Wildstreckenstatistik 2024/25: Weniger Schalenwild erlegt

Nr.209/2025  | 27.08.2025  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Agrar- und Jagdminister Dr. Till Backhaus dankt anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Wildstreckenstatistik für das dauerhaft hohe Engagement der Jägerinnen und Jäger im Land:

„Diesem Engagement ist es zu verdanken, dass Mecklenburg-Vorpommern von größeren Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont geblieben ist. Die Jagd ist ein wichtiger Baustein in der Seuchenprävention und ihr Nutzen für die Wirtschaft und damit für die Gesellschaft kaum zu überschätzen“, so der Minister.

 „In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jagdjahr 2024/2025 insgesamt 129.143 Stück Schalenwild erlegt. Davon sind 7.018 Stück (5,43 %) Fallwild. Das Streckenergebnis liegt unter dem zehnjährigen Mittel und nimmt im Vergleich zum Vorjahr 2023/2024 um 8,64 % ab. Dies entspricht Rückgang von 12.210 Stück Schalenwild“, erklärt Backhaus und führt weiter aus:

„Die Streckenergebnisse für Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild liegen unter ihrem jeweiligen zehnjährigen Mittel. Die größte Abweichung wird bei Dam- und Schwarzwild ersichtlich. Bei beiden Schalenwildarten wurden im Jagdjahr 2024/2025 über 18 % weniger gegenüber dem zehnjährigen Mittel erlegt.

Insbesondere beim Schwarzwild unterliegen die Streckenergebnisse größeren Schwankungen. Die hohen Streckenergebnisse aus den Jagdjahren 2019/20 und 2020/21 konnten wie schon in den vergangenen drei Jagdjahren nicht mehr erreicht werden“, fährt der Minister fort.

(Tabelle im Anhang)

„Beim Raubwild sind die Streckenergebnisse im Jagdjahr 2024/25 wie auch in den Jagdjahren 2022/23 und 2023/24 weiter gestiegen. Das Streckenergebnis nahezu aller aufgeführten Arten liegt teilweise deutlich über dem zehnjährigen Mittel. Besonders auffällig ist der weiter gestiegene Abschuss von 25.737 Waschbären (Abb. 6). Dies stellt eine neue Höchststrecke bei einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 17,3 % dar. Im Vergleich zum Ergebnis im Jagdjahr 2015/16 hat sich die Strecke in einem Zeitraum von 10 Jahren nahezu vervierfacht (Anstieg 286 %). Weiter ist auch der hohe Abschuss von 21.593 Füchsen auffällig“, ergänzt Backhaus.

(Tabelle im Anhang)

Die Streckenergebnisse der Niederwildarten in Mecklenburg-Vorpommern im Jagdjahr 2024/25 sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Streckenergebnisse ausgewählter Niederwildarten der vergangenen 10 Jagdjahre in Mecklenburg-Vorpommern (Angaben in Stück)

(Tabelle im Anhang)

„Der Streckenrückgang in den letzten Jahren war in Ländern wie Brandenburg oder Sachsen bereits früher als in MV festzustellen. Besonders in Brandenburg sind die Strecken in den letzten 10 Jahren rückläufig. Damit kann ein Zusammenhang mit der Ausbreitung des Wolfes abgeleitet werden. Weiterhin kann aber auch eine, damit in Zusammenhang stehende zurückhaltendere Bejagung durch die Jagdausübungsberechtigten vermutet werden“, so Backhaus, der ergänzt:

„Ein kontinuierlicher Rückgang in den letzten 30 Jahren ist bei Reh- und Muffelwild zu beobachten. Rot- und Damwildstrecken gingen zwar in den letzten 10 Jahren zurück, verglichen mit den Werten vor 30 Jahren liegen die Strecken aber noch über diesem Niveau. Die Ausnahme bildet das Land Thüringen, dort steigen die Strecken aller Schalenwildarten stetig an. Thüringen ist das Land, welches im 5-Länder-Vergleich noch die vergleichsweise niedrigsten Wolfsdichte hat. Mit einer weiteren Ausbreitung des Wolfes wird vermutlich auch eine Änderung in den nächsten Jahren in Thüringen festzustellen sein“, so Backhaus abschließend.