Hochschulen erhalten Planungssicherheit bis 2030
Land und Hochschulen unterzeichnen Zielvereinbarungen für die Hochschulentwicklung der nächsten fünf Jahre
Die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern können mit Planungssicherheit und klaren Entwicklungsperspektiven in die Zukunft gehen. Wissenschaftsministerin Bettina Martin und die Rektorinnen und Rektoren der sechs staatlichen Hochschulen sowie die Vorstände der beiden Universitätsmedizinen Rostock und Greifswald haben nach intensiven Verhandlungen die Zielvereinbarungen für die Jahre 2026 bis 2030 unterzeichnet. Damit ist es gelungen, neue Entwicklungsziele für die Hochschulen zu setzen und langfristig die Rahmenbedingungen für eine leistungsstarke Hochschullandschaft im Land zu sichern.
„Unsere Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern sind von zentraler Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit und die regionale Entwicklung des Landes. Sie sind nicht nur wichtige Bildungs- und Forschungsstätten, sondern auch maßgebliche Innovationsmotoren, die Wissen und neue Impulse in die Region bringen“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin. „Dass es uns trotz angespannter Haushaltslage gemeinsam gelungen ist, eine starke Basis für die Entwicklung der Hochschulen in den kommenden fünf Jahren zu schaffen, ist ein hoch erfreuliches Ergebnis. Die Zielvereinbarungen legen die Grundlage für die strukturelle Entwicklung der Hochschulen in den kommenden Jahren, für deren Forschungsschwerpunkte und Studienangebote. Die neue Lehrkräfteausbildung wurde ebenso verankert, wie das klare Bekenntnis zur internationalen Ausrichtung von Forschung und Lehre, einer hochwertigen medizinischen Ausbildung oder der Aufbau eines neuen Helmholtzinstituts im Rahmen der Laserfusionsforschung. Wir legen klare Schwerpunkte auf die Stärken unserer Hochschulen. Damit machen wir den Studienstandort MV attraktiv und sichern den Erfolg der Forschung. Mit den Zielvereinbarungen 2026-2030 stellen Hochschulen und Landesregierung die Weichen für eine starke und wettbewerbsfähige Wissenschaftslandschaft MV“, so Martin weiter.
Beispielhaft seien aus den Zielvereinbarungen folgende Punkte genannt:
- Universität Greifswald: die Einführung des Sekundarstufenlehramtes und die Einführung der Fächer Biologie, Informatik und Sozialkunde in Studiengängen für das Lehramt, die Verstetigung der Professur für Medienpädagogik, die angestrebte Institutionalisierung der Moorforschung, ein Alleinstellungsmerkmal der Universität, sowie die Verstetigung des Interdisziplinären Forschungszentrums Ostseeraum (IFZO) und die Fortführung der Ukrainistik in Greifswald.
- Universität Rostock: Einrichtung von neuen Studiengängen, darunter Master Unterwasserarchäologie, Quereinstiegs-Master Mathematik sowie Physik/Informatik Die Sonderpädagogik wird in Primar- und Sekundarstufe aufgeteilt, die Professur für Inklusionspädagogik weitergehführt und die Professur für Medienpädagogik verstetigt. Im Fokus stehen auch der Aufbau des High Energy Density Instituts (HEDI) für die Forschung an Kernfusion, die Mitwirkung von Nachwuchswissenschaftlergruppen des Ocean Technology Campus (OTC) beim Aufbau des neues Bundeskompetenzzentrums „Altmunition im Meer“ und die Weiterentwicklung des Zentrums für regionale Geschichte und Kultur Mecklenburgs.
- Hochschule für Musik und Theater Rostock: Eine Umstrukturierung des Studienangebotes, unter anderem mit einem Bachelor Musikwissenschaft/Musiktheorie, Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP) in allen Hauptfächern sowie dem Doppelfach Lehramt Musik, den Kooperationsstudien Master Chorstudio und Master Kompositionsstudio, der Einführung der für den internationalen Arbeitsmarkt nachgefragten künstlerisch-wissenschaftlichen Promotion und die Fortführung des Angebotes „Praxisjahr Schule“ in der Lehramtsausbildung,
- Hochschule Neubrandenburg: die dauerhafte Fortführung der berufspädagogischen Studiengänge Pflege und Sozialpädagogik und deren Anpassung im Rahmen der Reform der Lehrkräftebildung. Hinzu kommt die weitere Fokussierung der Forschungsschwerpunkte „Nachhaltiger Strukturwandel und Umbau von ländlichen Regionen“ sowie „Gesundheit und Ernährung“ und die Weiterentwicklung der Studiengänge der Gesundheitsfachberufe.
- Hochschule Stralsund: die Forschungsschwerpunkte „Angewandte Informatik, Künstliche Intelligenz und medizinische Entscheidungsfindung“, „Technik und Energie“ und „Unternehmen, Region und Tourismus“ sollen weiter im Fokus stehen. Die Bereiche Tourismus und Management im Ostseeraum sollen weiter gestärkt werden.
- Hochschule Wismar: die Sicherstellung der Umsetzung des Konzeptes „Bauen, Landschaft, Umwelt“; die Weiterführung des neueingeführten Masterstudiengangs der Fachrichtung Seelotswesen („Maritime Pilotage“), Schaffung eines bedarfsgerechten Angebots von Fern- und Onlinestudiengängen sowie weiterführenden Masterstudiengängen neben dem Lehrangebot im Erststudium.
Den unterzeichneten Zielvereinbarungen muss nun noch der Landtag Mecklenburg-Vorpommern zustimmen.