Grüne Woche eröffnet: MV repräsentiert Deutschland im Jubiläumsjahr
Mit einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung im City Cube Berlin ist heute die Internationale Grüne Woche in ihr 100. Jubiläumsjahr gestartet. Rund 2.000 nationale und internationale Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nahmen an der Auftaktveranstaltung teil. Höhepunkte der Veranstaltung waren die Festrede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die die Gäste im Namen des Partnerlandes Mecklenburg-Vorpommern begrüßte. MV ist erstmals Partnerland der Grünen Woche – und damit das erste Bundesland überhaupt, das diese Rolle übernimmt.
Landwirtschaftsminister und Initiator der Länderpartnerschaft Till Backhaus betonte die besondere Bedeutung des Jubiläums, der Messe und des Landesauftritts: „Die Grüne Woche ist seit 100 Jahren eine Leitmesse, insbesondere für die Land- und Ernährungswirtschaft und ein Ort, an dem zentrale Fragen unserer Zeit verhandelt werden: Ernährungssicherheit, Stabilität und Verantwortung. Dass Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jubiläumsjahr als erstes Bundesland Partnerland ist, erfüllt mich mit großem Stolz. Wir stehen für eine leistungsfähige Landwirtschaft, stabile Wertschöpfungsketten und Verantwortung für die Ernährungssicherheit – regional wie global.“
Die Bedeutung der Land- und Ernährungswirtschaft reicht dabei weit über einzelne Betriebe hinaus. Deutschlandweit produzieren rund 240.000 Betriebe Nahrungsmittel und Rohstoffe. Über 1,6 Millionen Menschen sind in diesem Sektor beschäftigt. Insgesamt hängen rund 4,6 Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt am Agribusiness. Der Gesamtumsatz der Land- und Ernährungswirtschaft liegt bei ca. 500 Milliarden Euro und ist damit vom Stellenwert vergleichbar mit Automobilindustrie.
Auch Mecklenburg-Vorpommern zählt zu den leistungsfähigsten Agrarstandorten Deutschlands. Auf rund 1,34 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche – etwa zehn Prozent der deutschen Agrarfläche – wirtschaften 4.750 landwirtschaftliche Betriebe. Mehr als 100.000 Menschen sind in der Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft, der Fischerei sowie dem damit verbundenem Dienstleistungsbereich hierzulande tätig. Die Branche erwirtschaftet in Mecklenburg-Vorpommern einen Umsatz von etwa 11,7 Milliarden Euro. Mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von rund 283 Hektar verfügt das Land über die größten landwirtschaftlichen Betriebe im Bundesvergleich.
Backhaus verwies zugleich auf die globale Dimension der Messe. Parallel zur Grünen Woche findet das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) statt, zu dem rund 80 Agrarministerinnen und -minister aus aller Welt in Berlin zusammenkommen. Unter dem Leitthema „Wasser. Ernten. Unsere Zukunft“ wird dort über globale Ernährungssicherheit, Wasserverfügbarkeit und nachhaltige Landwirtschaft beraten „Weltweit hungern noch immer hunderte Millionen Menschen. Ernährungssicherheit ist deshalb nicht nur Wirtschafts-, sondern auch Sicherheits- und Friedenspolitik. Landwirtschaft ist systemrelevant – und dieses hohe Gut darf nicht aufs Spiel gesetzt werden“, so Backhaus.
Seit 25 Jahren präsentiert sich Mecklenburg-Vorpommern mit einer eigenen Länderhalle auf der Grünen Woche: In der MV-Halle 5.2b zeigen 78 Ausstellerinnen und Aussteller aus Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft, Fischerei, Handwerk, Tourismus und den Regionen die Vielfalt und Leistungsfähigkeit des Landes. Die Halle ist ab Freitag (16.01.) Startpunkt offizieller Messerundgänge sowie erste Station für internationale Delegationen und Medien.
Mit dem Jubiläum der Grünen Woche und der Partnerlandrolle setzt Mecklenburg-Vorpommern ein klares Zeichen: für Ernährungssicherheit, regionale Wertschöpfung und eine zukunftsfähige Landwirtschaft, die wirtschaftliche Stärke mit globaler Verantwortung verbindet.