Gärtnern gegen Einsamkeit – Drese besucht innovatives Schweriner Projekt
Dass man der Einsamkeit auf vielen Wegen begegnen kann, zeigt der 2013 gegründete Schweriner Verein „Kulturgarten – Schwerin wächst zusammen e.V.“ In einem gemeinschaftlich gepflegten Garten kommen hier regelmäßig mehr als 50 Mitglieder aus verschiedenen Altersgruppen, Nationalitäten und beruflichen Hintergründen zusammen, um gemeinsam Beete zu pflegen, voneinander zu lernen und die Geselligkeit zu genießen.
„Der Garten hat sich zu einem festen Treffpunkt für Familien mit Kindern, Paare oder Alleinstehende entwickelt und ist ein fantastisches Beispiel für eine lebendige Nachbarschaft“, betonte Sozial- und Ehrenamtsministerin Stefanie Drese, die sich heute bei einem Rundgang über die vielfältigen Angebote des Vereins informierte und das Gespräch mit den Ehrenamtlichen suchte. „Einsamkeit wird hier nicht nur thematisiert, sondern ganz praktisch durch Begegnung, Bildung und gemeinsames Tun überwunden“, fasste Drese das Konzept im Anschluss zusammen.
So bietet der Verein zum Beispiel die Möglichkeit, als Beetpate die Verantwortung für einzelne Bereiche zu übernehmen und Gärtnerprinzipien wie Fruchtfolgen. Mischkultur oder Mulchen an die neuen Mitglieder weiterzugeben. Zugleich setze der Verein auch auf eine starke Bildungs- und Kulturarbeit und organisiert zum Beispiel Besuche von Schulklassen und Kindergärten. Auch ein wöchentliches Seniorengärtnern wurde extra ins Leben gerufen.
„Das heißt, dass die Vereinsmitglieder nicht nur unter sich bleiben, sondern bewusst den Austausch mit der Nachbarschaft und der Stadtgesellschaft suchen“, erläuterte Drese. „Gerade dieser offene Ansatz trägt dazu bei, dass es erst gar keinen Platz für Einsamkeit gibt“, zeigte sich die Ministerin sicher.
Dass ein gutes soziales Netzwerk, eine gute wohnortnahe Infrastruktur und ein lebendiges regionales Ehrenamt Schutz vor Einsamkeit bieten, hat auch der kürzlich von der Landesregierung vorgelegte Abschlussbericht des Runden Tisches gegen Einsamkeit im Alter gezeigt. „Es freut mich deshalb besonders zu sehen, dass hier im Kulturgarten schon gelebt wird, was wir uns für ganz MV wünschen würden“, betonte Drese.