepolsterten Versandtasche. Die üblichen Luftpolsterversandtaschen werden hier durch ein System ersetzt, das durch die Wiederverwendbarkeit zu einer deutlichen Kosteneinsparung bei den Nutzern führt. So wurde die Innentasche mit abreißbaren Adressaufklebern versehen. Die Erfindung wurde bereits durch Patent- und Gebrauchsmusteranmeldung geschützt.