Historische Musiksammlung des Landes wird restauriert
Im Rahmen von zwei großen Projekten schützt Landesbibliothek wertvolles Kulturgut des Landes
Im Rahmen von zwei großen Projekten schützt Landesbibliothek wertvolles Kulturgut des Landes
Die Landesbibliothek und das Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern sind nicht nur das Gedächtnis des Landes – dort werden auch historische Dokumente und Objekte von großem kulturellem Wert aufbewahrt und für die Nachwelt erhalten.
Im Jahr 2025 konnte die Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker gleich zwei Drittmittelprojekte zur langfristigen Sicherung ihrer kostbaren Musiksammlung einwerben. Die Projekte mit einem Gesamtvolumen von 75.000 Euro wurden durch Landesmittel in Höhe von 33.100 Euro kofinanziert. Die weiteren Mittel in Höhe von 41.915 Euro wurden durch die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK), den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sowie die Kulturstiftung der Länder zur Verfügung gestellt.
„Die Musiksammlung ist einer der größten Buchschätze unseres Landes“, so Bettina Martin, Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten. „Die Restaurierung dieser historischen Sammlung ist deshalb von großer Bedeutung. Mit dem erfolgreichen Einwerben von Bundesmitteln für die Restaurierung dieses kostbaren Kulturerbes gelingt es unserer Landesbibliothek, die landesseitigen Mittel zur Bestandserhaltung erheblich aufzustocken. Gerade in Zeiten knapper Kassen lohnt sich das Einwerben von Drittmitteln, die wir dann als Land ergänzen und damit zusätzliche Projekte möglich machen können.“
Im ersten der beiden geförderten Projekte konnte die Einzelrestaurierung von 18 herausragenden Musikhandschriften und -drucke des 17. bis 19. Jahrhunderts aus der Sammlung des Mecklenburg-Schweriner Fürstenhauses eingeworben werden. Innerhalb des historischen Notenbestandes der Landesbibliothek gehören diese Handschriften zu den 200 wertvollsten Einzelstücken. Mehrheitlich handelt es sich um unikale Quellen – das gilt zum Teil auch für die enthaltenen Werke.
Unter den Handschriften befinden sich Auftragswerke wie die Hochzeitsmusik von Johann Paul Kunzen zur Vermählung von Friedrich dem Frommen (1746) oder Friedrich von Flotows Oper „Johann Albrecht“ zur Einweihung des neuen Schweriner Schlosses 1857; daneben seltene Abschriften eines Flötenkonzertes von Telemann und der „Passions-Cantate“ von Carl Philipp Emanuel Bach.
Auch ein autographes Manuskript des Oratoriums "Il Sagrifizio d'Abramo" von Kaiser Leopold I. liegt in dem Bestand vor. Aufgrund von Papier-, Einbandschäden und Tintenfraß waren die Bände bisher nicht oder nur eingeschränkt benutzbar und in ihrem Informationsgehalt und in ihrer Substanz gefährdet. Diese Restaurierungsmaßnahme ist eines von insgesamt 34 Modellprojekten, die in diesem Jahr bundesweit von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) mit 11.915 Euro gefördert und vom WKM komplementär mit 3.100 Euro finanziert wurde.
Die Restaurierungen sollen im Februar abgeschlossen werden.
Mit dem zweiten Projekt konnte die Reinigung und Verpackung von ca. 2.500 Einzelstücke der Musikaliensammlung realisiert werden, die bis Mitte Februar abgeschlossen ist.
Hierbei werden insgesamt 34 Regalmeter historischer Bibliotheksbestand unter einer mikrobiologischen Werkbank trockengereinigt und, soweit notwendig, entmetallisiert. Die alten Verpackungen werden entfernt und entsorgt, die Musikalien anschließend in säurefreie, licht- und alterungsbeständige Schutzverpackungen nach aktuell gültigen Bibliotheksstandards eingebracht, um den Bestand vor Schädigungen im Notfall zu schützen und die Nutzung des Bestandes zu erleichtern. Das Projekt wurde durch das BKM-Sonderprogramm der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes gefördert. Die Gesamtprojektkosten lagen bei 60.000 Euro. Das WKM hat 50 % der Projektkosten gegenfinanziert. Das Projekt setzt Verpackungs- und Reinigungsmaßnahmen der Vorjahre fort.
Links zu den Projekten bei der KEK:
KEK-Portal | Musikalien und Musikhandschriften gesichert - Teil II
Über die Bibliothek
Die Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker geht auf die 1779 gegründete Herzogliche Regierungsbibliothek zurück und verwahrt bedeutende historische Bestände sowie einen großen Bestand an Werken aus und über Mecklenburg-Vorpommern. Die Landesbibliothek in Schwerin hat den gesetzlichen Auftrag durch das Land Mecklenburg-Vorpommern, die aktuellen Druckwerke des Landes zu sammeln, zu erschließen und für die Zukunft zu archivieren. Laut Landesgesetz und Verordnung über die Ablieferung von Druckwerken sind alle Druckerzeugnisse, die in Mecklenburg-Vorpommern verlegt werden, binnen eines Monats nach Erscheinen kostenfrei an die Landesbibliothek abzuliefern. Titel über Mecklenburg-Vorpommern, die außerhalb des Bundeslandes erscheinen, erwirbt die Landesbibliothek. Die Landesbibliothek ist eine Abteilung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege. Der Altbau ihres Standortes an der Johannes-Stelling-Straße ist heute Teil des Schweriner UNESCO-Welterbe-Ensembles.